Erster Atomwaffentest "Ein lebendiges Ding, eine neue Art Lebewesen"
Erste Atombombenexplosion: Die Bombe detonierte am Morgen des 16. Juli 1945 um 5.29 Uhr. Ein gewaltiger Feuerball schoss in die Luft und wölbte sich kurz darauf zu einem gigantischen Hut - dem ersten Atompilz der Geschichte. Der offizielle Bericht des Kriegsministeriums notierte euphorisch: "Die Helligkeit erleuchtete jeden Gipfel, jede Schlucht und jeden Kamm der nächsten Bergkette mit einer Klarheit und Schönheit, die unbeschreiblich ist."
Radioaktive Perlen: Die atomare Gluthitze der ersten Kernwaffenexplosion der Geschichte am 16. Juli 1945 ließ den Sand in der Wüste von New Mexico schmelzen. Was übrig blieb, waren diese smaragdgrünen glasähnlichen Tropfen - die sogenannten "Perlen von Trinity".
Touristenattraktion: Heute erinnert ein schlichter schwarzer, zwei Meter hoher Obelisk aus Lavasteinen an die erste Atomwaffenexplosion vom 16. Juli 1945. Zweimal im Jahr, im Frühjahr und Herbst, öffnet das US-Militär das rund 150 Kilometer lange und 80 Kilometer breite Testgelände in New Mexico für Besucher.
"Reise des Todes": Auch 65 Jahre nach der ersten Atombombenexplosion ist das Testgelände radioaktiv verseucht. Allerdings belastet ein Fünf-Stunden-Flug den menschlichen Organismus etwa zehnmal so stark wie ein einstündiger Besuch auf dem "Ground Zero" von Trinity. Der öde Landstrich, auf dem die erste Atombombe der Geschichte gezündet wurde, heißt seit der Zeit der spanischen Einwanderer "Jornada del Muerto" ("Reise des Todes").
Am Ort der Zerstörung: Robert Oppenheimer (heller Hut) und General Leslie Groves (rechts von Oppenheimer) untersuchten wenige Wochen nach dem Test die Überreste des Stahlturms, auf dessen hölzerner Plattform die Trinity-Bombe ruhte, bevor sie gezündet wurde. Lediglich mit Überziehern für die Schuhe schützten sich die Wissenschaftler gegen die vom Testgelände ausgehende radioaktive Strahlung.
"Das Ding": Seelenruhig sitzt der Physiker Norris Bardbury im Sommer 1945 neben der Trinity-Bombe. Die am Bau der Plutonium-Bombe beteiligten Wissenschaftler nannten ihre rund 10.000 Pfund schwere Erfindung schlicht "The Gadget" (Apparat) oder auch "The Thing" (Ding).
"Jumbos" Überreste: Um zu verhindern, dass bei einem negativen Test Plutonium austritt, ummantelten die Wissenschaftler die Trinity-Bombe mit einem Stahlcontainer, den sie liebevoll "Jumbo" tauften. Die 214 Tonnen schwere Schutzhülle wurde mit einem eigens konstruierten, mit 64 Reifen ausgestatteten Gefährt in die Wüste transportiert. Selbst die Bombe konnte "Jumbo" nicht zerstören - seine Überreste sind heute am Ort der Explosion ausgestellt.
Gezielte Falschmeldung: Der Atomblitz war rund 400 Kilometer weit zu sehen und 80 Kilometer weit zu hören, die gewaltige Detonation ließ selbst in 200 Kilometer Entfernung noch die Fensterscheiben klirren. Da das US-Militär den Trinity-Test streng geheim halten wollte, gab es eine Falschmeldung an die Medien und verhinderte per Zensurbehörde, dass die Wahrheit ans Licht kam. Die offizielle Version lautete: "Ein Munitionslager mit hochexplosivem Sprengstoff und pyrotechnischen Materialien explodierte in den frühen Morgenstunden."
Turm des Todes: Um die Trinity-Bombe zu testen, hievte man die Superwaffe mit einer Seilwinde auf die Plattform eines rund 30 Meter hohen Stahlturms. Die Detonation der Plutoniumbombe vom 16. Juli 1945 löschte alles Leben im Umkreis von einer Meile aus.
Unvorstellbare Zerstörungskraft: Die 1945 in der Wüste von New Mexico gezündete Atombombe übertraf die Erwartung ihrer Erfinder bei weitem. Die Trinity-Bombe besaß die Sprengkraft von 20.000 Tonnen des herkömmlichen Sprengstoffs TNT.
Der "Vater der Atombombe": Dr. J. Robert Oppenheimer, der wissenschaftliche Leiter des Manhattan Projekts in seinem Büro im Dezember 1958. Als die erste Atombombe der Welt, die "Trinity", am 16. Juli 1945 in der Wüste von New Mexico gezündet wurde, zitierte er eine heilige Hindu-Schrift: "Ich bin der Tod geworden, der Zerstörer der Welten."
Leiter des "Manhattan Projekts": General Leslie Richard Groves verantwortete gemeinsam mit dem Physiker Robert Oppenheimer den Bau der ersten Atombombe der Welt. Zwei Milliarden US-Dollar gaben die Vereinigten Staaten für die Entwicklung der verheerenden Waffe aus, rund 130.000 Menschen waren an dem geheimen Bombenprojekt beteiligt. Es erhielt den Tarnnamen "Manhattan Project", weil es mit einer Gruppe von Ingenieuren im New Yorker Stadtteil Manhattan begonnen hatte.
Atomarer Urknall: Drei Wochen nach dem erfolgreichen "Trinity Test" warfen die Amerikaner am 6. August 1945 die Atombombe auf Hiroshima und am 9. August auf Nagasaki ab. Am 9. August 2005 - 60 Jahre nach dem verheerenden Angriff - erinnert dieser buddhistische Mönch auf dem Trinity-Testgelände an die Abwürfe. Die Angriffe löschten allein in den ersten vier Monaten rund 200.000 Menschenleben aus, Tausende starben an den langfristigen Folgen des Bombardements.
"Little Boy": Dieses von der US-Regierung 1960 veröffentlichte Foto zeigt einen Nachbau der "Little Boy"-Atombombe, die am 6. August 1945 über Hiroshima abgeworfen wurde. Ihre Explosionskraft ist mit der von 20.000 Tonnen TNT-Sprengstoff vergleichbar.
Besatzung der "Enola Gay": Die Besatzung des B-29 Bombers "Enola Gay" vor ihrem Start am 6. August 1945 auf der Mariana Insel Tinian. In der Mitte steht der Pilot Paul Tibbets. Von der "Enola Gay" wurde an diesem Tag die erste Atombombe auf die japanische Stadt Hiroshima abgeworfen.
Hiroshima nach der Explosion: Am 6. August 1945 wurde Hiroshima das Ziel der ersten Atombombe. Von der japanischen Stadt blieben nur Trümmer und Verwüstung, 90 Prozent waren zerstört. Zählt man die Spätfolgen hinzu, starben mehr als 240.000 der damaligen Einwohner (bis zu 98 Prozent).
Schutz vor Strahlung: Diese Kinder versuchen sich 1948 im zerstörten Hiroshima vor der radioaktiven Strahlung zu schützen - mit Mundschutz und Regenschirm.
Ausgelöscht: Die japanische Stadt Nagasaki, kurz nach der Zerstörung durch eine amerikanische Atombombe am 9. August 1945.
Potsdamer Konferenz: Der britische Premierminister Winston Churchill, der amerikanischen Präsident Harry S. Truman und der sowjetische Regierungschef Josef Stalin reichen sich während der Potsdamer Konferenz vor Schloss Cecilienhof die Hände. Die Nachricht von der erfolgreichen Detonation der Trinity-Bombe erreichte Truman am Abend des 16. Juli 1945, kurz vor Konferenzbeginn. Obwohl die Kapitulation Japans nur noch eine Frage der Zeit war, entschied sich der US-Präsident für den Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki.
Gedenken an die Hiroshima-Opfer: Papierlaternen schwimmen auf dem Motoyasu Fluss in Hiroshima am 6. August 2003. Sie erinnern an die 200.000 Opfer der Atombombe, die im August 1945 die Stadt zerstörte.