Veröffentlichung des US-Senats So sahen die russischen Facebook-Anzeigen aus
Es geht um den Verdacht der russischen Einflussnahme auf die US-Wahlen: Im Rahmen der Anhörungen vor dem US-Kongress hat der Geheimdienstausschuss des Senats im November 2017 Beispiele veröffentlicht, wie diese konkret ausgesehen haben soll. Es geht um Anzeigen in sozialen Netzwerken wie Facebook.
Verhüllungen aus religiösen Gründen würden die Sicherheit in Amerika gefährden, behauptet diese Facebook-Anzeige und fordert ein Verschleierungsverbot für das Land. Der Betrachter wird direkt angesprochen: "Wollen Sie, dass das in Amerika verboten wird?"
Dieser vom US-Geheimdienstausschuss veröffentlichte Screenshot einer Anzeige zeigt die Forderung, dass die Scharia in jedem Staat der USA verboten wird. Viele der Anzeigen engagieren sich scheinbar für die in den Beiträgen beworbenen Gruppen und stehen ihnen positiv gegenüber. Jedoch dienen die bezahlten Beiträge wohl vor allem dazu, das Feindbild der Gegenseite zu festigen. Viele Trump-Wähler in den USA etwa sind antimuslimisch eingestellt und fürchten sich vor einer "Überfremdung".
"Das Gesetz der Scharia sollte nicht einmal zur Debatte stehen", heißt es in dieser Anzeige. In vielen Anzeigen wird nicht direkt Bezug genommen auf die US-Wahlen von 2016 oder die Kandidaten Hillary Clinton und Donald Trump.
Die Anzeigen sind aber darauf ausgerichtet, die Spaltung bei umstrittenen Themen wie Einwanderung oder Waffenbesitz zu vertiefen. Die Nutzer sollen diese Facebook-Anzeige liken oder teilen, wenn sie wollen, dass die Burka in Amerika verboten wird. Auch hier wird die Verhüllung als ein Sicherheitsrisiko für das Land bezeichnet.
Werbung für eine Veranstaltung mit dem Namen "Nieder mit Hillary": Der Präsidentschaftskandidatin wird vorgeworfen, dass sie Teil der vermeintlichen Propaganda von Barack Obama sei, die sich gegen die Polizei und die Verfassung der USA richtet. Facebook hat das Anzeigenmaterial im Rahmen einer Anhörung vor dem US-Senat an die amerikanischen Politiker übergeben. Diese machten nun einige Beispiele öffentlich.
Auch diese Anzeige hat Facebook als Teil einer von Russland finanzierten Kampagne vor der US-Präsidentschaftswahl identifiziert: Sie wirbt für eine Gruppe auf Facebook, die den Namen "Black Matters" trägt - eine Anspielung auf die aktuelle "Black Lives Matter"-Bewegung in den USA, die sich gegen Gewalt gegen Schwarze ausspricht.
Hier wird an die revolutionäre Bewegung der Black Panther erinnert, die in den Sechziger- und Siebzigerjahren für die Rechte von Afroamerikanern in den USA aktiv war.
Diese Anzeige soll Unterstützer des Rechts auf Waffenbesitz ansprechen. Es wird für eine Gemeinschaft geworben, die hinter dem zweiten Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung, dem Second Amendment, steht. Diese versichert den Bürgern das Recht auf den Besitz und das Tragen von Schusswaffen.
Die Morde an Polizisten in Boston bringt diese Werbung in direkten Zusammenhang mit den Mitgliedern der "Black Lives Matter"-Bewegung. Sie hat offensichtlich das Ziel, Spannungen zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zu erhöhen.
Um die Grenzen Amerikas geht es in dieser Anzeige. Auf dem Foto ist ein Schild mit der Aufschrift "Keine Eindringlinge erlaubt" zu sehen. Auch sie ist Teil der Veröffentlichung des US-Kongresses.
Die Beispiel-Anzeigen geben einen interessanten und konkreten Einblick, wie die angebliche versuchte Einflussnahme Russlands auf die öffentliche Meinung in den USA ausgesehen haben soll.
Werbung für die Gruppe der "vereinten Muslime in Amerika", die als "gesponsert" dargestellte Facebook-Anzeige bewarb eine angebliche Facebook-Gruppe von Muslimen. Gewählt wurde eine Schriftart, die an arabische Schriftzeichen erinnert.
Mit den Worten: "Unterstützt Hillary! Rettet die amerikanischen Muslime" wird für eine angebliche Veranstaltung der "vereinten Muslime in Amerika" geworben.
Der Nutzer "Donald Trump America" bewirbt eine Petition, die fordert, dass Hillary Clinton vom Wahlzettel verschwinden soll. Die Unterstützung der politischen Dynastie der Clintons muss beendet werden, heißt es in der Überschrift. Der Ausschuss veröffentlichte zudem Anzeigen, die auf Twitter und Instagram geschaltet wurden.
Der US-Senatsausschuss veröffentlichte nicht nur Beispiele für verdächtige Facebook-Anzeigen, sondern stellte auch fragwürdiges Material von anderen Plattformen online, zum Beispiel Twitter. Diese Anzeige auf der Kurznachrichtenplattform etwa bewirbt einen Artikel vom russischen Staatsmedium RT, ehemals Russia Today. Twitter hatte die Medienorganisationen RT und Sputnik vor Kurzem als Werbekunden von der Plattform verbannt.