Fairtrade-Schmuck Luxus, aber fair
Jan Spille stellt seit 2005 Schmuck aus fair gehandelten Steinen und Edelmetallen her. Seine Designs sind grafisch schlicht, reduziert auf klare Formen, sehr hochwertig.
Material, Farbe, Form, Oberfläche und Gravur können die Kunden selbst auswählen. Bevor Spille sich an die Arbeit macht, müssen sein Kunden sich für ein Rohstoff-Konzept entscheiden.
Im Oktober 2017 besuchte der Hamburger Goldschmied Jan Spille konventionelle Goldminen und Fairtrade-Kooperativen in Kenia und Uganda.
Im Angebot sind: ökologisches Fairtrade-Gold, das nachhaltigste Gold auf dem Markt; oder, mit ein paar Abstrichen beim Umweltschutz, Fairtrade-Gold und -Silber aus Golderzen. Regionales Fluss-Gold aus Rhein oder Eder - ein Abfallprodukt der Kiesproduktion - bietet Spille auch an. Außerdem upcycelt der Goldschmied alte Schmuckstücke, Münzen oder Barren seiner Kunden.
Beim bayerischen Schmuck-Label Hiitu bestehen die unverspielten, aber femininen Schmuckstücke aus (Recycling-)Messing. Einziger Wermutstropfen beim neuen Messing: Das dafür benötigte Kupfer wird wie Gold als Kupfererz aus dem Berg gesprengt - mit ähnlich desaströsen Folgen.
Apart, simpel, reduziert auf das Wesentliche sind die offenen Ringe und Halsreifen. Gekrönt von zwei bunten Faitrade-Perlen an jedem Ende.
Produziert wird in Nairobi, die kenianischen Messingschmiede erhalten überdurchschnittliche Löhne, in ihrer Werkstatt sind sie fest angestellt - eine Seltenheit in Kenia.
Julia und Steffi Gerner verzichten fast komplett auf Gold. Für ihr Heidelberger Schmucklabel Fremdformat nutzen sie Industrieabfälle aus der Region.
"Wir schmelzen unsere Metalle nicht ein, sondern verbiegen, sägen oder hämmern sie in Form. Auch deswegen sind unsere Designs nicht so minimalistisch", sagt Julia Gerner. Dafür ist jedes Stück ein Unikat. Vergoldet oder versilbert ist nur eine kleine Fremdformat-Kollektion, aber nur mit recyceltem Edelmetall.
Aus Stanzabschnitten kreieren die Fremdformat-Macherinnen modern-robusten Edelstahl-Schmuck.
Das niederländische Label A beautiful Story hat mit "lucky bracelets" angefangen: Armbändern, in Scherben gefasst, weil die ja bekanntlich Glück bringen.
Ein Dutzend Silberschmiede aus Nepal stellt die meisten Schmuckstücke in Handarbeit her.
Die Mitarbeiter bekommen den "Lohn zum Leben" - statt des Mindestlohns.
"Wir wissen, dass die Arbeitsbedingungen den Fairtrade-Vorgaben entsprechen", sagt Jacqueline van Dooren von A beautiful Story. Bei den Rohstoffen verliert sich die Spur dagegen im Ungewissen: Die Edelmetalle und die Edelsteine kaufen die Produktionsstätten vor Ort selbst - Ursprung relativ unklar.