Erste freie DDR-Wahl - DER SPIEGEL
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Erste freie DDR-Wahl Der Kurier des Grafen

Vor 20 Jahren durften die DDR-Bürger erstmals ihr Kreuz machen, wo sie wollten. Bürgerbewegungen und gewendete Blockflöten, die umbenannte SED und Ableger von Westparteien kämpften um ihre Stimmen. Als Wahlkampfhelfer aus dem Westen erlebte Bernhard F. Reiter die historische Abstimmung hautnah.
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Zentrale West: Wahlhelfer vom Bund Freier Demokraten planen in der FDP-Zentrale in Berlin-Dahlem den Wahlkampfeinsatz für die Volkskammerwahl vom 18. März 1990, die erste freie Wahl in der DDR seit ihrer Gründung. Bernhard F. Reiter (mit Brille) ist der zweite von links.

Foto: Bernhard F. Reiter
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Einsatzplanung: Helfer des Wahlkampf-Einsatzleiters in der West-Berliner FDP-Zentrale. Von hier aus schwärmten die Wahlkampfteams in die DDR aus, um die Ostdeutschen davon zu überzeugen, ihre Stimme bei der Volkskammerwahl am 18. März 1990 dem Bund Freier Demokraten zu geben.

Foto: Bernhard F. Reiter
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Wahlkampfteam: Der FDP-Politiker Gerhart Baum (l.) mit Bernhard F. Reiter, der den früheren Bundesinnenminister in den Wochen vor der ersten freien DDR-Wahl am 18. März 1990 zu Wahlkampfauftritten kreuz und quer durch die DDR fuhr. Die Aufnahme entstand am Elbufer in Dresden.

Foto: Bernhard F. Reiter
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LDP-Wahlspot: Zum Wahlkampf in der DDR erhält jede Partei die Möglichkeit, im DDR-Fernsehen ihre Ziele und Programme für die Parlamentswahlen am 18. März 1990 darzustellen. Die LDP bei der Aufnahme ihres Wahlspots.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1990-0219-028

Foto: Das Bundesarchiv/Thomas Uhlemann
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SPD-Wahlkundgebung 1990: Bei einer Wahlkundgebung der SPD der DDR am 1. März 1990 spricht der Chef der bundesdeutschen SPD, Hans-Jochen Vogel, vor einigen Tausend Bürgern der Kreisstadt Oranienburg bei Berlin.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1990-0301-033

Foto: Das Bundesarchiv/Klaus Oberst
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Wahlkampf 1990: Der SPD-Ehrenvorsitzende Willy Brandt tritt auf einer DDR-SPD-Wahlkundgebung zur Volkskammerwahl 1990 in der Bezirksstadt Frankfurt (Oder) auf.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1990-0310-015

Foto: Das Bundesarchiv/Klaus Oberst
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Dresdner Wahlkampf 1990: Eine junge Frau hängt ein Wahlplakat der SPD mit dem Slogan "Für mehr Menschlichkeit" an eine Plakatwand - hier wirbt bereits die CDU für eine "Umkehr in die Zukunft".

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1990-0214-026

Foto: Das Bundesarchiv/Ulrich Häßler
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DA-Wahlplakat: Die Delegierten des Wahlparteitages des Demokratischen Aufbruchs (DA) stellten sich angesichts der Vorwürfe gegen Wolfgang Schnur geschlossen hinter den Vorsitzenden. Plakat vor dem Tagungsgebäude, dem Hygienemuseum Dresden, aufgenommen am 11. März 1990.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1990-0311-022

Foto: Das Bundesarchiv/Ulrich Häßler
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PDS-Wahlwerbung: Zwei Tage vor der DDR-Volkskammerwahl am 18. März 1990 radelt ein Mann mit einem PDS-Wahlplakat über den Alexanderplatz, Berlin. Die PDS erhielt 16,4 Prozent der Stimmen.

Foto: AP
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Lustloser Lafontaine: "Fortschritt 90" hieß das Wahlprogramm, mit dem Saar-Premier Oskar Lafontaine bei der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl 1990 als SPD-Kandidat gegen den frischgebackenen "Einheitskanzler" Helmut Kohl antrat. Den Fortschritt im Denken vermissten indes viele Wähler bei dem Sozialdemokraten, der im SPIEGEL-Gespräch kurz vor der Wahl behauptete, die DDR sei "bis die Mauer fiel ein führendes Industrieland" gewesen. Den Ostwählern stieß dagegen Lafontaines Wiedervereinigungsskepsis auf. Politische Intimfeinde nutzten die Gelegenheit, alte Rechnungen zu begleichen. Lafontaine werde die Wahl verlieren, ließ etwa SPD-Altbundeskanzler Helmut Schmidt eine niederländische Zeitung wissen, "und das verdient er auch". Auch Lafontaine selbst tat alles, um Zweifel an seiner Kandidatur zu säen. Auf die Frage, ob er hoffe oder befürchte, Kanzler zu werden, antwortete er dem SPIEGEL kurz und knapp: "Ich fürchte es."

Foto: DER SPIEGEL
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Ja zur Allianz: Zuschauer der Wahlkampfveranstaltung der Allianz für Deutschland in Leipzig, zu der Bundeskanzler Helmut Kohl als Hauptredner geladen war. Das Wahlbündnis ging als Sieger aus der Volkskammerwahl 1990 hervor. In ihm hatten sich die ehemalige Blockpartei CDU mit dem Spitzenkandidaten Lothar de Maizière, die neugegründete Deutsche Soziale Union (DSU) und der Demokratische Aufbruch (DA) zusammengeschlossen.

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Ortlebs Urnengang: In seiner Heimatstadt Rostock wählte der liberale Spitzenpolitiker Rainer Ortleb, Vorsitzender der LDP im Bund Freier Demokraten (r.), gemeinsam mit seiner Gattin Heidrun.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1990-0318-034

Foto: Das Bundesarchiv/Jürgen Sindermann
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Stimmenauszählung: In Leipzig zählen Freiwillige nach dem Urnengang zur DDR-Volkskammerwahl 1990 die Stimmen aus.

Foto: AP
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Erste Hochrechnungen: Aus rund 400 Stimmbezirken gingen Befragungen und Ergebnisse in das ZDF-Wahlstudio im Palast der Republik ein. Sie waren die Grundlage für Prognosen und Hochrechnungen, die gemeinsam mit der Forschungsgruppe Wahlen Mannheim und dem DDR-Institut USUMA erstellt wurden.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1990-0318-032

Foto: Das Bundesarchiv/Klaus Oberst
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Wahlzentrum im Palast der Republik: Mehr als 2400 Journalisten versammelten sich im Wahlzentrum, das im Palast der Republik in Berlin seinen Sitz hatte. 50 Fernsehstationen aus aller Welt übertrugen das Geschehen bei den ersten freien Wahlen in der DDR.

Signatur im Bundesarchiv: 183-1990-0318-431

Foto: Das Bundesarchiv/Karl-Heinz Schindler
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Ibrahim Böhme: Bodyguards helfen dem Spitzenkandidaten der Sozialdemokratischen Partei, Ibrahim Böhme, am Wahltag durch die Journalistenmenge. Die SPD (ursprünglich SDP), die zuvor als klare Favoritin galt, erhielt bei der Volkskammerwahl am 18. März 1990 unerwartet nur knapp 22 Prozent der Stimmen. Böhme wurde später als Inoffizieller Mitarbeiter des MfS enttarnt.

Foto: AP
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Wahlsieger: Lothar de Maizière zeigt am 18. März 1990 das Victory-Zeichen. Bei der Volkskammerwahl heimsten der CDU-Spitzenkandidat und seine Partei den Sieg ein.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1990-0318-046

Foto: Das Bundesarchiv/Klaus Oberst
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