Exportweltmeister für Ideen In Deutschland erfunden, in Japan gebaut
Oskar Barnack und die Ur-Leica: Die erste Kleinbildkamera der Welt im "Viseum" von Wetzlar. Oskar Barnack, Entwicklungschef der Firma Leitz, erfand 1925 mit der Leica diese Urform aller Kleinbildkameras.
Der Leica-Erfinder: Oskar Barnack 1933 an seiner Werkbank. Der Erfinder arbeitete als Entwicklungschef der Firma Leitz in Wetzlar und entwickelte die erste Kleinbildkamera der Welt. Vom einstigen Ruhm der Marke ist jedoch wenig geblieben. Heute taumelt die Firma von einer Krise in die nächste.
Der erste Fernseher: Der Entwickler Manfred von Ardenne sorgte am Weihnachtsabend 1930 für die erste vollelektronische Fernsehübertragung - finanzielle und ideelle Lorbeeren dieser Erfindung strichen jedoch andere ein.
Das erste Tonbandgerät: Die Firma AEG baute 1935 mit dem Magnetophon K1 den Prototypen für alle heute gängigen Tonbandgeräte. Vom Pionierruhm ist aber nichts mehr übrig - die Firma ist als eigenständiges Unternehmen längst aufgelöst.
Prototyp: Der allererste Walkman - erschaffen vom deutschen Erfinder Andreas Pavel im Jahr 1977. Gebaut wurde er dann allerdings von Sony. Das Unternehmen katapultierte sich vor allem mithilfe des Walkman an die Weltspitze der Unterhaltungselektronik. Pavel erhielt nur eine bescheidene Abfindung - nach einen jahrelangen Rechtsstreit.
Chef-Musik: Akio Morita, ehemaliger Chef von Sony im Jahr 1993 mit einem Walkman. Der japanische Elektronikkonzern hatte 1979 den ersten Walkman auf den Markt gebracht - nachdem ein Deutscher das Konzept entwickelt, aber keinen Abnehmer gefunden hatte.
Tragischer Erfinder: Rudolf Hell, Pionier der Nachrichtentechnik, meldete im Laufe seines Lebens über 130 teilweise bahnbrechende Patente an, darunter auch das Faxgerät. Doch sein Partner Siemens setzte auf den Fernschreiber und erteilte Hells KF 108 eine Absage. So konnten die Japaner in aller Ruhe große Profite mit dem Gerät machen, bis auch deutsche Firmen den Vorteil von "Fernkopierern" erkannten.
Computer-Pionier Konrad Zuse: Der Erfinder des ersten Computers der Welt, Prof. Konrad Zuse, mit einem Nachbau des ersten Computer-Funktionsmodells "Z 1" von 1936. Bereits 1941 brachte er die erste voll funktionstüchtige, elektromechanische Rechenmaschine zum Einsatz. Auf den Z3 genannten Rechner folgte vier Jahre später der Z4. Dieser wurde nach dem Krieg an die Technische Hochschule Zürich verkauft und galt zeitweise als einziger funktionierender Computer Europas. Doch gegen den aufstrebenden Konzern IBM, der mit der Computertechnik Milliardengewinne machte, kam Zuses Erfindung nicht an.
Zuses Meisterstück: Eine Röhre des Großrechners Z 22. Der nach seinem Erfinder Konrad Zuse benannte Computer steht im Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM).
Die "Familie" des MP3-Formats: Die Pop-Sängerin Suzanne Vega mit dem "Vater" des MP3-Formats, Karlheinz Brandenburg (r.) und seinem Kollegen Jürgen Herre. Brandenburg entwickelte Anfang der neunziger Jahre mit seinem Team am Fraunhofer Institut in Erlangen das MP3-Format und speicherten als erstes Lied "Tom's Diner" der New Yorker Künstlerin in dem neuen Format ab. Das Potential der Erfindung wurde von deutschen Unternehmen allerdings nicht erkannt: heute machen Firmen aus Fernost und Nordamerika damit ein Riesengeschäfte damit.
Jobs und der erste iPod: Steve Jobs im Oktober 2001 bei der Vorstellung des ersten iPods. Seine Firma Apple macht mittlerweile Milliardengewinne mit dem Walkman-Nachfolger - dank Technologie aus dem deutschen Fraunhofer-Institut.