Erster Weltkrieg - DER SPIEGEL
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Erster Weltkrieg Das Lächeln der Henker

Feldpostgrüße von der Hinrichtung: Morde an Zivilisten waren im Ersten Weltkrieg gang und gäbe, doch bis heute sind diese Verbrechen ein Tabu. Dabei gab es Tausende Augenzeugen - Soldaten überlieferten unzählige Fotos von den Gräueltaten. Von Anton Holzer
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Abgeführt: Durch das Auffinden der Fotos aus der Zeit des Ersten Weltkrieges bekommen die zivilen Opfer erstmals ein Gesicht - wenn auch ihr Name unbekannt bleibt. Das Bild zeigt die Verhaftung eines angeblichen "Spions" in Ostpreußen im Mai 1915.

Erschienen in: "Das Lächeln der Henker. Der unbekannte Krieg gegen die Zivilbevölkerung 1914-1918" von Anton Holzer. Darmstadt: Primus Verlag, 2008.

Foto: R. Minzloff
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Hinrichtung eines Zivilisten: Ein angeblicher "russischer Spion" wird im Juni 1916 an der Ostfront in Galizien hingerichtet. Neben dem Toten steht ein Soldat, der ihn mit der Hand berührt. Hinter dem Galgen drängen sich Zuschauer, zahlreiche Soldaten und wohl auch etliche Bewohner des Ortes, die den Hingerichteten womöglich gekannt haben. Derartige "Erinnerungsfotos" von Hinrichtungen trugen zahlreiche Soldaten und Offiziere während des Ersten Weltkriegs bei sich.

Erschienen in: "Das Lächeln der Henker. Der unbekannte Krieg gegen die Zivilbevölkerung 1914-1918" von Anton Holzer. Darmstadt: Primus Verlag, 2008.

Foto: Anton Holzer
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Ein Spionageverdächtiger: Die Aufnahme zeigt die Verhaftung eines angeblichen "Spions" an der Ostfront im März oder April 1915. Zivilisten, die als "Spione" galten, wurden zu dieser Zeit in der Regel hingerichtet.

Erschienen in: "Das Lächeln der Henker. Der unbekannte Krieg gegen die Zivilbevölkerung 1914-1918" von Anton Holzer. Darmstadt: Primus Verlag, 2008.

Foto: Eduard Frankl
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Ohne Hoffnung: Die Aufnahme entstand kurz nach der Verhaftung eines "spionageverdächtigen" Zivilisten im März oder April 1915 an der Ostfront in Lodz. Den Mann erwartete die Hinrichtung.

Erschienen in: "Das Lächeln der Henker. Der unbekannte Krieg gegen die Zivilbevölkerung 1914-1918" von Anton Holzer. Darmstadt: Primus Verlag, 2008.

Foto: Fotoagentur Kilophot
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Vor der Internierung: Diese galizische Zivilisten wurden 1915 fotografiert, bevor sie in Internierungslager gebracht wurden. Zehntausende Zivilisten, denen man kollektiv "russophile" Neigungen unterstellte, kamen während des Ersten Weltkriegs in Internierungs- und Arbeitslager.

Erschienen in: "Das Lächeln der Henker. Der unbekannte Krieg gegen die Zivilbevölkerung 1914-1918" von Anton Holzer. Darmstadt: Primus Verlag, 2008.

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Erhängte "Spione": Das Foto zeigt die Hinrichtung von Zivilisten - in der Propagandasprache ihrer Henker "Spione" - vermutlich in Ostgalizien, im Winter 1914/15.

Erschienen in: "Das Lächeln der Henker. Der unbekannte Krieg gegen die Zivilbevölkerung 1914-1918" von Anton Holzer. Darmstadt: Primus Verlag, 2008.

Foto: Fotoatelier Matthias Seebauer
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Öffentliche Hinrichtung: Zahlreiche Zuschauer auf der Straße und an den Fenstern beobachten, wie Soldaten einen Mann an einem Baum hängen. Für die Verbrechen im Hinterland während des Ersten Weltkrieges gab es offenbar tausende Augenzeugen.

Erschienen in: "Das Lächeln der Henker. Der unbekannte Krieg gegen die Zivilbevölkerung 1914-1918" von Anton Holzer. Darmstadt: Primus Verlag, 2008.

Foto: Anton Holzer
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Harte Bestrafung: Deserteure wurden im Ersten Weltkrieg schwer bestraft, viele von ihnen vor der Truppe erschossen. Zivilisten wurden hingegen meist am Galgen hingerichtet - vor den Augen vieler Schaulustiger, wie viele Fotos belegen. Aufnahmen von Erschießungen wie diese, fotografiert in russisch Polen 1916/17, sind nur wenige überliefert.

Erschienen in: "Das Lächeln der Henker. Der unbekannte Krieg gegen die Zivilbevölkerung 1914-1918" von Anton Holzer. Darmstadt: Primus Verlag, 2008.

Foto: Anton Holzer
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"Das Lächeln der Henker": Anhand bisher unveröffentlichter Fotodokumente erzählt der Fotohistoriker Anton Holzer in "Das Lächeln der Henker. Der unbekannte Krieg gegen die Zivilbevölkerung 1914-1918" die jahrzehntelang verschwiegene Geschichte eines mit aller Brutalität geführten Krieges gegen die Bevölkerung. Das Buch erschien 2008 im Primus Verlag.

Foto: Anton Holzer
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?