Falsche Filmzitate Sprachlos in Seattle
Vatertest: "Luke, I am your father" ...soll Darth Vader am Ende von "Das Imperium schlägt zurück" sagen, nachdem er Luke Skywalker die Hand abgeschlagen und den Jedi in Ausbildung auf eine Antennenkonstruktion über einem gähnenden Abgrund getrieben hat. Nicht ganz. Der richtige Dialog geht so:
Darth Vader: "Obi-Wan never told you what happened to your father."
Luke: "He told me enough! He told me you killed him."
Darth Vader: "No. I am your father."
Auf dem Set wurde übrigens weder das falsche noch das richtige Zitat gesagt. Dort antwortete Darth Vader noch: "Obi-Wan killed your father." Doch George Lucas entschied sich später dafür, das Geheimnis der Vaterschaft bereits an dieser Stelle aufzudecken.
Morgenbrise: "I love the smell of napalm in the morning. Smells like...victory." Ein weit verbreitetes Filmzitat aus "Apocalypse Now" (1979) - aber auch nur die halbe Wahrheit. In Wirklichkeit verbindet der durchgeknallte Lieutenant Colonel Bill Kilgore (Robert Duvall) mit dem Geruch nach Napalm ein geradezu spirituelles Erlebnis:
"You smell that? Do you smell that? Napalm, son. Nothing else in the world smells like that. I love the smell of napalm in the morning. You know, one time we had a hill bombed for twelve hours. When it was all over, I walked up. We didn't find one of 'em, not one stinkin' dink body. The smell, you know, that gasoline smell, the whole hill. Smells like victory."
Wie geht's hier nach oben? "Beam me up, Scotty!" Jeder "Star Trek"-Fan würde wohl schwören, dass William Shatner diesen Satz in seiner Rolle als Captain Kirk in sieben Kinofilmen und 79 TV-Folgen "Raumschiff Enterprise"gefühlte hundert Mal aufsagt. Ist ja auch ein absoluter Klassiker unter den Filmzitaten. Doch die wenigsten wissen, niemand in der ganzen Serie erwähnt den berühmten Spruch auch nur einmal. Erst 1986 kommt Kirk der Wendung in "Star Trek IV - Zurück in die Gegenwart" zumindest nahe. Da sagt er immerhin: "Scotty, beam me up!" Tatsächlich lautete das Kommando zum Hochbeamen: "Energize!"
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Sprachkurs: "Me Tarzan, you Jane" ...ist ein echter Klassiker unter den Filmzitaten, wurde aber so nie von Johnny Weissmüller gesagt. Als Jane (Maureen O'Sullivan) ihm in "Tarzan, der Affenmensch" (1932) mehr schlecht als recht das Sprechen beibringt, bekommt der Lianenschwinger weit weniger zustande. Der richtige Dialog geht so:
Jane: "Jane."
Tarzan: "Jane."
Jane: "And you? You?"
Tarzan: "Tarzan! Tarzan!"
Jane: "Tarzan."
Tarzan: "Jane. Tarzan. Jane. Tarzan."
Der kleine Unterschied: "Mrs. Robinson, are you trying to seduce me?" ...soll Benjamin Braddock (Dustin Hoffman) in "Die Reifeprüfung" gesagt haben. Doch hier liegt die ganze Schönheit des Zitats in einem kleinen Unterschied. Denn tatsächlich beschuldigt Braddock zuerst mit der ganzen Empörung eines moralisch einwandfreien jungen Mannes: "Mrs. Robinson, you're trying to seduce me" ...um dann nach einer peinlichen Pause kleinlaut wie ein dummer Schuljunge zu fragen: "Aren't you?"
Tragische Zugabe: "Play it again, Sam" ...soll Richard Blaine (Humphrey Bogart) in dem Filmklassiker "Casablanca" (1942) zu dem Barpianisten gesagt haben. Doch die echten Drehbuchzeilen, nach denen Sam noch einmal die Ballade "As Time Goes By" spielt und Blaine an seine Liebe Ilsa Lund (Ingrid Bergmann) erinnert, machen den Moment noch viel ergreifender: "You played it for her, you can play it for me. If she can stand it, I can. Play it!" Etwas näher an das Zitat kommt Ingrid Bergmann in einer früheren Szene. Sie sagt: "Play it, Sam." Doch derjenige, der für die Verwirrung um das Zitat verantwortlich ist, taucht gar nicht in dem Drama auf. Woody Allen schrieb 1972 ein Filmdrehbuch in Anlehnung an "Casablanca" und nannte es "Play it again, Sam".
In den Weiten des Alls: "Houston, we've got a problem." ...soll Tom Hanks in "Apollo 13" gesagt haben. Das stimmt nicht ganz. Er sagte: "Houston, we have a problem." Viel interessanter, als dieser oft begangene Zitat-Fauxpas ist, dass der Film sein Vorbild falsch zitiert. Denn tatsächlich meldete der US-Astronaut John Swigert bei der vorzeitig abgebrochenen Mondlandemission "Apollo 13" nach der Explosion eines Sauerstofftanks über Funk: "Houston, we've had a problem."
Geiz ist geil: "Greed is good." ...soll der Milliardär Gordon Gekko (Michael Douglas) in "Wall Street" (1987) sagen. Ein kerniger Spruch, wie gemacht für den skrupellosen Börsenhai. Doch die Drehbuchzeile ist bei weitem nicht so prägnant wie manche Filmfans es gern hätten. Richtig lautet sie: "The point is, ladies and gentlemen, that greed, for lack of a better word, is good. Greed is right. Greed works. Greed clarifies, cuts through and captures the essence of the evolutionary spirit..."
Glücklich?: "Do you feel lucky, punk?" ...soll Clint Eastwood am Anfang von "Dirty Harry" (1971) sagen, nachdem er einen Bankräuber gestellt hat. Mit seiner 44er Magnum steht er über dem verwundeten Gangster und bringt mit wenigen Worten den Charakter Harry Callahan auf den Punkt. Doch mehr als fünf waren es schon. Tatsächlich lautet das Zitat: "Ah, I know what you're thinking, punk. You're thinking, 'Did he fire six shots or only five?' Well, to tell the truth, I've forgotten myself in all this excitement. But being as this is a.44 Magnum, the most powerful handgun in the world, and would blow your head clean off, you've got to ask yourself one question: 'Do I feel lucky?' Well, do ya punk?"
Stimme im Feld: "If you build it, they will come" ...ist nicht das, was die Stimme im Maisfeld in diesem Baseball-Gespensterfilm zu Ray Kinsella (Kevin Costner) sagt. Der Farmer pflügt auf ihr Geheiß hin eines Tages sein Maisfeld um und baut darauf einen Baseballplatz. Zuerst halten ihn alle für verrückt - bis auf einmal die Geister verstorbener Baseball-Legenden dort spielen. Doch Kinsella wartet auf jemand anderen, auf nur einen einzigen Mann. Deshalb sagt das Maisfeld auch: "If you build it, he will come." Wer da am Ende des Films kommt, wollen wir hier natürlich nicht verraten.
Höfliche Begrüßung: "Hello, Clarice" ...soll Dr. Hannibal Lecter (Anthony Hopkins) sagen, als die junge FBI-Agentin Clarice Starling ihn in seinem Gefängnis besucht. Dieser prägnante Ausspruch aus "Das Schweigen der Lämmer" (1991) wird gern und oft von Filmfans zitiert. Doch Lecter hat ihn nie benutzt: Der gefährliche Serienkiller mit dem guten Benehmen bediente sich lieber einer höflicheren Formel. Er sagte: "Good evening, Clarice."
It's magic! "Mirror, mirror on the wall, who is the fairest of them all?" Wer hier glaubt, mit diesen Worten den Walt-Disney-Film "Schneewittchen und die sieben Zwerge" von 1937 zu zitieren, liegt falsch. Im Film zum Märchen haben sich die Drehbuchautoren für eine Variation des Ausspruchs entschieden. Dort heißt es: "Magic mirror on the wall, who is the fairest of them all?"
Rüder Abschied: "Frankly, Scarlett, I don't give a damn" ...soll Rhett Butler am Ende des Südstaatendramas "Vom Winde verweht" (1939) sagen. Doch tatsächlich lauten die letzten Worte des Films ein wenig anders. Auf ihre Frage, was sie denn ohne ihn tun solle, antwortet er kühl: "Frankly, my dear, I don't give a damn."
Nahaufnahme: "I am ready for my close-up, Mr. DeMille." In der dramatischen Schlussszene von Billy Wilders "Sunset Boulevard" (1950) erklärt Gloria Swanson tatsächlich, dass sie nun bereit für ihre Nahaufnahme sei. Doch auch hier liegt der Teufel im Detail. Denn Sie sagt: "All right, Mr. DeMille, I'm ready for my close-up." Dann nähert sie sich der Kamera, das Bild verschwimmt, Schwarzblende und Abspann.
Mit im Boot: "We're gonna need a bigger boat" ...ist nicht das, was Roy Scheider sagt, als er dem riesigen weißen Hai das erste Mal begegnet. Obwohl er mit in dem Fischkutter sitzt stammelt er fassungslos: "You're gonna need a bigger boat."