Fashion Week in Berlin Mögen die Schauen beginnen
Hien Le hat am Dienstag die Fashion Week eröffnet. Einfachheit ist das Steckenpferd des jungen Designers. Auch diesmal setzt er auf dezente Schnitte, subtile Farben und überrascht im Kleinen. Zum Beispiel kombiniert er Stoffe mit unterschiedlichen Oberflächen. Ein Hingucker auf den zweiten Blick.
In diesem Jahr hat sich Hien Le von Marc Rothko inspirieren lassen und experimentiert mit Farbverläufen. Wer Schrilles sucht, ist hier an der falschen Adresse. Wer Plissee, Gehäkeltes und Materialienmix mag, ist aber goldrichtig.
Bei der österreichischen Designerin Lena Hoschek ging es hingegen wie immer ausladend und sehr weiblich zu. Die Designerin ist für weibliche Retromode bekannt, die Frauenkurven schmeichelt.
Diesmal wird die Lady aber zum Punk: Hoschek verbindet Folklorelemente mit zerrissenen Jeans, und florale Muster mit Strumpfhosen voller Laufmaschen.
Natürlich dürfen aber auch die Hoschek-Klassiker nicht fehlen. Schmale Taille: Check. Tellerröcke: Check. Spitze, Schmollmünder und ein Hauch Attitüde: Check. Check. Check.
Sissi Goetze macht Herrenbekleidung "für Jungs, mit denen ich aufgewachsen bin". Die da wären: streetsmarte, taffe Knaben, die auf klassische Stücke stehen. "Ich mag gegensätzlichen Pole", sagt die Designerin. "Einerseits der lässige, abgebrühte Typ von der Straße, anderseits der zugeknöpfte Nerd."
Das Ergebnis: Parkas und Bomberjacken und Anzüge für die Straßenkids. "Ich mache Mode für B-Boys, die aus Streetwear herausgewachsen sind."
Das Duo Perret Schaad ist bekannt für Eleganz mit einem Twist. Auch diesmal haben sie ihre Hausaufgaben gemacht.
Tutia Perret und Johanna Schaad zeigen, was sie am besten können: Ungewöhnliche, aber tragbare Silhouetten, fließende Seide, dezente Asymmetrie. Überraschungen: Fehlanzeige.
Vielleicht hat Kilian Kerner es sich zu Herzen genommen, dass man seinen Entwürfen vorwarf, zu verkäuflich, zu glatt zu sein.
Jetzt macht er es wie die großen Designer: Ein Teil der Kollektion besteht aus Stücken, die die Aufmerksamkeit der Presse ködern. Ein anderer aus Sachen wie Strickjacken und Schals, die dann tatsächlich gekauft werden.
Ein paar Entwürfe erinnerten an Alice im Wunderland.
Aber unter spacigen Entwürfen blitzen auch mal gemütliche Maschen hervor. "Dieser Bruch zwischen tragbarer Mode und skulpturalen Experimenten war mir wichtig", sagt der Designer. Auf jeden Fall hätte man sich in diesem Mantel ohne Strick sicher eine Nierenentzündung geholt.
Und weiter geht es mit Volumen-Experimenten bei Leandro Cano.
Im Juli 2012 gewann der Modemacher aus Seville den Nachwuchspreis "Designer for Tomorrow". Er präsentiert zum ersten Mal auf der Mercedes-Benz Fashion Week.
Und seine ersten Schritte im Scheinwerferlicht sind alles andere als zurückhaltend.