Exil-Schicksale Out of Afghanistan
Junge Afghaninnen 1978: Noch vor Nafisa Rasuli verließ ihre Schwester (r., hier mit Freundinnen 1978/79 in Kabul) Afghanistan und ging ins Exil nach Amerika. Nafisas Bemühungen, von Pakistan aus ebenfalls ein Visum für die USA zu bekommen, scheiterten - sie landete in Deutschland. Erst 1994 wurde sie wieder mit ihrer Familie vereint.
Kabul 1961: Auf einem Straßenmarkt in Kabul Anfang der sechziger Jahre bieten Händler ihre Waren feil. Unter König Mohammed Sahir Schah, der 1973 nach 40 Jahren auf dem Thron gestürzt wurde, versuchte Afghanistan einen Spagat zwischen Tradition und Moderne.
König in Kabul: Mohammed Sahir Schah, der von 1933 an 40 Jahre lang als König über Afghanistan herrschte, fährt 1968 in einer offenen Limousine durch das Zentrum Kabuls.
Demonstrierende Afghaninnen: Afghaninnen in westlicher Kleidung nehmen im Juli 1979 an einer Demonstration in Kabul teil. Im Jahr zuvor hatte eine kommunistisch orientierte Regierung die Macht in einem Putsch übernommen und damit begonnen, Afghanistan im sozialistischen Sinne zu modernisieren.
Straßenstand in Kabul: Vor dem Bürgerkrieg war Afghanistan kein reiches Land, aber die meisten Menschen hatten ein Auskommen. Das Angebot dieses Händlers, aufgenommen 1961 in Kabul, ist jedenfalls reichlich.
Kleider machen Leute: Eine Muslimin im Ganzkörperschleier und eine Frau im Glitzerkleid begegnen einander im Oktober 1989 auf einer Straße des von den fundamentalistischen Mudschahidin belagerten Kabul.
Teenager in Kabul: Nafisa Rasuli (r.) 1980 als 16-Jährige mit einer Freundin in Kabul. Ein säkularer Lebensstil war für Teenager in der afghanischen Hauptstadt selbstverständlich. Die Freizügigkeit unter den Kommunisten, die 1978 die Macht in Afghanistan übernommen hatten, ging vielen Afghanen aber bald zu weit. Die Versuche der Regierung, ihnen angeblich fortschrittliche Werte aufzuzwingen, lehnten keineswegs nur strenggläubige Muslime ab.
Familie Rasuli: Nafisa Rasulis Mutter (2.v.l.) im Kreise von Familienmitgliedern um 1979/80 in Kabul. Mit ihrem Mann emigrierte sie später in die USA, ebenso die Geschwister von Nasifa. Sie wurde nach Deutschland verschlagen und lebt heute in Hamburg.
Ein Mann, sieben Gewehre: Waffen spielen für Afghanen wie diesen um 1950 bei Kohat aufgenommenen Mann traditionell eine große Rolle. Seit jeher gelten die Afghanen als kriegerisches Volk.
An der Grenze: Afghanische Flüchtlinge warten am 27. September 1996 an der afghanisch-pakistanischen Grenze darauf, in ihr Land zurückkehren zu können. Zehntausende zogen es angesichts der endlosen Fehden in und um Afghanistan vor, sich in der Fremde eine neue Existenz aufzubauen.
Mudschahidin im Siegestaumel: Jubelnde Mudschahidin fahren auf einem Lkw durch die afghanische Hauptstadt Kabul, nachdem sie die Regierung übernommen haben.
Aktivistin Mofid: Die afghanische Frauenrechtlerin Nasrin Mofid spricht am 8. März 1983, dem Weltfrauentag, auf einer Veranstaltung in Kabul.
Hamburgerin Mofid: Im August 1992 kam die damals 25-Jährige mit ihren beiden kleinen Kindern nach einer dreimonatigen Odyssee nach Deutschland. Nachdem in ihrer Heimat Afghanistan die radikal-islamischen Mudschahidin die Macht übernommen hatten, floh Mofid, die in der Kommunistischen Partei aktiv gewesen war. Heute engagiert sie sich in ihrer neuen Heimat im "Rat der afghanischen Frauen Hamburg".
Abschied: Sowjetische Truppen werden im Mai 1988 in Kabul bei ihrem Abzug aus Afghanistan verabschiedet. Der Sturz des prokommunistischen Machthabers um Präsident Mohammed Nadschibullah löste eine weitere Flüchtlingswelle aus.
Abgeschossener Hubschrauber: Afghanische Mudschahidin posieren vor einem abgeschossenen Helikopter der sowjetischen Invasoren. Nach dem Abzug der Sowjets begann sofort ein blutiger Bürgerkrieg, den die radikalreligiösen Mudschahidin zunächst für sich entschieden - nur um bald mit Gewalt von den noch fanatischeren Taliban verdängt zu werden.
Flüchtlingsprotest: Hunderte Exil-Afghanen demonstrierten am 25. April 2000 in Hamburg gegen die Abschiebung von Landsleuten. Experten schätzen, dass außer den rund 16.000 offiziell in der Hansestadt lebenden Afghanen noch mehrere Tausend Illegale kommen.
Fronteinsatz: Amerikanische GIs und Soldaten der afghanischen Nationalarmee im Einsatz bei der Stadt Oshaky. Seit die Erfolge der Nato-Truppen gegen die Taliban ausbleiben, steigt offenbar auch wieder die Zahl der Afghanen, die ihr Land verlassen.