Etappen des Gokyo-Treks: Von Lukla nach Gokyo - DER SPIEGEL
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Etappen des Gokyo-Treks Von Lukla nach Gokyo

Der Trek zum berühmten Everest Base Camp ist zur Hochsaison heillos überlaufen. Sehr viel einsamer und schöner dagegen ist der Weg nach Gokyo - bessere Aussichten auf die Achttausender bietet er allemal.
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Etappe 1: Lukla (2860 Meter) bis Namche Bazaar (3446 Meter)
Schon der Anflug auf den Tenzing-Hillary Airport ist ein Abenteuer. Die Landebahn inmitten von Schluchten weist zwölf Grad steil nach oben und ist nur gut 500 Meter kurz. Dahinter: eine Mauer. Beim Aussteigen merken viele Besucher die Höhe. Die meisten lassen sich daher zwei Tage Zeit für die etwa siebenstündige Wanderung nach Namche Bazaar. Der Weg ist zunächst ein ständiges Auf und Ab: durch kleine Örtchen und über eine Hängebrücke (Foto) nach der nächsten. Erste echte Herausforderung ist der steile Schlussanstieg nach Namche Bazaar. Rund um den Sherpa-Ort gibt es viele Ziele für Akklimatisierungstouren. Bei wolkenlosem Wetter besonders schön: der Aufstieg zum Everest View Hotel - nomen est omen.

Foto: Claus Hecking
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Etappe 2: Namche Bazaar (3446 Meter) bis Phortse Tenga (3643 Meter)
Früh starten zahlt sich auf dieser Etappe besonders aus. Der Himmel ist am Morgen meist wolkenlos - und schon nach einer halben Stunde Fußweg eröffnet sich ein wunderbares Panorama auf den Everest, den Lhotse und den 6856 Meter hohen Ama Dablam (Foto), das "Matterhorn Nepals". Nach einer weiteren halben Stunde zweigt links der Weg in Richtung Gokyo ab. Entlang eines Bergrückens geht es aufwärts, dabei gibt es allerhand zu sehen. Unten tost der Fluss Dudh Kosi, oben locken auf einer Anhöhe die Teehäuser des Dörfchens Mong La (3973 Meter): mit selbstgebackenem Apfelkuchen und Aussicht auf Sechstausender wie den Thamserku oder den Kantega. Danach geht es abwärts: zu den Lodges von Phortse Tenga am Dudh Kosi.

Foto: Claus Hecking
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Etappe 3: Phortse Tenga (3643 Meter) bis Dole (4084 Meter)
Viele Trekker stoppen in Phortse Tenga nur kurz und marschieren gleich durch nach Dole. Das kann gutgehen. Wer aber noch nicht richtig akklimatisiert ist, wird oben Kopfschmerzen, Atemnot oder andere Symptome der Höhenkrankheit spüren. Immer wieder müssen Trekker deswegen aus Dole absteigen - oder sogar per Hubschrauber evakuiert werden. Der Weg selbst dauert maximal drei Stunden und ist ein Augenschmaus. Erst schlängelt er sich durch ein Wäldchen voller Rhododendren und Birken. Wer Glück hat, entdeckt hier Himalaya-Glanzfasane mit bunten Hälsen. Hinter dem Waldstück stellt sich Hochgebirgsfeeling ein: Die Landschaft wird karger, in allen Blickrichtungen ragen Sechstausender in den Himmel. In Dole ist es gerade nachts deutlich kälter als in Namche Bazaar oder Phortse Tenga.

Foto: Claus Hecking
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Etappe 4: Dole (4084 Meter) bis Machhermo (4465 Meter)
Immer auf den Cho Oyu zu, ist die Devise dieser Etappe. Gleich nach dem ersten Anstieg aus dem Talkessel von Dole zeigt sich die Spitze des rund 8200 Meter hohen Felsklotzes. Mit jedem Meter weiter nach oben ist ein wenig mehr von seiner Südflanke zu sehen. Viele Trekker nehmen sich Zeit, ihn ausgiebig zu bestaunen - auch weil sie bei steileren Wegstücken nun voll die Höhe spüren. Die Landschaft wird immer tundraartiger, dafür ist die Sicht bei gutem Wetter erstklassig. Neben Yak-Herden ziehen vor allem der Cholatse und der Tobuche, beide fast 6500 Meter hoch, die Blicke auf sich. Machhermo (Foto) liegt in einem Talkessel, eingefasst von Fünf- und Sechstausendern. Wer sich optimal akklimatisieren will, kann zu einem Aussichtspunkt auf etwa 4800 Metern aufsteigen. In den ungeheizten Lodgezimmern fallen die Temperaturen nachts oft unter den Gefrierpunkt.

Foto: Claus Hecking
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Etappe 5: Machhermo (4465 Meter) bis Gokyo (4750 Meter)
Atemberaubend (und) schön ist das letzte Teilstück. Nach einem kurzen Abstieg führt der Pfad entlang eines Flussbettes steil nach oben zum Kongponga Tsho. Der ersten See, am Fuß eines Fünftausenders ist streng genommen nur ein größerer Teich, dafür aber unwirklich blau. See Nummer zwei, nur eine Viertelstunde weiter, ist weitaus größer und leuchtet azurfarben. Und Gokyo (Foto) selbst liegt am dritten See, zwischen dem Gletscher des Cho Oyu und dem Renjo-La-Pass. Besonders attraktiv ist neben dem Aussichtsberg Gokyo Ri eine Wanderung entlang des Gletscherrandes: mit immer neuen Blicken auf den Achttausender. Allerdings ist der Trampelpfad selbst bei gutem Wetter und Tageslicht nicht ungefährlich.

Foto: Claus Hecking
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Der Rückweg von Gokyo
Wer nicht auf dem gleichen Weg nach Namche zurück will, hat mehrere Alternativen:
- Manche Trekker wandern über den Cho-La-Pass zum Kala Patthar – und von dort aus über den Everest Base Camp Trail abwärts. Das Panorama ist erstklassig, dafür ist der Abstieg oft überlaufen. Wer Zeit, Kondition und bergsteigerisches Können hat, kann über den anspruchsvollen Kongma-La-Pass (5545 Meter) ausweichen.
- Weitaus geringer ist der Andrang am Renjo-La-Pass westlich von Gokyo. Auch er bietet eine einmalige Everest-Aussicht, und das Tal dahinter ist einsam. Allerdings ist der 5345 Meter hohe Pass technisch in Teilen anspruchsvoll, manchmal auch vereist - und sollte nicht ohne Bergführer in Angriff genommen werden.
-Ähnlich menschenleer ist der Rückweg durch das Gokyo-Tal auf der Ostseite des Dudh-Kosi-Flusses. Er führt über die Weiler Thore und Thare; die Lodges hier sind allerdings sehr einfach. Bisweilen haben sie auch geschlossen.

Foto: Claus Hecking
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