Fall Timoschenko Scharfe Kritik an der Ukraine
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Ukraine wegen der Inhaftierung von Ex-Regierungschefin Julija Timoschenko verurteilt: Die Untersuchungshaft der Oppositionspolitikerin im Jahr 2011 sei "willkürlich und rechtswidrig" gewesen.
Timoschenko hatte wegen der Haftbedingungen geklagt und weil sie der Ukraine vorwirft, das Strafverfahren gegen sie sei politisch motiviert gewesen. Sie verbüßt seit 2011 eine siebenjährige Hartstrafe wegen Amtsmissbrauchs und ist gesundheitlich schwer angeschlagen. Hier zeigt sie im März 2012 ein Hämatom am Bauch.
Ärzte der Berliner Charité hatten die inhaftierte Timoschenko wiederholt untersucht und behandelt. Die Politikerin plagt ein schweres Rückenleiden.
Die Anhänger Timoschenkos sind überzeugt, dass der amtierende Präsident Wiktor Janukowitsch eine Kampagne gegen sie vorantreibt.
Die Regierung von Janukowitsch (im Bild) will den Urteilsspruch des Gerichtshofes im Fall Julia Timoschenko prüfen. "Wir müssen die Entscheidung zugestellt bekommen. Wir werden sie analysieren", sagte ein Vertreter der Ukraine in Straßburg.