Experimentalflieger - DER SPIEGEL
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Experimentalflieger Mit Mach drei ins Museum

Tragbare Hubschrauber, senkrecht startende Kampfjets und Bomber, die auf Schockwellen fliegen: Die Luftfahrt brachte zahlreiche hochfliegende Projekte hervor, die meistens eines gemeinsam haben: Dass man sie heute nur noch im Museum bewundern kann. einestages stellt die skurrilsten Himmelsstürmer vor.
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Flügellos: Drei Experimentalflugzeuge ohne Flügel auf dem Dryden Flight Research Center der Nasa in Edwards, Kalifornien. Von links: die "X-24A", "M2-F3" und die "HL-10". Das Konzept der "Tragrumpf"-Flieger befeuerte bis Mitte der siebziger Jahre die Phantasie der Menschen, irgendwann mit solchen Raumgleitern von der Erde in den All und zurück fliegen zu können.

Foto: NASA
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Luftkampf im Auftrag Ihrer Majestät: Auch in der Luft weiß sich Geheimagent 007 zu helfen - dank des agilen Traghubschraubers "Little Nelly" aus dem Entwicklungslabor von Obertüftler "Q". In der Filmszene aus "James Bond - Man lebt nur zweimal" (1967) erledigt Sean Connery gleich mehrere feindliche Hubschrauber mit seinem Fluggerät. "Little Nelly" passt in vier Koffer und verfügt über eine umfangreiches Waffenarsenal: Von Maschinengewehren, Wärmeleitraketen über Flammen- und Nebelwerfern bis hin zu Luftminen.

Foto: ddp images
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Schneller als der Schall: Mit dem Experimental- und Raketenflugzeug "Bell X-1" durchbrach der amerikanische Testpilot Chuck Yeager am 14. Oktober 1947 als erster Mensch die Schallmauer. Das undatierte Foto zeigt die "X-1", die von der Bell Aircraft Corporation für ein gemeinsames Forschungsprojekt der U.S. Air Force und dem National Advisory Committee for Aeronautics (NACA) gebaut wurde, während eines Testflugs. Unterhalb des Rumpfes ist das Muster der Schockwelle zu erkennen.

Foto: NASA
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Testflug der "M2-F3": Das Mutterflugzeug "B-52" gibt auf dem Gelände des Dryden Flight Research Center (FRC) der Nasa den Auftriebskörper der "M2-F3" ab. Hier über der Mojave-Wüste in Kalifornien testeten die Nasa-Piloten von 1963 bis 1975 die Manövrierfähigkeit des flügellosen Fluggeräts, das für Weltraumflüge konzipiert worden war.

Foto: NASA
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"Queenie": Monteure verbinden auf der Air Force Base in Edwards, Kalifornien, eine "X-1", bekannt unter dem Namen "Queenie", mit dem Mutterflugzeug, einer "EB-50A". Um das Raketenflugzeug anzudocken, ist die Boing mit drei großen Stempeln aufgebockt worden. Die Versuche mit dem Hochgeschwindigkeits-Prototypen dauerten bis 1958.

Foto: NASA
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Luftiges Geschoss: Eine "X-15" mit einer pinkfarbenen Hitzeschutzschicht, die die Maschinen vor den hohen Temperaturen bei Überschallflügen schützte. Die "X-15"-Raketenflugzeuge erzielten eine Höchstgeschwindigkeit von 7274 Stundenkilometern. Testpilot Joe Walker erzielte mit einer "X-15" zudem einen Höhenrekord: Er stieg im August 1963 auf 107 Kilometer Höhe.

Foto: NASA
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"X-15": Am 15. November 1967 startete die "X-15" auf dem Air-Force-Gelände in Delamar Lake im US-Bundesstaat Nevada. Der Raketenflieger erreichte eine Geschwindigkeit von 1769,508 Metern pro Sekunde. Insgeamt 199-Mal wurden "X-15"-Modelle bis 1968 durch den Himmel gejagt - die Ergebnisse der Tests dienten der Entwicklung der US-Raumfahrtprogramme.

Foto: NASA
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Walkürenritt: Eine North American XB-70 "Valkyrie" ("Walküre") bei einem Flug bei Dunkelheit über dem Nasa-Flugplatzgelände in Edwards, Kalifornien. Die "XB-70A", die dreimal schneller als Schallgeschwindigkeit fliegen konnte, war Anfang der sechziger Jahre das größte Versuchsflugzeug. Als Superbomber, der binnen Minuten sowjetische Raktenbasen erreichen sollte, kam die Walküre allerdings nie zum Einsatz. Das Projekt wurde wegen seiner immensen Entwicklungskosten von 1,5 Milliarden Dollar und der guten Erkennung der "XB-70" auf dem Radar bereits 1961 eingestellt.

Foto: NASA
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Start der "XB-70": Die "Walküre" der U.S. Air Force beim Start. Die meisten Testflüge waren am Morgen angesetzt, um die kühleren Temperaturen früh am Tag zu nutzen. Nach dem Entwicklungsstopp unter Präsident Kennedy 1961 dienten die beiden einzigen Maschinen als Testflugzeuge, die Erkenntnisse für den Überschalltransport von Passagieren liefern sollten. Nach einem Flugunfall 1966 wurde die letzte noch verbliebene "Walküre" am 4. Februar 1969 endgültig abgestellt - im Air Force-Museum von Dyton, Ohio.

Foto: NASA
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Abgewrackter U-Boot-Jäger: Das letzte Exemplar der sowjetischen "Berijew WWA 14", aufgenommen auf einem Museumsgelände in Monino bei Moskau. Die Flügel wurden abmontiert und liegen neben dem Wrack. Das 25 Meter lange Amphibienflugzeug sollte während des Kalten Krieges im Tiefflug feindliche U-Boote bekämpfen. Nachdem einer der drei Prototypen verbrannt war, wurde die Testreihe Mitte der siebziger Jahre eingestellt.

Foto: Eugene V. Dvurechenski
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Die russische "Berijew Be-42" ist das weltgrößte Amphibienflugzeug. Zu Wasser, zu Lande und in der Luft einsetzbar, blieb die "Be-42" ein Experimentalflugzeug, von dem lediglich zwei Exemplare hergestellt wurden. Ursprünglich als U-Boot-Jäger vorgesehen, kam das multifunktionsfähige Flugzeug nie zum Einsatz: Fluglinien und Privatkunden interresierten sich nicht für das vielseitige Ungetüm. Die russische Marine fand dafür nach dem Ende des Wettrüstens ebenfalls keine Verwendung mehr.

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"Meerjungfrau" in Paris: Das sowjetische Amphibienflugzeug "A-40 Albatros" auf der Landebahn nach einem Demonstrationsflug auf einer Flugshow in Paris, 1991. Der Koloss kann sowohl auf Wasser als auch an Land starten und landen. In der Nato erhielt das Flugboot den schmeichelhaften Codenamen "Meerjungfrau."

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Der kanadische Schauspieler James Doohan besucht am 13. April 1967 das Nasa Dryden Flight Research Center in Edwards, Kalifornien. Rechts: Nasa-Pilot Bruce Peterson. Er wurde einem Millionen-Publikum vor allem dadurch bekannt, dass er während eines Testflugs in einem Tragrumpf-Flieger, wie im Hintergrund zu sehen, verunglückte. Die Bilder des Crashs dienten als Vorspann der Action-Serie "Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann" aus dem Jahr 1974.

Foto: NASA
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Curtiss-Wright XP-55: Freies Schussfeld erhofften sich die Konstrukteure der "XP-55". Der im Juli 1943 erstmals geteste Kampfflieger sollte seinem Piloten mit verbesserten Sichbedingungen und einem geringen Windwiderstand überzeugen - weil der Propeller am Heck des Fliegers saß. Tatsächlich entpuppte sich die "XP-55" als aussichtsreiche Konstruktion, die allerdings durch die zum Ende des Krieges entworfenen Strahlflugzeuge überflüssig wurde.

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"Do 31": Zwischen 1959 und 1969 experimentierte die deutsche Firma Dornier an einem Senkrechtstarter-Transportflugzeug, der "Do 31". Jeweils über 100 unfallfreie Testflüge wurden mit den zwei Senkrechtstarter-Modellen absolviert. Trotz dieser Zuverlässigkeit ging die "Do 31" nie in Serie. Die beiden Flugzeuge stehen heute als Ausstellungsstücke in Friedrichshafen und Schleißheim.

Foto: dpa
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Fliegender Ausguck: Als zusätzliches "Auge" von deutschen U-Booten fungierte der motorlose Kleintragschrauber Focke-Achgelis Fa 330 "Bachstelze" während des Zweiten Weltkriegs. Das motorlose Fluggerät wurde von Booten aus "steigen" gelassen und hielt sich allein durch den Fahrtwind in der Luft. Auf etwa 120 Meter Höhe konnte der Ein-Mann-Ausguck aufsteigen, gesichert durch 300 Meter Seil des U-Boots. Etwas mehr als fünf Minuten brauchte die Besatzung, um die "Bachstelze" nach ihrer Landung wieder in Behältern zu verstauen. Im Notfall konnte der Pilot sogar den Rotor abwerfen und per Fallschirm sich und den Rest des Geräts retten.

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Lippisch "DM-1": Was wie ein abgerissenes Leitwerk aussieht, ist tatsächlich der Prototyp eines deutschen Jagdflugzeugs in Delta-Bauweise gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Die von Alexander Lippisch konstruierte "DM-1" sollte als deutscher Überschalljäger abheben - doch über ein antriebsloses Versuchsmodell kam die "DM-1" in Deutschland nicht mehr hinaus. Sie diente aber als Vorlage späterer Delta-Flugzeuge.

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Im Innern des Flügels: In ungewohnter Position befanden sich die Piloten der Lippisch "P 13A", wie die Skizze des deutschen Überschalljäger-Konzepts zeigt. Die Idee, ein Flugzeug nur aus Flügeln zu konstruieren, faszinierte auch amerikanische Ingenieure. Insbesondere der US-Flugzeughersteller Convair griff dieses Konzept in den Nachkriegsjahren auf.

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Raumgleiter: Eine MiG-105-11 "Spiral" am 22. August 2006 auf dem Gelände des Zentralen Museums der Luftstreitkräfte der Russischen Föderation in Monino, Russland. Die "MIG-105" war als Raumgleiter vorgesehen, der mit Hilfe einer Trägerrakete ins All geschossen wird. Die mit Kufen versehene MIG sollte nach ihrem Weltraumflug wieder sanft auf der Erde landen können. Doch bereits die Tests in vergleichsweise geringen Höhen von 5000 Metern waren wenig erfolgsversprechend, so dass die Versuche mit der "MIG-105" 1978, nach 18 Jahren, eingestellt wurden. Als Raumfähre setzte sich schließlich die "Buran" durch, die äußerlich an das amerikanische Space-Shuttle erinnert.

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Die Convair XFY-1 "Pogo" sollte als Heckstarter auf engstem Raum abheben und landen können. Aber hochfliegend blieb nur die Idee. Die XFY-1, benannt nach einem gleichnamigen sogenannten Hüpfstab, sorgte bei ihren Piloten regelmäßig für Schweißausbrüche. 1956, nach einem Jahr und einigen Beinahe-Unfällen, wurde das Konzept des kompakten Abfangjägers mit Deltaflügeln als untauglich verworfen. Auf dem Foto hebt die "Pogo" am 2. Dezember 1954 vom Naval Auxiliary Air Station Brown Field bei San Diego, Kalifornien, ab.

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"Bachstelze"im Flug: Das Einholen und Aufsteigen des Kleintragschraubers Focke-Achgelis Fa 330 "Bachstelze" zählte zu den gefährlichsten Manövern. Angetrieben nur von dem Fahrtwind und der Geschwindigkeit des U-Boots, hielt sich der Ein-Mann-Beobachtungsposten dank des Autorotationsprinzips in der Luft. Mit dem Boot blieb der Tragschrauber durch ein Schleppseil verbunden. Mehr als 100 solcher Flugmaschinen waren im Zweiten Weltkrieg auf deutschen U-Booten im Einsatz.

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"Fischadler": Das Senkrechtstarter-Flugzeug V-22 Osprey ("Fischadler") auf einer undatierten Aufnahme. Das von Bell und Boing konstruierte Fluggerät hob 1989 in Texas zu seinem Erstflug ab und hat sich seitdem in der US-Armee etabliert. Sowohl für schnelle Truppenverlegungen als auch für den Materialtransport ist die "V-22" geeignet. Wie ein Hubschrauber kann die "V-22" auf dem Punkt landen- und anschließend, dank der schwenkbaren Rotoren, wie ein Flugzeug mit über 500 Kilometer pro Stunde fliegen.

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Beutegut "Bachstelze": Im Herbst 1948 präsentiert die amerikanische Luftwaffe (USAAF) in der kalifornischen Stadt Pomona "Beutegut" aus dem Zweiten Weltkrieg. Zu sehen ist unter anderem ein motorloser Tragschrauber vom Typ Focke-Achgelis Fa 330 "Bachstelze", der zur Beobachtung auf U-Booten und Schiffen eingesetzt wurde. Der in Pomona präsentierte Typ trägt die amerikanische Kennung "T2-4616" und ist heute vermutlich unter anderer Signatur ("T2-4616") im Smithsonian National Air and Space Museum ausgestellt.

Foto: Ralf Klee
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