Facebook: Digital-soziales Tagebuch - DER SPIEGEL
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Facebook Digital-soziales Tagebuch

Mark Zuckerberg will alles: jedes Kochrezept, jeden angesehenen Film, jeden gehörten Song. Geburten, Hochzeiten, Zeugnisse. Facebook soll zum zentralen Lebensarchiv all seiner Nutzer werden und zum Angelpunkt allen Medienkonsums. Zuckerbergs Pläne sind atemberaubend - und für manche Branche durchaus furchteinflößend.
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Kind beim Tagebuchschreiben: Facebook will die uralte Tradition der Dokumentation des eigenen Lebens in digitale Form gießen - und in die Öffentlichkeit holen.

Foto: LUCY NICHOLSON/ REUTERS
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Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bei der Entwicklerkonferenz F8: Der Chef des größten sozialen Netzwerks der Welt stellte in San Francisco umfassende und fundamentale Neuerungen vor.

Foto: JUSTIN SULLIVAN/ AFP
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Zuckerberg (links) und der Komiker Andy Samberg ("Saturday Night Live"): Samberg trat zunächst als Zuckerberg-Parodist auf und riss einige durchaus gemeine Witze auf Kosten des Jungmilliardärs. Dazwischen schob er noch eine kurze Parodie der Parodie ein - in Anwesenheit Zuckerbergs verwandelte Samberg sich in Jesse Eisenberg, jenen Schauspieler, der Zuckerberg in Aaron Sorkins Facebook-Film "The Social Network" verkörpert - auf eine Weise, die dem echten Zuckerberg kaum behagt haben dürfte.

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Neue Facebook-Zentrale "Timeline": Wichtige Fotos, Apps, Videos, Lebensereignisse sollen in einem chronologischen, von einem Algorithmus kuratierten Archiv das ganze Leben des Facebook-Nutzers nachzeichnen. Der kann bei Bedarf auch selbst eingreifen und Dinge für wichtig oder unwichtig erklären - oder eine Privatsphäreneinstellung so verändern, dass der eigene Chef nicht die Bilder vom Gelage beim Betriebsausflug zu sehen bekommt.

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Zuckerberg vor eigenem Babyfoto: Auch zurückliegende Dokumente können nachträglich noch in die Timeline eingepasst werden.

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Facebook-Parodie aus dem Netz: Bei diesem online verfügbaren "Super Mario"-Spiel taucht ein Facebook-Pop-up auf, sobald der Spieler den ersten Pilz findet, der ein Extraleben gewährt. "Als ich das zum ersten Mal gesehen habe, habe ich geweint", scherzte Zuckerberg. Denn der Gag verweist auf ein - für Facebook - durchaus grundlegendes Problem. Viele Nutzer fühlen sich von den ständigen Aufforderungen, noch mehr mitzuteilen, mittlerweile belästigt. Mehr Freiheit für die Apps soll Abhilfe schaffen - sie sollen künftig mehr über die Aktivitäten des Nutzers selbständig und ohne dessen Zutun verraten dürfen.

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Social Graph: Zwischen den Mitgliedern des Netzwerks soll mit den Neuerungen noch mehr Austausch und eben auch mehr automatisierter Austausch ermöglicht werden. Gleichzeitig sorgen sie, wenn sie angenommen werden, dafür, dass noch viel mehr Informationen über das Privatleben der Nutzer bei Facebook gespeichert werden.

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