Kaffee, Kuchen, Traditionen Europas schönste Kaffeehäuser
Wenn man in Florenz die 463 Stufen des Doms bis zur Kuppel bewältigt hat, um so einen Ausblick über die Stadt zu genießen, ist ein Kaffeehaus der ideale Rastplatz, um wieder Energie zu tanken.
Das historische Caffè Rivoire liegt am bekanntesten Platz, der Piazza della Signoria. Im Sommer sitzt man auf der großen Terrasse und genießt den Blick auf den schönsten nackten Mann der Stadt: Michelangelos David vor dem Bargello.
Im Café New York in Budapest sitzt man umgeben von kiloweise Blattgold, aufwendigen Blattornamenten und Reliefs aus Stuck, Marmorsäulen und prächtig geschwungenen Deckenleuchtern.
Den Palast mit Stilelementen der Renaissance und des Barock gab im 19. Jahrhundert die Versicherung New York Life Insurance Company in Auftrag. Das Café nahm von Anfang an drei Etagen ein.
Espressopause nach zu vielem Herumgondeln? Auch in Venedig gibt es ein Traditionscafé, das nicht nur kunstvoll eingerichtet ist, sondern auch viele Geschichten erzählen kann.
Im Caffè Florian am Markusplatz entstand Italiens erste Zeitung. Ab 1848 entwickelte es sich zum Zentrum des Widerstands gegen die k.u.k.-Monarchie. Größen wie Marcel Proust, George Sand, aber auch Lord Byron, Balzac und natürlich Goethe kehrten hier ein.
Viel ist über dieses fast 300 Jahre alte Kaffeehaus in Venedig geschrieben und noch mehr geschimpft worden - vor allem über dessen stolze Preise. Aber Geschichte hat eben ihren Preis.
Die Torte der Torten kommt aus Österreich: 1832 hat Franz Sacher im zarten Alter von 16 Jahren diese wunderbare Schokoladentorte für seinen Dienstherren Fürst Metternich erfunden. Sein Sohn hat dann als Hoflieferant den Reibach mit ihr gemacht.
Ohne die berühmte Sachertorte würde es vermutlich kein Hotel Sacher und auch kein Café Sacher geben.
Das 1876 eröffnete Wiener Café strahlt auch heute noch eine so gediegene Atmosphäre aus, als würden immer noch Männer in steifen Gehröcken und Zylindern sowie Damen in Korsetts und Hauben das Etablissement frequentieren.
Eigenwilliges Eckhaus: Das Café Orient in Prag entstand 1912 im "Haus zur Schwarzen Muttergottes". Der Name stammt von der schwarzen Barockfigur, die am Eck des Gebäudes angebracht ist.
Sehen und gesehen werden: Dieses Traditionskaffee in Paris wurde 1862 eröffnet. Der ganze Block, in dem auch das Café de la Paix untergebracht ist, wurde von Charles Garnier entworfen, der auch die Oper schräg gegenüber baute.
Seit 2003 können Besucher wieder die Eleganz des Café de la Paix erleben. Nach einem langen Niedergang wurden das Café sowie das Grand Hotel restauriert.