Fantasy-Messen Vom Hobbit zum Beruf
Hauptsache anders: Das Zombie-Duo Silke, 33 (links), und Nadine, 35, hat bislang nur eine RingCon verpasst. In den Vorjahren haben sich beide unter anderem als Teufel und als Vampire verkleidet. Die Messe ist ein Treffpunkt für Fans der verschiedensten Fantasy-Welten - und ein professionelles Spektakel. Mehr...
Bühnenshow vor Hunderten Besuchern: Einmal im Jahr findet die RingCon, benannt nach dem Fantasy-Roman "Herr der Ringe", im Bonner Maritim-Hotel statt. Sie zählt zu Europas größten Veranstaltungen für Fantasy-Fans.
Der Mann hinter dem Event: Dirk Bartholomä, 49 und aus Augsburg, organisiert seit Mitte der neunziger Jahre hauptberuflich solche Conventions. Er veranstaltet auch die Science-Fiction-Messe FedCon. "Früher wurden wir in den Medien fast immer als Vollidioten hingestellt", sagt er. Inzwischen ist die reine Freak-Show-Berichterstattung seltener geworden.
Der Organisator, kurz bevor es losgeht: Das Equipment vom Schlüsselband bis zur Geldzählmaschine wird per 40-Tonner von Augsburg nach Bonn transportiert. Solche Veranstaltungen machte Bartholomä 1996 zu seinem Hauptberuf. "Ich habe bis heute dieselben Hobbys wie ein Kind: Filme gucken, Lego und Eisenbahn zum Beispiel", sagt er.
Namenloser Uruk-hai-Krieger: Unter dieser Maske steckt ein 42-Jähriger, der sonst als Türsteher arbeitet. Ihm macht es vor allem Spaß, anderen Fantasy-Fans zu begegnen.
Schlange stehen fürs "Team Starkid": Die Tanzgruppe aus den USA hat über YouTube weltweit Fans gewonnen, etwa durch die Clipserie "A Very Potter Musical", eine "Harry-Potter"-Parodie.
Reisegruppe im "Herr-der-Ringe"-Stil: Zur RingCon kommen auch Besucher aus dem Ausland. Vier Fans aus dieser Formation sind aus den Niederlanden angereist.
Duell an der frischen Luft: Beim Schwertkampf-Workshop lernen Interessierte, was einen guten Showkampf ausmacht. Zwei Stunden Training kosten 20 Euro.
Ein Hauch von Maskenball: Ein Teil der RingCon-Besucher kommt nur wegen der Stars, andere präsentieren sich im Kostüm. Iris und Freund Mario haben für jeden der drei Tage ein spezielles Outfit dabei. Kennengelernt haben sie sich auf einem Mittelaltermarkt.
Bastler: Michael von Hovora hat vor mehr als fünf Jahren begonnen, die Schlacht um Minas Tirith mit Lego-Steinen nachzubauen. Fertig ist die Stadt aus "Herr der Ringe" noch lange nicht, auf der RingCon zeigt von Hovora seinen Zwischenstand. Nach Bonn transportiert...
...wurde das Bauwerk in Einzelmodulen. Bislang hat er etwa 400.000 Einzelteile verbaut. Das Schlachtfeld vor der Stadt, um das sich ein Bekannter kümmert, besteht noch mal aus 100.000 Steinen.
Pärchen aus Frankfurt: Für das RingCon-Wochenende gebe seine Familie so viel aus wie für einen Urlaub, sagt ein als Gandalf kostümierter Produktdesigner. Er reiste mit Frau und Tochter zur Convention.
Teurer Spaß: Flugbegleiterin Marion und Bahn-Mitarbeiter Frank sind zum dritten Mal auf der Convention. Die "Game of Thrones"-Fans schätzen, für das gesamte Wochenende rund 1000 Euro auszugeben.
Puppenspiel: 2002 noch eine reine "Herr der Ringe"-Messe, hat sich die RingCon über die Jahre auch anderen Fantasy-Reihen geöffnet. Die Masken dieser Fans, die sich kurz ausruhen, spielen auf eine YouTube-Sendung namens "Potter Puppet Pals" an.