Faltenkiller Botox - DER SPIEGEL
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Faltengift Wer schön sein will muss... erstarren

Zwei Teelöffel sollten genügen, um die Weltbevölkerung zu vergiften: Trotzdem jagen sich Popgrößen und Hollywoodstars den Faltenkiller Botox beherzt unter die Haut - und verhalfen dem Toxin in kürzester Zeit zu einer unglaublichen Karriere. Seine Entdeckung war dagegen total banal - verdorbene Würstchen machten den Anfang. Von Lydia Leipert
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Botox: Mit zwei Teelöffeln reinen Botox könnte problemlos die halbe Weltbevölkerung ausgelöscht werden. Botox steht für Botulintoxin, ein Nervengift, das seit Anfang der Achtziger medizinisch genutzt wird, um gesundheitliche Probleme wie Lidkrämpfe oder Schielen zu behandeln. Bekannt wurde es aber erst als der Faltenkiller Botox.

Foto: Tim Chapman / AP
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Anastacia: Die US-Sängerin gab im September 2008 dem "Guardian" ein Interview, in dem sie sich offen zu Botox bekannte. "Ich glaube daran, ich denke es ist großartig, es ist cool. Nach meiner ersten Behandlung hätte meine Haut nicht glatter sein können. Es war wie, wow! Ich lasse mich nicht ständig behandeln, aber immer wenn ich anfange, müde auszusehen, lasse ich mir eine Dosis geben. Ich lasse mir immer nur wenig spritzen, damit die Mimikfalten nicht so stark hervortreten. Aber wenn die Falten zu stark werden, lasse ich sie auffüllen. Es kann Wunder wirken."

Foto: ddp
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Eine Spritze zum Nachtisch: Botox ersetzt mittlerweile für viele die Schönheits-OP, die Anwendung ist zu einem der häufigsten Eingriffe geworden. Der Vorteil ist, es wirkt sofort und kann ambulant durchgeführt werden. Mittlerweile gibt es neben den Behandlungen beim Arzt auch Botox-Partys nach Tupperware-Muster. Frauen treffen sich zu Kaffee, Sekt und Botox-Injektionen, für die Ärzte einen Hausbesuch machen. Diese New Yorkerin lässt sich das Nervengift noch schnell nach dem Mittagessen in die Stirn spritzen.

Foto: REUTERS
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Dr. Fredric Brandt: Der amerikanische Hautarzt betreibt Praxen in New York und Miami und behandelt dort vor allem Prominente. Brandt sei der größte Botox-Vebraucher weltweit, schrieb die Münchner "Abendzeitung" über ihn. Im Interview am 2. Juni 2007 sagte Brandt auf die Frage, ob er angesichts seines eigenen asketischen Lebensstils noch Botox brauche: "Ja, ich benutze meine Cremes zwei Mal am Tag, spritze mir so alle vier Monate Botox. Ich probiere gern alles Mögliche an mir aus. Schließlich will ich alles wissen, um es an meine Kunden weitergeben zu können."

Hier posiert Brandt mit einer Keith-Haring-Skulptur aus seiner Sammlung in seinem Haus in Miami im Mai 2008.

Foto: AP
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Botox-Spritzen: Auf die Idee, das hochgiftige Botulintoxin für Schönheitsbehandlungen einzusetzen, kam 1987 das kanadische Ehepaar Carruthers. Sie, eine Augenärztin, berichtete ihrem Mann, einem Hautarzt, von einer Patientin. Diese hatte das Gift ursprünglich gegen einen Muskelkrampf am Auge injiziert bekommen, wollte sich aber seitdem immer wieder damit behandeln lassen, da dadurch auch die Falten am Auge verschwunden waren. Die Idee der Botox-Behandlung war geboren.

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Cindy Crawford: Das amerikanische Supermodel gestand: "Um die Straffheit meiner Haut zurückzubekommen, kann ich mich nur auf Vitaminspritzen, Botox und Collagen verlassen." So der "Berliner Kurier" am 25. August 2008.

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Faltenfrei dank Gift: Mit einem Pieks lässt sich heutzutage jede Falte glätten. Mit dem Nervengift Botox werden gezielt die Muskeln lahmgelegt, durch die Falten im Gesicht entstehen. Die Haut wird so geglättet. Dass die Langzeitwirkungen dieser Behandlung, die erst seit Ende der Achtziger praktiziert wird, bisher noch unbekannt sind, stört die Schönheits-Junkies offenbar nicht.

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Cliff Richard: Im November 2001 veröffentlichte die "Bunte" ein Interview mit dem Sänger. Auf die Frage, ob er geliftet sei, antwortete er: "Nein, aber ich hatte schon Botox-Injektionen. sie helfen nicht wirklich - nicht gegen das Altern. Ich habe diese Falten auf der Stirn. Sehen Sie? Nach der Spritze waren sie weg, aber meine Augenbrauen hingen plötzlich durch. Das mochte ich nicht."

Hier singt Richard bei einem Konzert im März 2007 im südafrikanischen Johannesburg.

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"Botox to go": Ein Schönheitszentrum in Berlin wirbt für seine schnellen Botox-Behandlungen gegen Falten zwischendurch. Eine solche ärztliche Gesichtsbehandlung, die die Falten eines Patienten für drei bis sieben Monate lahm legt, kostet 200 bis 500 Euro. Danach heißt es entweder wieder mit Furchen leben oder zurück auf den Behandlungsstuhl.

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Heike Maurer: In der "Bunten" vom 21. Februar 2002 sagte die ZDF-Ansagerin: "Ich würde mir auf jeden Fall Botox spritzen lassen. Die Resultate, die ich bei Freundinnen gesehen habe, finde ich großartig. Allerdings braucht man einen erfahrenen Arzt. Vor dem Pieks hätte ich keine Angst."

Hier posiert Maurer im April 2004 bei der Eurovisionsgala zur Osterweiterung der Europäischen Union in Berlin.

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Christiane Hörbiger: Die aus Österreich stammende Schauspielerin wurde im April 2003 von der "Frau im Spiegel" interviewt. Auf die Bemerkung "Ganz offen stehen Sie dazu, dass Sie mit Botox die Zornesfalte zwischen den Augen unterspritzen ließen." antwortete sie: "Das stimmt. Ich würde es aber nicht wieder tun. Nicht weil ich schlechte Erfahrungen gemacht habe. Aber der eine Versuch genügt. Mein Sohn erzählte mir, wie sich die Mimik bei ganz jungen Schauspielerinnen in Los Angeles, die sich mit Botox behandeln ließen, verändert hat. Das zu hören hat mir gereicht."

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Linda de Mol: In einem Interview mit der Zeitschrift "Bunte" wurde die Moderatorin im Oktober 2006 gefragt, ob sie sich die Falten um Augen und Nase mit Botox habe wegspritzen lassen. Sie antwortete: "Ja, aber ganz wenig. Denn ansonsten verliert man seine Mimik, das ist für eine Schauspielerin nicht so praktisch."

Hier ist de Mol bei einem Fototermin zur Vorstellung der ZDF-Produktion "Liebe auf Umwegen" in Rommerskirchen im Juni 2007 zu sehen.

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Lisa Fitz: Die Kabarettistin hatte sich zuerst noch gegen die Behauptung von Caroline Beil "Die Lisa hat einiges machen lassen." gewehrt. Inzwischen gibt sie allerdings ganz offen zu: "Ich lasse mir zweimal im Jahr in die Stirnfalten Botox spritzen," sagte sie "Frau im Spiegel" im September 2004.

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Elisabeth von Sachsen-Weimar-Eisenach: Die Geschäftsführerin von Chopard (l.) äußerte im Februar 2002 in der "Bunten": "Im vergangenen Sommer ließ ich mir das erste Mal Botox wegen einer Stirnfalte spritzen. Ich war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Botox ist eine gute Lösung für kleine Problemzonen."

Hier ist Elisabeth von Sachsen-Weimar-Eisenach während eines Festaktes im August 2003 im Residenzschloss in Weimar mit Prinzessin Leonie von Sachsen-Weimar-Eisenach, Prinzessin Dagmar von Sachsen-Eisenach und Michael Prinz von Sachsen-Weimar (v.l.n.r.) zu sehen.

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Ehepaar Kerry: Die Frau des demokratischen Präsidentschaftskandidaten, Teresa Heinz Kerry, sagte mitten im Wahlkampf 2003 über Botox: "Ja, ich benutze es. Na und?"

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Udo Walz: Der Promifriseur gab in einem Interview mit der "Bunten" im Oktober 2006 zu, er habe Botox "aus purer Neugier einfach mal ausprobieren" wollen, werde es aber nicht wieder machen. Seine Begründung: "Als die Wirkung nachließ, habe ich mir sechs Monate nach der ersten Botox-Spritze noch eine geben lassen. Das ist leider schief gelaufen, meine linke Augenbraue blieb fast drei Monate unnatürlich hochgezogen wie beim legendären Mister Spock vom 'Raumschiff Enterprise'."

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Nancy Sinatra: Die Sängerin und Tochter des berühmten Entertainers Frank Sinatra, hier bei einem Konzert 2004 in der Schweiz, nannte Botox einmal ihren "besten Freund im Kampf gegen das Altern."

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