Eugen Sandow - Brachiale Erotik - DER SPIEGEL
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Frühes Bodybuilding Ein Feigenblatt für die Männlichkeit

Zu einer Zeit als die Verweichlichung des modernen Mannes hinter seinem Schreibtisch begann, eroberte ein Kraftprotz die Bühne: Eugen Sandow erfand, wofür ihn die Männerwelt verehrte - das moderne Bodybuilding. einestages zeigt die schönsten Posen des damals stärksten Kerls der Welt.
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Held im Feigenblatt: Der Bodybuilder Eugen Sandow trat bei seinen Shows und auf Fotos gern nur mit einem Feigenblatt aus Stoff oder Papier bekleidet auf. Wie hier auf einem Bild, das um 1900 in Birmingham aufgenommen wurde. Es war zu einer Zeit, in der sogar Tischbeine schamhaft verhüllt wurden. Sandows eher brachiale Erotik war ein Skandal - allerdings ein sehr gefragter.

Foto:

Verlag Th. Schäfer

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Hohle Kugeln: Eugen Sandow bei einer Fotosession der Londoner Stereoscopic Company 1889. Hanteln dieser Größe waren zu der Zeit allerdings gern hohl. Sandow hatte bereits in seiner Jugend die starken Männer auf Jahrmärkten und im Zirkus genau beobachtet und sich einige Kunstgriffe abgeguckt, wie sich Muskeln am besten präsentieren lassen.

Foto: Getty Images
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Showstar: Eugen Sandow posiert mit verschiedenen Gewichten für die Kamera. Die kleineren Glockenförmigen auf dem Boden heißen auf englisch übrigens Kettlebells.(In einer früheren Version stand, diese Gewichte hießen Dumbbells. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen – d. Red)

Foto: Rischgitz/ Getty Images
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Der starke Deutsche: Der als Karl Friedrich Müller in Königsberg geborene Eugen Sandow interessierte sich bereits als Kind für gestählte Körper. Dem Mythos nach hatte er sich während einer Italienreise mit seinem Vater für die klassische Bildhauerkunst begeistert, die ihn für seine Posen inspiriert hatte.

Foto: London Stereoscopic Company / Getty Images
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Starke Pose: Lässig hält Eugen Sandow gleich zwei überdimensionale Hanteln. In Wirklichkeit waren diese jedoch häufig hohl und sehr viel leichter als sie aussahen.

Foto: Getty Images
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Der stärkste Mann der Welt: Der Athlet Eugen Sandow versetzte während seiner Shows das Publikum immer wieder in Erstaunen. Mal stemmte er ein lebendes Pferd, mal entstiegen den Kugeln an den Enden seiner Langhantel zwei erwachsene Männer.

Foto: Getty Images
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Wilde Bestien: Der Erfinder des modernen Bodybuilding, Eugen Sandow, posiert gemeinsam mit "Goliath". Während eines Erholungsaufenthalts in Aachen hatte Sandow den imposanten Mann, der in Wirklichkeit Karl Westphal hieß, getroffen und nahm ihn mit auf seine nächste England-Tour. Auf dem Bild posieren die beiden mit einem Tigerfell.

Foto: Getty Images
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Kräftemessen: Eugen Sandow (r.) trat in der Londoner Royal Music Hall gemeinsam mit Goliath auf. In ihrer Show kämpften die beiden gegeneinander, wobei Goliath eine Kanone und Sandow nur eine Keule hatte. Der Kampf endete jedes Mal damit, dass Sandow den sehr viel größeren Goliath packte und von der Bühne trug.

Foto: Getty Images
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Bestien-Bezwinger: Showstar Eugen Sandow posiert mit einem Tigerfell. Es sollte so aussehen, als habe er den Tiger gerade mit eigenen Händen erlegt.
Die Medaille, die er um den Hals trägt, hatte er während einer Italienreise in Florenz geschenkt bekommen. Er hatte in Rom einen bekannten italienischen Ringer im Kampf besiegt. Als er anschließend nach Florenz fuhr, war sein Ruhm ihm bereits vorausgeeilt und ein Sportverein fühlte sich durch Sandows Besuch so geehrt, dass ihm die Medaille als Geschenk überreicht wurde.

Foto: Getty Images
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Eightpack: Eugen Sandow präsentiert seine beachtlichen Muskeln während eines seiner USA-Aufenthalte. Nach seinen Shows lies er die Damen der höheren Gesellschaft hinter die Bühne kommen und gegen eine Spende für wohltätige Zwecke seine Muskeln berühren. Die Damen waren von ihm begeistert.

Foto: Verlag Th. Schäfer
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Held in Strumpfhose: Wäre es nach dem Willen seiner Eltern gegangen, hätte Eugen Sandow Theologie studiert. Da er sich jedoch mehr für Körperliches als Geistiges interessierte, wechselte Sandow an eine medizinische Akademie. Schließlich musste er sein Studium ganz aufgeben. Sein Vater hatte ihm aufgrund ausbleibender Erfolgsmeldungen den Unterhalt gestrichen - Sandow hatte lieber Krafttraining gemacht, als in Seminare zu gehen.

Foto: Getty Images
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Perfekter Bizeps: Der Begründer des modernen Bodybuildings und Showstar Eugen Sandow, aufgenommen 1894 im Van der Weyde Studio in New York.

Foto: Verlag Th. Schäfer
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Keulenschwinger: Der Begründer des modernen Kraftsports, Eugen Sandow, auf einem Holzstich von 1899. Er posierte gern in martialischen Stellungen, wie hier als fast nackter keulenschwingender Urmensch.

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Trainingsfortschritte: Harold L. Butler, Schüler an einer der Schulen für Körperkultur, die Eugen Sandow gegründet hatte, schrieb im März 1899 einen begeisterten Brief an seinen Meister. Er legte dieses Foto von sich bei, um seine Trainingsfortschritte zu dokumentieren. Beides wurde in Sandows Buch "Kraft und wie man sie erlangt" veröffentlicht.
"Was die vollkommene und symmetrische Entwicklung des menschlichen Körpers anbelangt, so kann ich mir nichts denken, was den Hantel- und Muskelstärkerübungen gleichkommt, wie sie in Ihren Schulen gelehrt und geübt werden."

Foto: Verlag Th. Schäfer
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"Arbeitsfähigkeit und Lebensgeister verdoppelt": Auch Roland Hastings war Sandow-Schüler. Der Geschäftsmann schrieb am 4. März 1899 einen Dankesbrief an den Bodybuilder, dem er dieses Foto von sich beilegte. Beides wurde in Eugen Sandows Buch "Kraft und wie man sie erlangt" veröffentlicht.Hastings lobte die Methoden und schwärmte von seinem neugewonnenem Elan: "Meine Arbeitsfähigkeit und meine Lebensgeister sind verdoppelt, und was früher eine Anstrengung war, ist mir jetzt zu einem Vergnügen geworden. Magenverstimmungen, träge Abspannung, zerrüttete Nerven, Appetitlosigkeit sind für mich jetzt 'böhmische Dörfer'." Er schließt den Brief mit "einem tiefen Gefühl von Dankbarkeit (...). dass Mr. Sandow und sein System der Körperkultur das für mich getan haben."

Foto: Verlag Th. Schäfer
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Ideale weibliche Körperentwicklung: Der Bodybuilder Eugen Sandow gründete weltweit Schulen, in denen sein System zur Körperertüchtigung gelehrt wurde. Später gab es die Trainingseinheiten sogar als Fernkurs per Post. Das Sandow-System richtete sich allerdings nicht nur an Männer, auch Frauen und Kinder konnten ihre Körper mit speziell "auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet Übungen" stählen.

Foto: Verlag Th. Schäfer
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Sandow in Gold: Die massiv goldene Statue, die dem Sieger des ersten Bodybuilding-Wettbewerbs in der Londoner Albert-Hall überreicht wurde. Sie stellt den Organisator des Spektakels, Eugen Sandow, dar. Bis heute ist diese Statue die Siegertrophäe des Mister-Olympia-Wettbewerbs.

Foto: Verlag Th. Schäfer
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Strahlende Sieger: Eugen Sandow (2.v.l.), Initiator des ersten Bodybuilding-Wettbewerbs 1898 in der Londoner Royal Albert Hall, posiert mit den drei Gewinnern. Auf dem Tisch in der Mitte sind ihre Trophäen, die goldenen Sandow-Statuetten, zu erkennen.

Foto: Verlag Th. Schäfer
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Viermal Sandow: Während eines Aufenthalts 1902 in Melbourne wurde diese Bilderserie des Bodybuilders Eugen Sandow fotografiert. Mit der Leopardenfellhose wollte er wohl besonders martialisch und ursprünglich aussehen.

Foto: Verlag Th. Schäfer
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Makelloser Körper: Bodybuilding-Star Eugen Sandow präsentiert während eines Aufenthalts in Melbourne 1902 seine gleichmäßige Muskel-Entwicklung.

Foto: Verlag Th. Schäfer
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Vorbild mit Keule: Eugen Sandow, der Erfinder des modernen Bodybuilding, in einer seiner Posen auf einem Bild, das 1902 in Melbourne aufgenommen wurde. In London wurde er zu dieser Zeit der "schöne, starke Deutsche" genannt. Viele Menschen kamen in seine Schulen, um sein System zu lernen und ihm nachzueifern.

Foto: Verlag Th. Schäfer
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Klassische Pose: Eugen Sandow präsentiert eine seiner klassischen Muskelstellungen. Der Betrachter des 1902 in Melbourne aufgenommenen Bildes soll sich nur mit Gruseln vorstellen, was für ein wildes Tier wohl am anderen Ende des Seils ist.

Foto: Verlag Th. Schäfer
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Mrs. Sandow: Sie wurde von vielen beneidet, doch es ist wenig über sie bekannt. Blanche Sandow war die Ehefrau des Bodybuilding-Stars Eugen Sandow, der um die Jahrhundertwende durch die ganze Welt tourte, um seinen makellosen Körper vorzuführen. Das Ehepaar lebte mit den beiden Töchtern in einem Landhaus bei London.

Foto: Verlag Th. Schäfer
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