Exil-Schicksale Geboren in Shanghai
Familie Krips: Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft musste das Ehepaar Krips 1939 aus Deutschland nach Shanghai flüchten. Noch im gleichen Jahr wurde ihre Tochter Sonja dort geboren.
Ein neuer Anfang: Ankunft der Familie Krips 1947 auf dem Görlitzer Bahnhof. Nach acht Jahren, in denen sie in Shanghai im Exil gelebt hatte, wollte das Ehepaar Krips nach dem Zweiten Weltkrieg mithelfen, ihre Heimat wieder aufzubauen und kehrte mit ihren beiden Kindern zurück nach Berlin. Die Tochter Sonja (r. an der Hand ihres Vaters) trifft sich bis heute regelmäßig mit anderen "Shanghai Babys" wie sie sich nennen.
Erster Schultag: Sonja Krips an ihrem ersten Schultag in Shanghai.
Kinderspiele: Sonja und Peter Krips während ihrer Kindheit im Shanghaier Exil 1946. Die Diskriminierung der Juden endete leider nicht an der deutschen Grenze. Bereits 1943 hatten die japanischen Besatzer in dem heruntergekommenen Stadtteil Hongkew in Shanghai ein Ghetto für die jüdischen Exilanten eingerichtet.
Ticket in die Freiheit: Hermann Krips kaufte dieses Ticket für eine Überfahrt im März 1939 von Genua nach Shanghai für sich und seine hochschwangere Frau. Das jüdischstämmige Paar musste aus Deutschland fliehen und fand Zuflucht in der chinesischen Stadt.
Geburtsurkunde: Am 26. Oktober 1939 wurde Sonja Krips, heute Mühlberger in Shanghai im Exil geboren. Ihrer Geburtsstadt gegenüber empfindet sie tiefe Dankbarkeit. "Es war gerade für meine Eltern sicherlich keine einfache Zeit. Aber ohne das Exil in Shanghai wäre ich heute sicher nicht am Leben", sagt sie heute.
"Baby Krips": Während in ihrer Geburtsurkunde als Name noch "Baby Krips" eingetragen wurde, bekam sie in diesem zweiten Dokument, das fast sechs Wochen später ausgestellt wurde, endlich offiziell einen Namen: Sonja.
Kleine Exilantin: Der Kinderausweis von Sonja Krips, der ihr im Shanghaier Exil ausgestellt wurde.
Wieder Zurück: Nachdem der Krieg zuende war, kehrte Familie Krips aus ihrem Exil in Shanghai zurück nach Deutschland, um beim Wiederaufbau zu helfen. Nicht alle ihre Mitexilanten konnten diesen Wunsch verstehen. "Man hat mich angespuckt und dafür beschimpft, dass meine Eltern in das Land zurückgehen, in dem unsere Würde mit Füßen getreten wurde." sagt die älteste Tochter Sonja heute über die Reaktionen, die sie bekam, als sie anderen von dem Plan erzählte.
Blick zurück: Sonja Mühlberger bei einem Besuch 1998 in ihrem ehemaligen Exil Shanghai. Im Hintergrund ist die Washing Road, zu sehen, die Straße in der sie während ihrer Kindheit mit ihrer Familie lebte.
Glückliches Wiedersehen: Sonja Mühlberger vor dem letzten existenten Gebäude des Görlitzer Bahnhofs in Berlin. Hier kam sie mit ihrer Familie im August 1947 nach einer vierwöchigen Reise an. Mit dem Schiff und per Bahn waren sie aus ihrem Exil Shanghai um die halbe Welt gefahren, um nach dem krieg wieder in Deutschland zu wohnen.