Erste Heroinambulanz Deutschlands - DER SPIEGEL
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Erste Heroinambulanz Deutschlands "Maximal Verelendete"

Als in Bonn vor zehn Jahren zum ersten Mal Heroin unter ärztlicher Aufsicht an Süchtige ausgegeben wurde, rechneten alle mit einem Ansturm von Abhängigen. "Doch es kam niemand", sagt Christoph Dilg. Bei einestages erinnert sich der Arzt an die schwierigen Anfänge des Modellprojektes - und die Schicksale dahinter.
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Vorreiter Nordrhein-Westfalen: 2002 startete bundesweit ein Modellprojekt heroingestützter Behandlung - in Bonn eröffnete am 4. März des Jahres in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik, Caritas und Diakonie die erste Heroinambulanz Deutschlands. Dort können sich Schwerstabhängige unter ärtzlicher Aufsicht Heroin spritzen.

Insgesamt nahmen deutschlandweit mehr als tausend Opiatsüchtige an der Medikamentenstudie teil. 2005 gab das Bundesinstitut für Arzneimittel die Empfehlung zur Zulassung als Arzneimittel.

Foto: AP
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Kontrollierte Drogenvergabe: Ein Pfleger demonstriert 2002 in der Bonner Heroinambulanz das Aufziehen einer Spritze mit synthetischem Heroin (Diamorphin). Innerhalb der Modellstudie wurde die Hälfte der Abhängigen mit Diamorphin behandelt, die andere Hälfte mit dem Ersatzstoff Methadon.

Foto: dapd
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Hygienisch: Über eine Durchreiche erhalten die Drogenabhängigen das Diamorphin, das sie sich im sogenannten Injektionsraum unter ärztlicher Aufsicht spritzen können.

Wer sich im Rahmen des Modellprojekts Diaphin verabreichen ließ, musste an einer begleitenden Therapie teilnehmen. Dreimal täglich mussten die Probanden 27 Monate lang ihre Behandlungsstation aufsuchen.

Aufgenommen 2002 in der Bonner Heroinambulanz, die in der Medizinischen Poliklinik der Universität untergebracht ist

Foto: dapd
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Therapie: In sieben deutschen Großstädten gibt es Heroinambulanzen - außer in Bonn auch in Hamburg, Hannover, Köln, Frankfurt am Main, München und Karlsruhe.

Das Modellprojekt ergab, dass die mit künstlichem Heroin behandelten Patienten deutlich weniger Kontakt zur Drogenszene hatten. Sie begingen weniger Straftaten; ein Drittel der Probanden, die Sozialhilfe bezogen hatten, war nach der Studie nicht mehr auf die "Stütze" angewiesen.

Foto: dpa
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Versuchsstart: Dirk Lichtermann, Leiter der Bonner Heroinambulanz, erklärt der damaligen NRW-Gesundheitsministerin Birgit Fischer, Mitte, und der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marion Caspes-Merk, am 27. Februar 2002 den Ablauf der Therapie.

Rund hundert Drogenabhängige ließen sich zu Beginn des Modellprojekts in der Bonner Einrichtung behandeln, die Hälfte davon mit Diamorphin. Teilnehmen durften jedoch nur Schwerstabhängige, die mindestens 23 Jahre alt waren und bereits mehrere Erfolglose Methadonbehandlungen hinter sich hatten.

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