Fahrbericht F 12 Berlinetta Von null auf hundert mit einem irren Grinsen
Rakete auf Reifen: Die Beschleunigung des F 12 Berlinetta ist extrem - in nur 3,1 Sekunden geht es von null auf hundert. Danach kribbelt es in den Wangen und es dauert eine Weile, bis das Grinsen verschwindet.
Guter Abschluss: Über einen Diffusor zwischen den Auspuffrohren wird zusätzlicher Abtrieb erzeugt. In der Mitte sitzt eine zusätzliche Bremsleuchte, wie man sie auch aus den Formel-1-Boliden kennt.
Schöne Aussichten: Die meisten Motoren fristen ihr Dasein heute unter schnöden Plastikabdeckungen. Ferrari inszeniert die Ansaugbrücke des F 12 hingegen wie ein Kunstwerk.
Luftbrücke auf Italienisch: Über die beiden Öffnungen an den Rändern der Motorhaube wird die Luft so geführt, dass zusätzlicher Abtrieb entsteht - und der F 12 gänzlich ohne ins Auge stechende Flügel auskommt.
Nett eingerichtet: Es dauert eine Weile, bis sich das Interieurkonzept erschließt, denn auf den ersten Blick wirken die Bedienknöpfe etwas willkürlich verteilt. Doch dann versteht man, dass alles, was zum Vorwärtsfahren gebraucht wird, auf dem Lenkrad untergebracht wurde. Die Bedieneinheit für den rechten Bildschirm befindet sich rechts neben dem Cockpit, die für den linken links neben dem Cockpit. Das Charmante daran: Es gibt keinen Bildschirm in der Mitte des Armaturenbretts, der den Blick länger von der Straße ablenken könnte.
Heckansichten: Wären da nicht die üppig dimensionierten Endrohre, könnte man fast von einem dezenten Hintern sprechen.
Gepäckabteil: Bierkisten sowie ein üppiger Wochenendeinkauf finden im Ferrari problemlos Platz, genau wie das Gepäck für einen Kurzurlaub.
Ein Fall für zwei: Der F 12 ist ein klassischer Zweisitzer. Und obwohl der nicht gerade kleine Motor vorne untergebracht wurde, haben es die Ingenieure dank Transaxle-Konfiguration geschafft, 54 Prozent des Gewichts auf die Hinterachse zu verlagern.
Keine Frage des Verbrauchs: Ferrari gibt den Durchschnittskonsum des Zwölfzylinders mit 15 Litern pro hundert gefahrener Kilometer an. Wie und unter welchen Umständen dieser Wert erfahren werden soll, bleibt ein Rätsel - das vermutlich auch niemand lösen will.
Stopp: Den familienpizzagroßen Carbon-Keramik-Bremsen wird durch automatisch öffnende Klappen im Bedarfsfall zusätzliche Kühlluft zugefächelt.
Mach dich nicht nass: Wenn es geregnet hat, sollte man den Kofferraumdeckel lieber nicht öffnen - oder kleine Pastikschüsselchen und Tücher bereithalten. Denn das Regenwasser läuft leider nur zum Teil in die dafür vorgesehene Rinne. Der Rest landet auf der Gepäckablage.
Ansichtssache: Über das Design italienischer Sportwagen lässt sich trefflich streiten. Der F 12 Berlinetta gibt sich für einen Supersportler eher zurückhaltend - auch wenn von Understatement natürlich keine Rede sein kann.