"Fallout 76" im Test: Spieler berichten - DER SPIEGEL
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Online-Rollenspiel Spieler berichten über "Fallout 76"

"Fallout 76" möchte den Spieler online ums Überleben kämpfen lassen. Ob das funktioniert, hat unser Autor ausprobiert - und sich dabei Hilfe von anderen Spielern geholt.
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Eine Spielerin namens Sabrina erzählt mir von ihren Begegnungen mit anderen "Fallout 76"-Spielern. "Es kommt bisher selten vor, dass andere Spieler direkt auf einen schießen", sagt sie. "Stattdessen passiert aber auch nichts anderes Spannendes. Die meisten winken und ziehen dann ihres Weges."

Foto: Bethesda
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Jemand namens Thomas berichtet mir, er habe das V.A.T.S.-Zielsystems aus den vorherigen "Fallout"-Teilen gemocht: "Das hatte so einen taktischen Einschlag. Das Spiel pausiert, man visiert bestimmte Regionen eines Gegners an, die mit Prozentzahlen anzeigen, wie hoch die Treff-Wahrscheinlichkeit ist. In einem Online-Spiel kann aber nicht pausiert werden." Thomas sieht V.A.T.S. daher jetzt nur noch als "schlechtes Auto-Aim". "In einem Match mit einem anderen Spieler hat der plötzlich total laut angefangen über dieses System zu fluchen", erzählt er. "Das fand ich lustig und konnte es nur allzu gut nachvollziehen."

Foto: Bethesda
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Ein Spieler namens Alexander berichtet von einem Trip in eine Kleinstadt. "Ich hatte dort einen zufälligen Begleiter dabei, mit dem ich parallel Quests erledigt habe, ohne, dass wir wirklich kommuniziert hätten", erzählt Alexander. "Dann wurde plötzlich ein Event gestartet und ein Level-30-Monster hat die Stadt angegriffen, das haben wir dann zu zweit bekämpft. Spannend daran war, dass es auf mich so wirkte, also ob auch die anderen Monster, die noch in der Stadt unterwegs waren, gegen dieses Monster gekämpft haben und sich so scheinbar das gesamte Areal, also Spieler und Gegner, gegen dieses Monster verbündet hatte."

Foto: Bethesda
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Ein Spieler, der wie ich Matthias heißt, erzählt mir, er habe einmal mit ein paar anderen Spielern eine Quest gespielt, bei der es darum ging es, ein Kraftwerk zu verteidigen. "Ich denke mal es war ein Bug", sagt Matthias, "aber es sind drei Behemoth mit Maximallevel unter einer Brücke aufgetaucht - und die steckten dann in dieser Brücke fest. Wir mussten sie eine halbe Stunde mit Nahkampf-Waffen bearbeiten und haben währenddessen versucht, uns im Sprach-Chat mit Händen und Füßen zu verständigen." Das sei nicht leicht gewesen, "weil niemand die Sprache des anderen sprach".

Foto: Bethesda
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Es nicht das einzige seltsame Erlebnis, das Matthias hatte: "Einmal ist mir ein komplett in Powerrüstung steckender Spieler entgegengekommen, der ohne einen Ton zu treffen 'Country Roads' durch den Sprachchat schmetterte", sagt er: "Ein andermal stand ein Spieler in Bademantel im Startgebiet und hat Drogen und Alkohol an die gerade gestarteten Spieler verteilt."

Foto: Bethesda
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Eine Spielerin namens Sophia hat ihren eigenen Weg gefunden, die Story nicht aus den Augen zu verlieren. "Wenn ich der Geschichte folgen will, also mir zum Beispiel die Holotapes anhöre, die man finden kann, dann mache ich das immer, wenn ich nicht in einer Gruppe bin", sagt sie. "Denn sonst passiert es, dass die Mitglieder die ganze Zeit dazwischen reden und ich überhaupt nichts verstehe."

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Ein anderer Spieler namens Onur sagt mir, er verbringe viel Zeit damit, die Gegend zu erkunden. "Ich entdecke immer wieder alte Gebäude oder Strukturen aus der Zeit vor der Apokalypse", erzählt er. "Aber leider fühlen die sich teilweise wie Pappaufsteller an, weil man mit ihnen einfach nicht viel machen kann. Man denkt dann kurz 'Wow, tolles Teil' und geht weiter. Ich hoffe, dass Bethesda noch viel mehr Geschichte in dieses Spiel packen wird."

Foto: Bethesda
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Mich selbst, den Autoren, hat mitunter das Wanted-System von "Fallout 76" verwirrt. Wenn man auf andere Spieler schießt, wird man zum Gesuchten - also zum Abschuss freigegeben. Leider wurde ich zum Gesuchten, ohne, dass ich es merkte. In einem Schusswechsel mit Computergegnern habe ich anscheinend einen anderen Spieler getroffen. Fortan lief ich mit der Wanted-Markierung durch die Welt und wartete nur darauf, von einem Spieler getötet zu werden. Denn nur so wird man dieses Status wieder los.

Foto: Bethesda
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Immer wieder passierte es auch, dass mir Texturen ins Auge stachen, die einfach noch nicht geladen wurden. Wenn sie dann aufploppen, sieht ein Gebäude schon mal so aus.

Foto: Bethesda
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In einer virtuellen Welt, die auf Immersion setzt, also auf möglichst tiefes Eintauchen in die Atmosphäre und Systeme, sind solche technischen Fehler ziemlich störend. Sie reißen einen aus der Welt heraus.

Foto: Bethesda
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?