Fünfziger-Nostalgie Am Tisch mit Familie Schölermann
Isetta: Der legendäre BMW-Export wurde von 1955 bis 1962 gebaut, hier in modischer Zweifarblackierung. Das vom Hersteller "Motocoupé" genannte Vehikel erlangte Kultstatus.
Fixe Suppe aus dem Mixer: Elektrische Küchengeräte sollten den Hausfrauen der fünfziger Jahre die Hausarbeit erleichtern. In Leipzig führt diese Dame 1959 das innovative Küchengerät "Pragomix" aus der Tschechoslowakei vor.
Charles Brauer: Seine erste Rolle übernahm der 1935 in Berlin geborene Schauspieler Charles Brauer, der von 1966 bis 1976 mit der Schauspielerin Witta Pohl verheiratet war, mit elf Jahren ("Irgendwo in Berlin). Er lernte das Handwerk an der Schauspielschule in Berlin und ging 1954 nach Hamburg, wo er am Deutschen Schauspielhaus unter Gustaf Gründgens 20 Jahre zum festen Ensemble gehörte. Brauer lebt heute in der Schweiz.
"Familie Schölermann": Im Studio bei den Aufnahmen der vom NWDR produzierten Fernsehserie "Unsere Nachbarn heute abend - Familie Schölermann", 1956. Von September 1954 bis März 1960 wurden insgesamt 111 Folgen gedreht - es war die erste Familienserie überhaupt im deutschen Fernsehen. Charles Brauer, später bekannt als Hamburger "Tatort"-Kommissar Peter Brockmöller an der Seite von Manfred Krug, spielte den Sohn Heinz Schölermann, rechts.
Einbauküche: In den Fünfzigern wird die Küchenarbeit technisiert. In der modernen, funktionsgerechten und bunten Resopal-Einbauküche gibt es nicht nur praktische, formschöne Kunststoffoberflächen, sondern auch Elektrogeräte wie Herd und Kühlschrank. Aufnahme von 1957.
Entsafter: Mit Hilfe eines preiswerten Dampfentsafters wie auf diesem Bild von 1958 konnten Obst oder Gemüse in Form von Saft haltbar gemacht werden. Im unteren Teil des Geräts wird Wasserdampf erzeugt, um die Früchte im Korb darüber zu erhitzen. Der Saft fließt in einen Auffangbehälter und wird mit Hilfe eines Schlauches in Flaschen abgefüllt. Als wichtige Zutat darf Zucker in großen Mengen nicht fehlen.
Gerät im Test: Ein Paar testet einen Staubsauger, 1956. Das handliche Modell kam mit umfangreichem Zubehör daher. Durch verschiedene Bürsten- und Düsenaufsätze war das Gerät multifunktional einsetzbar. Am beliebtesten war das "Modell A" von Miele, gleichzeitig der erste in Deutschland verkaufte Bodenstaubsauger.
Kinderleicht: Mit einem Entsafter ist das Einkochen von Obst für die Wintermonate leicht, wie diese Mutter mit ihren Kindern 1952 demonstriert.
Geliebtes Persil: Wer seine Wäsche liebt, benutzt Persil, den Liebling aller Hausfrauen - das sollte zumindest diese Werbung von 1952 suggerieren. Ab 1956 eroberte Reklame als Bewegtbild auch die bundesdeutschen Fernsehbildschirme. Der erste Werbefilm im deutschen Fernsehen war einer, der Persil anspries.
Luxusausstattung: Das Badezimmer auf dieser Aufnahme von 1957 ist mit einer gasbetriebenen Waschmaschine, einer Heizung und einem Durchlauferhitzer eingerichtet. Ein eigenes Bad, geschweige denn dessen Ausstattung mit modernster Technik, war Mitte der fünfziger Jahre keine Selbstverständlichkeit: Rund 70 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung hatte kein eigenes Badezimmer.
Nähmaschinen: Die Firma Singer wurde 1851 in den USA gegründet und war zeitweise der weltweit größte Nähmaschinenhersteller. Die Aufnahme zeigt einen Messestand der Firma in West-Berlin um 1950. Bei modebewussten Hausfrauen waren Nähmaschinen in den fünfziger Jahren beliebt. Mit ihrer Hilfe ließen sich Kleidungsstücke schnell und kostengünstig schneidern oder umarbeiten.
Faszinierendes Nylon: Eine junge Frau untersucht im April 1949 ihre Nylonstrümpfe. In einer Zeit, in der die empfindlichen Strümpfe noch teuer und kostbar waren, konnte eine Laufmasche schon ein kleines Drama bedeuten. Deswegen gab es die sogenannten Laufmaschendienste, die die guten Stücke wieder reparieren konnten - sehr zum Ärger der Strumpfhersteller. In den fünfziger Jahren wurden die schicken Nylons zum unentbehrlichen Statussymbol.
Auf Schubkarrenreifen: Die Schauspielerin Nadja Tiller 1957 mit ihrem Messerschmitt Kabinenroller. Der beliebte Winzling wurde zwischen 1955 und 1964 hergestellt. Mit einem 175-Kubikzentimeter-Motor kostete er 2100 Mark. Wer einen Rückwärtsgang wollte, musste noch einmal 400 Mark drauflegen.
Bei der Arbeit: Eine Sekretärin in den fünfziger Jahren an ihrem Arbeitsplatz in Berlin - zwischen einem Fernsprecher aus Bakelit und einer Schreibmaschine, dem damals wohl wichtigsten Arbeitsmittel.
"Der wirtschaftliche Kleinlaster": Ein Werbeprospekt von 1955 mit dem Titel "Tempo Hanseat, der wirtschaftliche Kleinlaster". Der Prospekt erschien nach der Produktion des 100.000. Tempo-Wagens.
Tempo Hanseat: Die Kleinlaster der Tempo-Werke waren wahre Multitalente - mehr oder weniger unfreiwillig. Weil sich die Deutschen in den fünfziger Jahren, wenn überhaupt, nur ein einziges Auto leisten konnten, fuhren sie oft auch mit dem Firmenlaster in den Urlaub - an die Ostsee, wie hier auf dem Bild zu sehen, aber auch bis nach Italien.
Technisierung des Alltags: Fernseher der Marke Blaupunkt auf einer Technikmesse in den fünfziger Jahren in West-Berlin. Das millionste Fernsehgerät wurde im Oktober 1957 angemeldet. Noch 1952 hatte es in der BRD offiziell gerade einmal knapp 12.000 Fernseher gegeben.
Im Mittelpunkt: Erwartungsvoll sitzt die ganze Familie zu Beginn des Abendprogramms des NWDR vor dem neuen Fernsehapparat. Es hatte zwar bereits vor dem Zweiten Weltkrieg erste Testsendungen gegeben, aber regelmäßige Fernseh-Ausstrahlungen in Deutschland gab es erst ab dem 25. Dezember 1952. Auf Anhieb mit großem Erfolg. Der Norwestdeutsche Rundfunk war bis 1955 der einzige deutsche Fernsehsender, dann bildeten sich aus ihm zwei selbständige Stationen - NDR und WDR.
Mit dem Auto in den Urlaub: Die Borgward Isabella, hier Baujahr 1957, wurde von 1954 bis 1962 gebaut und war ein überaus beliebter Mittelklassewagen. Der Traumwagen der Fünfziger bot neben Platz für vier Personen auch Reisekomfort. An der Küste der Camargue in Südfrankreich nutzt diese Urlauberin den Kotflügel als Sitzgelegenheit für eine kleine Pause.
Picknick am See: Eine Familie picknickt 1955 am Gardasee. Italien war in den Fünfzigern neben dem deutschsprachigen Ausland ein beliebtes Reiseziel für bundesdeutsche Touristen, wenn auch ein nicht gerade erschwingliches. Wer es sich leisten konnte fuhr mit dem Auto in den Urlaub und förderte so den Massentourismus der kommenden Jahrzehnte.
Tanken mit Bedienung: Der Tankwart, hier um 1950 an einer Esso-Tankstelle in Bielefeld, kümmerte sich in den fünfziger Jahren noch persönlich um die Kunden - auch um Mopeds.
Wie ein Schmetterling: So leicht und elegenat glitten auch die Autos von Mercedes über die Straßen - laut dieser Werbung aus den fünfziger Jahren.
Klassiker: Ein Junge bestaunt im Dezember 2010 im Deutschen Museum in München einen Mercedes Benz 170 Va, Baujahr 1950. Der Wagen unterschied sich von seinem Vorgängermodell, gebaut in den Jahren 1936 bis 1942, nur durch eine weichere Federung sowie durch mehr Hubraum und Leistung - jetzt immerhin 45 PS.
Freizeitspaß: Mit Motorrad, Luftmatratze und Transistorradio ist dieses Paar in den fünfziger Jahren zum Camping in die Umgebung Berlins gefahren. Mangels finanzieller Möglichkeiten waren die Seen der Stadtumgebungen die beliebtesten Ausflugsziele. Zudem war Urlaub ohnehin rar: 16 Tage hatte ein Arbeitnehmer Mitte der Fünfziger Urlaub. Und erst 1956 wurde in Deutschland zur Fünftagewoche übergegangen.
Rock'n'Roll im Wohnzimmer: Ein Werbefoto zeigt einen Plattenspieler der Marke Philips in Verbindung mit dem Philips-Empfänger "Saturn 51" aus der als "Klingende Sterne" bezeichneten Serie der Saison 1951/1952. Das Gerät war einfach zu bedienen und - noch wichtiger für die Zeit - sehr preisgünstig.
Kindertraum: Unter dem geschmückten Weihnachtsbaum gibt es 1956 die erste Eisenbahn. Heute ist das Modell aus Weißblech eine begehrte Rarität. Ab 1950 boten Hersteller auf der nun jährlich stattfindenden Nürnberger Spielwarenmesse die neuesten Spielwaren an.
Radioaktiver Baukasten: Ein Junge spielt 1954 mit seinem Experimentierkasten, der inklusive einer Probe Uraniumerz und einer Einführung in die Geheimnisse der Atomenergie geliefert wurde. Die Aufnahme stammt aus den USA. Bau- und Experimentierkästen zu diesem oder zu anderen Themen wie beispielsweise der Elektronik oder dem Mikroskop, waren in den fünfziger Jahren auch bei Kindern in Deutschland besonders beliebt.
Sputnik: Dieser kugelförmige Satellit war der erste von drei künstlichen sowjetischen Satelliten mit Namen Sputnik. Er hatte einen Durchmesser von 58 Zentimetern und wog 83,6 Kilogramm. Der erste Sputnik startete am 4. Oktober 1957 und umrundete die Erde 1400-Mal in 92 Tagen. Die westliche Welt hatte den ersten Satellitenstart der Geschichte von den USA erwartet und war schockiert, dass die Sowjetunion nun das Zeitalter der Raumfahrt einläutete.
Lebensgefährliche Faszination: Ein Kameramann eines geheimen Spezialkommandos der U.S. Air Force filmt 1957 auf einem Testgelände in Nevada einen Atombombentest. Die fünfziger Jahre waren in Bezug auf die Atomenergie gleichermaßen geprägt von Furcht und Euphorie.
Atomium: Das Wahrzeichen der Weltausstellung 1958 in Brüssel ist das sogenannte Atomium des belgischen Architekten André Waterkeyn. Es stellt eine Eisenkristallstruktur dar und ist ein Symbol für das Atomzeitalter. Während der Weltausstellung trugen kleine Gondelbahnen die Besucher über das Expo-Gelände.
Medizinischer Fortschritt: Die Eiserne Lunge wurde zwar bereits 1929 von Philip Drinker als Gerät zur künstlichen Beatmung erfunden, erlangte jedoch während der Polio-Epidemie zu Beginn der fünfziger Jahre wieder Berühmtheit. Eine neue mobile Version der Eisernen Lunge aus dem Jahr 1955 ermöglichte Ausflüge in die Natur, hier eine Aufnahme aus den USA.
Isetta: Ein Werkfoto der legendären BMW-Isetta, die von 1955 bis 1962 gebaut wurde. Das vom Hersteller "Motocoupé" genannte Vehikel erlangte Kultstatus.
Spaßmobil: Einige BMW-Verantwortliche sahen 1954 auf dem Autosalon in Turin das Rollermobil Iso-Isetta der italienischen Firma Iso Rivolta. Das Besondere an dem lustigen Wägelchen war die Tür an der Vorderseite, die daran erinnerte, dass die Firma vorher Kühlschränke hergestellt hatte, deren Öffnungsprinzip auf das Auto übertragen wurde. BMW griff zu und stellte am 5. März 1955 das Gefährt mit einigen Veränderungen als BMW Isetta vor. Die "Knutschkugel" oder "Asphaltblase" war allseits beliebt und transportierte zwei Erwachsene für 2580 D-Mark trocken von A nach B.