Erster Weltkrieg Kopfüber in die Katastrophe
Tödliche Schüsse: Die entscheidenden Sekunden des Attentats von Sarajewo rekonstruierte der Zeichner Felix Schwormstädt auf diesem Blatt. Der Attentäter Gavrilo Princip schießt mit der Pistole auf das Thornfolgerpaar im offenen Wagen.
Umstrittene Armee: Franz Ferdinand (M., im hellen Mantel) mit seinem Generalstab im Manövergelände. Die Qualitäten der Armee des Vielvölkerstaates waren umstritten, da sich nationalistische Bestrebungen bemerkbar zu machen begannen.
Generalstabschef von Moltke: Der deutsche Generalstabschef Helmuth von Moltke verlangte wiederholt und mit steigender Intensität den "Präventivkrieg" - obwohl er selbst mehrfach darauf hinwies, das ein bewaffneter Konflikt Europa in eine Katastrophe führen würde.
Vor dem Attentat: Kurz nachdem Franz Ferdinand und seine Gemahlin das Rathaus von Sarajewo verlassen hatten, um die verletzten des vorangegangenen Bombenanschlags im Hospital zu besuchen, fielen beide den Schüssen des 19-jährigen Gavril Princip zum Opfer.
Aufbruch in den Tod: Im Wagen sitzen Kronprinz Franz Ferdinand und seine Gattin Herzogin Sophie von Hohenburg, General Potiorek und Adjudant Oberstleutnant Merizzi auf der Fahrt zum Rathaus in Sarajewo. Die Aufnahme entstand etwa eine halbe Stunde bevor die Schüsse fielen.
Letzte Minuten: Thronfolger Franz Ferdinand und seine Gattin kurz vor der Abfahrt vom Rathaus in Sarajewo. Mit auf dem Foto sind General Potiorek (rechts), der Landeschef der Provinz, und l(inks am Wagen) Adjudant Franz Haarsch.
Festnahme Cabrinovics: Bevor Gavrilo Princip die tödlichen Schüsse auf das Thronfolgerpaar abgab, hatte bereits ein anderes Mitglied der Verschwörer, Nedeljko Cabrinovic, eine Bombe auf das Auto der kaiserlichen Besucher geworfen, die jedoch von Franz Ferdinands Unterarm abprallte und auf dem Straßenpflaster explodierte. Cabrinovic schluckte sofort Zyankali und prang in den Fluss Miljacka. Das Gift war jedoch alt und der Fluss sehr flach; der Bombenwerfer wurde verhaftet und beinahe von der Menge gelyncht.
Am Tatort: Nach dem Attentat sammeln sich Polizisten und Menschen an der Stelle, wo Erzherzog Franz Ferdinand den tödlichen Schüssen zum Opfer fiel.
Attentäter Princip: Der 19-jährige serbische Nationalist Gavrilo Princip wird abgeführt. Nach den tödlichen Schüssen auf das Thronfolgerehepaar hatte er Zyankali geschluckt und sich zu erschießen versucht, weil das Gift nicht wirkte. Anschließend wurde er fast von der Menge gelyncht. Weil er zur Tatzeit minderjährig war, entging Princip der Todesstrafe und wurde zu 20 Jahren schwerem Kerker, verschärft durch einen monatlichen Fasttag und am 28. Juni jedes Jahres durch hartes Lager und Dunkelarrest. Er starb 1918 in der Haft an Tuberkulose.
Kronprinz Franz Ferdinand: Vom habsburgischen Thronfolger wurden allgemein Reformen für die österreichisch-ungarische Doppelmonarchie erwartet. Möglich schien eine Stärkung des slawischen Bevölkerungsteils innerhalb des Vielvölkerstaates - doch gerade dies machte ihn serbischen Extremisten besonders verhasst. Am 28. Juni 1914 verübten serbische Nationalisten gleich zwei Attentate auf Franz Ferdinand und seine Gattin, von denen das zweite tödlich war.
Sophie von Hohenberg: Auch die Gemahlin von Franz Ferdinand fiel in Sarajewo dem Attentat zum Opfer. Der Erzherzog hatte Sophie Gräfin Chotek von Chotkowa und Wognin gegen den Willen Kaiser Franz Josephs geheiratet, der gegen eine unstandesgemäße ("morganatische") Ehe des Thronfolgers war. 1909 war sie zur Herzogin von Hohenberg erhoben worden.
Weltereignis: Der Mordanschlag auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger und seine Frau löste in ganz Europa Entsetzen aus - hier die Schlagzeile eines Extrablatts des "Berliner Lokal-Anzeigers" vom Tag des Attentats.
Wilhelm II. und Franz Ferdinand: Der deutsche Kaiser Wilhelm II. (zu Pferde) war empört über die Ermordung seines "Freundes" Franz Ferdinand (l.), weshalb er in den tagen nach dem Attentat leicht zu weitreichenden Zusagen für seinen Verbündeten Österreich-Ungarn zu bewegen war. Das Bild dürfte anlässlich eines Kaisermanövers entstanden sein; es zeigt Franz Ferdinand in der Uniform eines preußischen Ulanen.
"Die Katastrophe von Sarajewo": Die Wiener "Kronenzeitung" berichtete vom Attentat als "Katastrophe" - die endgültige Katastrophe sollte gut einen Monat später beginnen, als in direkter Konsequent des Attentats der Erste Weltkrieg aubrach.
Überführung der Toten: Im prunkvollen Gespann werden die Leichen von Erzherzog Franz Ferdinand und seiner Gemahlin zum Bahnhof in Sarajewo gebracht. Das Attentat sollte sich als einer der folgenreichsten politischen Morde der Weltgeschichte erweisen.
Aufbahrung der Opfer: Die Särge des ermordeten Paares wurden nach der Überführung nach Wien in der Pfarrkirche der Hofburg aufgebahrt.
Totes Thronfolgerpaar: Der österreichische Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Sophie liegen aufgebahrt in ihren Särgen. Das Ehepaar fand seine letzte Ruhestätte in einer Gruft der Schlosskirche von Artstetten in Niederösterreich. Im Schloss selbst befindet sich heute das Franz-Ferdinand-Museum.
Tatort heute: An der Straßenecke, an der der Student Gavrilo Princip am 28. Juni 1914 auf Franz Ferdinand und seine Gattin schoss, steht heute das Museum Sarajewo.
Kaiserliche Reliquie: Die blutbesudelte Jacke, die Franz Ferdinand am Tag seiner Ermordung trug ist heute Teil der Ausstellung des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien.
Geschichtsträchtiges Automobil: In diesem Auto starb am 28. Juni 1914 in Sarajewo das österreichisch-ungarische Thronfolgerpaar. Der Wagen ist heute im Heeresgeschichtliches Museum in Wien ausgestellt.
Gold für Kanonen: Als der Kaiser Wilhelm II. 1914 den Aufruf "Gold zu Kanonen" in Deutschland verkünden ließ, spendete meine Großmutter (Bild) ihren gesamten Schmuck, um die besten Waffen für ihren Mann (links), den Kaiser und das Vaterland zu erhalten.
Das Foto, aufgenommen 1909 in Ulm, wurde von Karl Schillinger eingereicht.
Im großen Hauptquartier: Das kaiserliche Hauptquartier befand sich 1914 in Koblenz, Luxemburg und Charleville, 1915 und 1916 in Pless, 1917 in Kreuznach und 1918 in Spa und Avesnes. Das Bild zeigt den Kaiser mit dem Chef des Generalstabs des Feldheeres, Paul von Hindenburg, und den Ersten Generalquartiermeister Erich Ludendorff.
Eingereicht von einestages-Leser Karl Schillinger.
Sammelstelle: Die Rohstoffnot während des Ersten Weltkriegs zwang zu größter Sparsamkeit. Jegliches Altmaterial wurde wiederverwertet, und es gab Sammelstellen - hier in Berlin - im ganzen Reich. Prämien erhöhten den Sammeleifer der Bevölkerung.
Eingereicht von einestages-Leser Karl Schillinger.
Champagne-Offensive: Die Angriffsabsichten der deutschen Truppen waren den Franzosen bekannt. Das Scheitern der deutschen Offensive brachte einen Umschwung des Kriegsgeschehens und damit der Kriegslage.
Coloriertes Sammelbild, eingereicht von einestages-Leser Karl Schillinger.
Entgleisung eines Eisenbahnzuges: Mit allen Mitteln wurde in Belgien versucht, den Nachschub der deutschen Truppen zu verhindern. Wichtige Bahnlinien wurden unbefahrbar gemacht und Tunnels und Brücken gesprengt. Es gelang den Pionieren aber bald, diese Aktionen in den Griff zu bekommen und verhindern.
Coloriertes Sammelbild, eingereicht von einestages-Leser Karl Schillinger.