Essen in den Achtzigern - DER SPIEGEL
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Essen in den Achtzigern Als Tsatsiki deutsch wurde

Nouvelle Cuisine und Mikrowelle: Eine doppelte Revolution erschütterte in den achtziger Jahren deutsche Küchen. Es war ein Jahrzehnt der kulinarischen Neuentdeckungen von Tiramisu bis Tomate-Mozarella - aber auch der Beginn des Fast-Food-Horrors.
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Stilvoll Serviert: Ein Essen im New Yorker Edelhotel Marriott im Jahr 1989. Die Achtziger waren nicht nur das Jahrzehnt der Tiefkühlpizza, sondern auch der Nouvelle Cuisine. In exklusiven Restaurants wurden exotische Gerichte wie Hummerschaumsüppchen und Rochenflügel für die gehobene Gesellschaft serviert.

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Internationale Spezialitäten: Während der achtziger Jahre erfasste die Globalisierung die kulinarische Landschaft in Deutschland. Immer mehr Italiener, Griechen und Türken zogen in die Städte. Innerhalb von zehn Jahren verdoppelte sich die Anzahl ausländischer Restaurants und aus so manchem "Dorfkrug" wurde ein "Mykonos".

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Meisterkoch mit drei Sternen: Der französische Küchenpapst Paul Bocuse im September 1998. Bocuse wird als einziger Küchenchef seit mittlerweile 37 Jahren mit drei Sternen im prestigeträchtigen Guide Rouge (früher Michelin) ausgezeichnet. Die längst verpönte "Nouvelle Cuisine" mochte er noch nie. Für ihn hieß sie schon immer "nichts auf dem Teller, alles auf der Rechnung". Sein Motto für eine gute Küche ist "einfach, anregend und reichhaltig".

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Der Kern des Burgers: Ein grausiger Anblick für Spitzenköche - das Innere eines Hamburgers. Fastfood, Tiefkühl- und Mikrowellen-Essen hatten ihren Boom in Deutschland vor allem während der achtziger Jahre.

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Der Herr der Töpfe: Starkoch Eckart Witzigmann im Jahr 1991 in seinem Restaurant "Aubergine" in München. Der geniale, kreative Küchenchef wurde in den Achtzigern zum Lehrer der neuen deutschen Gourmetköche und war damit die österreichische Antwort auf Paul Bocuse.

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Tiefkühltechniker statt Sternekoch: Ein Anlagenfahrer beobachtet im Oktober 1999 in der Schwans Food GmbH in Osterweddingen bei Magdeburg das Verpackungsband für Tiefkühlpizza. Seit den Achtzigern haben sich die pappigen Pizza-Imitate in Deutschland weit verbreitet.

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Gemüse auf Bio-Marktstand: In den Achtzigern noch kulinarisches Neuland, heute weit verbreitet - Bio-Gemüse und Öko-Essen. Die ersten Bio-Läden waren eher ein Anlaufpunkt für Alternative und Körner-Freaks, während Öko heute als schick gilt.

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Herzhaft im Brot: Fleisch und Gemüse mit Soße in einer Teigtasche, das einfache Konzept hieß früher Gyros Pita und heute Döner Kebab.

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Gesundheits-Koch: Während der Achtziger gab es in Deutschland nicht nur den Fastfood-Boom, sondern auch ein neues Gesundheitsbewusstsein. Passend zum neuen Aerobic-Trend wollten die Leute schlank und gesund sein. Auf diesen Trend sprang auch TV-Kochstar Max Inzinger auf und veröffentlichte 1986 sein Kochbuch "Leicht, lecker, schlank".

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Vorzeigefrau: Heute interessieren sich wieder mehr Menschen für gutes Essen und Slowfood. Anregungen dafür geben auch die vielen Kochsendungen im Fernsehen, wie etwa die von Sarah Wiener. Die Österreicherin, die auf "Arte" mit "Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener" eine eigene Kochsendung hat, betreibt in Berlin drei exquisite Restaurants. Zudem engagiert sich die einstige Sozialhilfe-Empfängerin für artgemäße Tierzucht und gegen Genveränderung bei Nahrungsmitteln.

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Die Currywurst: Wer sie letzten Endes erfunden hat, darüber wird bis heute gestritten. Ihre Hochzeit hatten fette Wurst mit Soße und Currypulver jedoch in den achtziger Jahren - schnell, einfach und sättigend war damals ein Zeichen des Fortschritts. Das dass Vergnügen beim Essen dabei auf der Strecke blieb wurde eben hingenommen.

Foto: Nina Haas
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coop-Plakat: Einkaufen im coop. In der DM-Zeit waren die Tüten und Körbe noch bis zum Rand gefüllt - heute sind sie so leer, dass der Wind sie fast wegweht.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?