Erster Weltkrieg - DER SPIEGEL
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Erster Weltkrieg Der Untergang des Ostasiengeschwaders

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges erwischte das deutsche Kreuzergeschwader im Pazifik völlig unerwartet. Gegen die feindliche Übermacht hatte Vizeadmiral Graf von Spee kaum eine Chance - der Kommandeur entschied sich für die Schlacht.
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Seeschlacht bei Coronel an der chilenischen Küste: Auf einer zeitgenössischen Postkarte wird die Vernichtung des britischen Panzerkreuzers "Monmouth" durch das deutsche Ostasiengeschwader verherrlicht. Gleichfalls versenkt wurde der Panzerkreuzer "Good Hope". In Deutschland wurde das als großer Sieg gefeiert. Die britischen Panzerkreuzer waren allerdings veraltet und deutlich unterlegen.

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Der Kleine Kreuzer: Die "Emden" führte eigenständig und sehr erfolgreich Handelskrieg im Pazifik. Zur Selbstversorgung wurden feindliche Schiffe gekapert und dann versenkt. Das Ende kam im November 1914. Der australische Kreuzer "Sydney" schoss die "Emden" vor den Kokosinseln kampfunfähig und der Kommandant setzte das Kriegsschiff auf ein Riff, um seiner Mannschaft die Rettung zu ermöglichen.

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SMS Scharnhorst auf einer Postkarte: Der Schwere Kreuzer oder Panzerkreuzer "Scharnhorst" war das Flaggschiff des deutschen Ostasiengeschwaders. Er wurde in der Seeschlacht bei den Falkland-Inseln im Dezember 1914 von einer überlegenen britischen Übermacht versenkt. Die Flagge streichen wollte der Geschwaderchef Graf von Spee auf keinen Fall, war der Kampf auch noch so aussichtslos. "Ehrenhaft" mit Mann und Maus unterzugehen, galt damals als Heldentat, zwar tragisch, aber ausgesprochen ruhmreich. Von der "Scharnhorst" hat niemand überlebt.

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Werftanlagen Tsingtau: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg stand Tsingtau unter deutscher Herrschaft. Das Foto zeigt die Werft im sogenannten Deutschen Schutzgebiet.

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Kreuzer "Sydney": Am 10. November 1914 versenkte der australische Kreuzer "Sydney" in der Sumatra-See den deutschen Kleinen Kreuzer "SMS Emden", der im Indischen Ozean einen Kaperkrieg geführt hatte.

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Panzerkreuzer "HMS Good Hope": Im Seegefecht von Coronel versenkt das deutsche Ostasiengeschwader am 1. November 1914 den britischen Panzerkreuzer "HMS Good Hope".

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Prinz Waldemar besucht Tsingtau: In Tsingtau lag die Versorgungsstation des deutschen kaiserlichen Ostasiengeschwaders. Ein Besuch der Herrschenden im Pachtgebiet Kiautschou gehörte zum guten Ton. Hier ist Waldemar von Preußen (l. vorne) , Neffe Wilhelms II. vor Ort, rechts neben ihm der deutsche Gouverneur, Kapitän zur See Alfred Meyer-Waldeck. Letzterer sollte es zu einigem Ruhm daheim bringen, als er im August 1914 die deutsche Kolonie gegen einen große gegnerische Übermacht zu verteidigen versuchte, jedoch vergeblich.

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Hafen von Tsingtau: Als Ausgangspunkt für den Plan, im Riesenreich China eine deutsche Einflusssphäre zu schaffen, suchte das deutsche Kaiserreich Ende des 19. Jahrhunderts zunächst einen günstig gelegenen Hafen. Die Wahl war auf Tsingtau (Qingdao) gefallen, etwa auf halbem Wege zwischen Peking und Schanghai gelegen.

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"Die Helden von Tsingtau": Mit der Kapitulation der Festung Tsingtau am 7. November 1914 gerieten die deutschen Marineeinheiten in japanische Kriegsgefangenschaft. Am 14. November verließ der Gouverneur von Kiautschou, Alfred Meyer-Waldeck, als einer der letzten Gefangenen mit einem Transport das Pachtgebiet in Richtung Japan. Dort wurden die deutschen Soldaten auf verschiedene Lager verteilt. Zwischen Dezember 1919 und März 1920 wurden sie repatriiert.

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Wilhelm Canaris: Oberleutnant zur See Wilhelm Canaris (1887-1945) war 1915 Verhandlungsführer seines Kapitäns auf dem Kleinen Kreuzer "Dresden", vergeblich bat er den Kommandanten der britischen Kriegsschiffe vor Patagonien um Waffenruhe. Die Briten griffen an, die Matrosen wurden interniert. Canaris gelang die Flucht. Unter den Nationalsozialisten wurde der Admiral Chef der Spionageabwehr. Als Mitglied des Widerstandes vom 20. Juli 1944 wurde er hingerichtet.

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Seeschlacht bei Coronel: Deutschland war begeistert von der erfolgreichen Seeschlacht bei Coronel, wie diese Postkarte zeigt. Seiner Majestät Kriegsschiffe hatten zwei britische Panzerkreuzer im November 1914 vor der Küste Chiles versenkt. Des Kaisers Wunschtraum, den Briten auf See Paroli bieten zu können, schien in Erfüllung gegangen zu sein. Das bittere Ende folgte: Schon im Dezember wurde das deutsche Geschwader vor den Falkland-Inseln vernichtet.

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"SMS Gneisenau": Die Postkarte zeigt den Großen Kreuzer, der ebenso wie das Schwesterschiff "SMS Scharnhorst" in Tsingtau stationiert war. Bewaffnet war das Schiff unter anderem mit acht 21-Zentimeter-Geschützen in Zwillingstürmen.

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Vizeadmiral Maximilian Graf von Spee: Er war der Befehlshaber des kaiserlichen Ostasiengeschwaders, das 1914 vor den Falkland-Inseln von einer großen britischen Übermacht vernichtet wurde. Sein Flaggschiff, der Große Kreuzer "Scharnhorst", ging mit Mann und Maus unter. Für ihn war es undenkbar in aussichtsloser Lage zu kapitulieren, was die gesamte Mannschaft mit dem Leben bezahlen mußte: Niemand auf der "Scharnhorst" überlebte.

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"Emden"-Kanone: Eine Kanone des leichten Kreuzers "S.M.S. Emden", aufgenommen 1952 an einem Kenotaph im australischen Sydney.

Foto: Georg Breugst
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?