Fahrbericht Mercedes Citaro G Die große Mitfahrgelegenheit
Mit 18 Meter Länge zählt der Gelenkbus Citaro G zu den Riesen im Straßenverkehr.
An den großen Überhang vor der Vorderachse von 2,70 Meter muss man sich erst einmal gewöhnen. In Kurven muss der Fahrer erst spät einlenken, um den ganzen Bus in einem Rutsch rumzukriegen.
Geradeaus fährt sich der Citaro noch ganz locker. Einfach Gas geben, den Rest erledigt das Automatikgetriebe.
Der Unterschied zum Auto und Lkw wird in der ersten Kurve klar: Einlenken will gelernt sein. Mit einem Wendekreis von 23 Metern braucht der Fahrer viel Platz.
Der Arbeitsplatz ist deutlich bequemer als in einem Auto: Der Fahrer sitzt schön hoch, hat sehr viel Luft zu allen Seiten und greift in ein großes Lenkrad.
Bis zu 144 Passagiere passen in den Bus, davon können je nach Konfiguration 59 sitzen.
Damit der Fahrer bei der Arbeit nicht abgelenkt wird, ist das Cockpit übersichtlich angeordnet. Eigentlich wie in einem Auto, nur mit mehr Ablagen und den Knöpfen fürs Getriebe auf dem Armaturenbrett.
Der Reihensechszylinder mit zwölf Liter Hubraum benötigt nur wenig Drehzahl. Bei 1500 Umdrehungen pro Minute fühlt sich der Diesel wohl.
Für den Fahrer liegen die drei Tasten fürs Getriebe und darunter die Knöpfe für die Bedienung der vier Türen griffbereit.
Am Ende einer Dienstfahrt ist das der Hebel zum Feierabend: Die Bremse rastet dann unter pneumatischem Zischen ein und blockiert die Räder.
Kein Bauteil ist am Gelenkbus wichtiger: Die beiden großen Außenspiegel haben Busfahrer permanent im Blick. 2,55 Meter misst der Bus in der Breite ohne Außenspiegel.
Ein Drittel aller weltweit gebauten Citaro-Stadtbusse fahren als extralange Gelenkbusse. Gebaut werden sie von der Mercedes-Tochter Evobus in Mannheim. In Deutschland sind aber nur rund 7200 Gelenkomnibusse unterwegs.
Damit der Bus in der Spur bleibt, halten zwei Hydraulikzylinder das Fahrzeug, sie gleichen Nickbewegungen bis zu zehn Grad und Knickbewegungen bis 54 Grad aus.