Europas Grüne Kampf der Atomkraft
"Atomkraft? Nein danke." Zu dieser Aussage stehen die Grünen in Europa auch heute noch. Das zeigen zahlreiche Demonstrationen in ganz Europa, hier protestieren Deutsche und Polen gemeinsam in Gryfino, Polen. Denn dort soll ein Atomkraftwerk gebaut werden.
Auch in Berlin wehren sich Atomkraftgegner gegen einen Beschluss der Bundesregierung. Diese hat gerade die Laufzeiten von Meilern verlängert, die Grünen haben angekündigt zu klagen.
Die Grünen in Frankreich sind mit ihren strikten Absagen an die Risikotechnologie bei den Regionalwahlen im Frühjahr drittstärkste politische Kraft geworden. Rund ein Viertel der Franzosen votierte für sie. Doch die Regierung will weiter Atom-Großmacht bleiben.
Bis zu zehn Atomkraftwerke will die Regierung Schwedens neu genehmigen, als Ersatz für alte am gleichen Standort. Der Atomausstieg ist passé - und das erzürnt Grünen-Chefin Maria Wetterstrand (r.) und ihren Vize Peter Eriksson.
Auch in Großbritannien haben die Grünen viele Projekte: Caroline Lucas, die als erste Grüne ins Londoner Parlament einzog, kämpft "für eine Welt ohne Nuklearenergie". Sie ist verärgert darüber, dass der einstige Öko-Vordenker James Lovelock die Atomkraft als probates Mittel im Kampf gegen den Klimawandel anführt. "Zu unsicher, zu unwirtschaftlich", kontert Lucas.
In Finnland trat die Umweltministerin Satu Hassi 2002 zurück, als sie beim Bau eines dritten Atomreaktors in Oykiluoto überstimmt wurde. Inzwischen sitzt sie für die Grünen im Europäischen Parlament - in der Heimat muss ihre inzwischen wieder regierende Partei ertragen, dass neue Atommeiler gebaut werden.
Auch Reinhard Bütikofer und Rebecca Harms sitzen für die Grünen im Europäischen Parlament. Ihr Urteil über die Nuklearenergie: "Irrsinnig teuer, mit ungeheuren Risiken und dem giftigsten Müll aller Zeiten", so Harms.