Expressgut Lademeister in Indien
Express-Lieferung: Der Tata aus Tamil Nadu hat ein Boot mitsamt Kapitän und Fracht Huckepack geladen. Das funktioniert im Prinzip wie eine Palette. Alles ist schnell hochgezogen, vertäut und ebenso fix am Zielort heruntergelassen. Gefahren wird übrigens nicht schneller als 40 bis 50 Stundenkilometer.
Hörner und Hupen: "Bitte hupen" steht zwischen den aufgemalten Blumengirlanden, dann lässt der langsame Vieh-Transporter die anderen Autos vorbei. Zebu-Ochsen und Büffel, deren Hörner bunt verziert wurden, fahren zum Markt - im südlichsten indischen Bundesstaat Tamil Nadu.
Speed mit drei E: Ein vollbepackter Bus überholt sieben Schulmädchen. Eine Szene aus dem zweitärmsten indischen Bundesstaat Jharkand. In der Tür steht meistens der Kassierer. Oben auf dem Dach gibt es nichts zum Festhalten, da hat es der Mann auf der Leiter an der Seite noch relativ gut getroffen.
Zwei ziehen, zwei schieben: Über die LKW-Achse hat ein Zimmermann eine Pritsche gebaut. Vorne gehen die Stärkeren. Sie müssen die schwere Last ordentlich nieder drücken. Transportiert werden auf diese Weise Stoffballen, Wolle oder Wäsche. Näher, die in Kalkutta vor Postämtern sitzen, haben die Waren sauber in Säcke eingenäht. Links neben der Bambusleiter sieht man die Säule eines Hindutempels.
Schwarze Grazien: Drei sind als Last für eine Fahrrad-Rikscha viel, dazu kommt noch das Kind. Weil es leicht bergauf geht - das wird auf der Aufnahme aus Benares nicht so deutlich - muss der Fahrer schieben. Die meisten Rikscha-Fahrer müssen sich ihre Fahrzeuge leihen - ihnen fehlt das Geld für den Kauf.
Die weiße Hand: Busfahrt an einem kühlen Februarmorgen zur Wahlveranstaltung nach Shillong im indischen Meghalaya. Die Hand auf der Fahne weist die Passagiere im selbst angefertigten Dachgepäckaufbau als Anhänger der Kongreßpartei von Sonia Ghandi aus. Die riskanten Fahrten auf dem Dach...
...wie auch bei diesem Jeep-Nachbau aus Bihar sind Männern vorbehalten, während die Frauen drinnen sitzen. So sind...
...Bilder wie dieses aus Meghalalya, das Feldarbeiterinnen auf dem Weg zum Einsatzort zeigt, eher die Ausnahme. Wer wenig Geld hat...
...und sich kein eigenes Fahrzeug leisten kann, der fährt seine Waren mit dem Bus zum Markt der nächstgelegenen größeren Stadt. Wie sicher man steht, ist weniger wichtig, Hauptsache, man kommt überhaupt an sein Ziel - und natürlich zurück.
Platz ist auf dem kleinsten Dach: Allein 14 Passagiere sitzen, stehen oder hängen an diesem Jeep-Nachbau. Innen drängeln sich vermutlich auch noch mal an die sechs Personen. Immerhin hat man dem Fahrer ein kleines Sichtfensterchen gelassen. Eng ist es...
...auch in diesem vollgestopften Bajaj Tempo Hanseat, der nach Art eines Sammeltaxis seine Fahrgäste auf kleinem Raum rasch und preiswert durch den dichtgedrängten Verkehr ans Ziel bringt. Auch ohne Motor...
...kann man mehrere Fahrgäste auf einmal transportieren. Diese sechs lassen sich mit Muskelkraft vom Bahnhof nach Hause kutschieren.
Dinosaurier: Auch alte Lastwagen müssen hin und wieder tanken. Da mag das Vehikel bei der India Oil Tankstelle noch so robust wirken, spätestens beim genaueren Blick auf die Reifen packt einen das kalte Grausen. Das Ende vom Lied...
...sieht dann vielleicht so aus: ein Lkw in stabiler Seitenlage. Auf den Fernstraßen des indischen Subkontinents ist das leider kein ungewöhnlicher Anblick.
Nieten sind "in": Defekte Reifen werden oft grob geflickt. Hier überdeckt eine verschraubte Gummiplatte ein Loch in der Flanke. Das funktioniert natürlich nur, wenn ein Schlauch im innern die Luft zusammenhält. Aus indischer Sicht lohnt sich die Reparatur: Der abgebildete Reifen hat ja noch Profil.