FCKW-Erfinder Thomas Midgley - DER SPIEGEL
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FCKW-Erfinder Die gefährlichen Erfindungen des Thomas Midgley

Er wollte den Menschen helfen. Und hätte beinahe die Menschheit ausgelöscht. Vor 125 Jahren wurde der FCKW-Erfinder Thomas Midgley geboren. Zwei seiner Geistesblitze gefährdeten das Leben auf der Erde - an seiner letzten Erfindung starb er selbst.
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Besessener Allround-Forscher: Im Laufe seines Lebens häufte der studierte Maschinenbauer Thomas Midgley (1889-1944) mehr als hundert Patente an. Neben seinen wichtigsten Erfindungen, FCKW und Tetraethylblei, beschäftigte sich der Selfmade-Chemiker unter anderem mit der Herstellung von Gummi sowie dem perfekten, wurmfreien Golfrasen.

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Schöner leben dank Umweltgift: Ob Haarspray (wie hier in einem Frisörsalon), Deodorant oder Rasierschaum - ab den Dreißigerjahren hielten die Sprühdosen mit dem ozonschädlichen FCKW-Treibmittel weltweit Einzug in die Badezimmer. Doch auch bei der...

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...Klimatisierung der guten Stube sowie in der...

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...zum Aufschäumen von Dämmplatten und Schaumstoffen eingesetzt (Foto). Dass das vermeintliche Wundergas die Ozonschicht massiv schädigt, wurde erst Jahrzehnte nach dem Tod des Erfinders Thomas Midgley im Jahr 1944 publik.

Foto: Jan-Peter_Kasper/ picture-alliance / dpa
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Sondermüllhaufen der Geschichte: Nach dem Ozonschock begann die Industrie, auf FCKW-freie Kühlschränke umzurüsten. Die alten, ausrangierten Exemplare wanderten, wie hier nahe der südenglischen Stadt Lewes, auf spezielle Kühlschrank-Müllhalden (Foto von 2003). Ebenfalls mit weltweitem Bann belegt wurden...

Foto: Gerry_Penny/ picture-alliance / dpa/dpaweb
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...Spraydosen. Eine Vorreiterrolle übernahm der US-Bundesstaat Oregon: Hier wurde die Verwendung von FCKW-Treibgasen in Spraydosen schon ab März 1977 generell verboten, wie dieses Plakat erklärt.

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Weltweiter Schock: "Ozonfraß - letzter Akt?" titelte der SPIEGEL in seiner Ausgabe vom 10. Februar 1992. Die ausgedünnte Ozonschicht beförderte die Angst vor Missernten, Augenschäden und Hautkrebs - der Deutsche Skiverband gab die vom SPIEGEL zitierte Parole aus: "Weg vom sonnengegerbten Luis Trenker, hin zum blassen Japaner."

Foto: DER SPIEGEL
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Langlebige Ozonkiller: Satellitenfotos wie diese Aufnahme vom Winter 1999/2000 dokumentieren die Größe des Ozonlochs über der Arktis. Je dunkler das Blau, desto dünner die Ozonschicht. Messungen belegen, dass die Schutzhülle sich erst langsam erholt.

Da die FCKW sehr langlebig sind, zerstören sie das Ozon noch Jahrzehnte nach ihrer Freisetzung. Wissenschaftlern zufolge wird es bis 2060, 2070 dauern, bevor das Loch über der Arktis verschwunden ist.

Foto: DPA/NASA
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Nervengift im Tank: 1921 entdeckte Thomas Midgley, dass Tetraethylblei (TEL) im Benzin das Klopfen von Motoren verhindert. Seine Forschungen ermöglichten den Bau hochverdichteter Motoren sowie die Konstruktion von Flugzeugmotoren. Schon 1923 kam verbleites Benzin auf den Markt. Dass Blei ein gefährliches Nervengift ist, nahm die Industrie billigend in Kauf.

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Nobelpreisträger und Weltretter: 1974 wiesen die Chemiker Mario José Molina (l.) und Frank Sherwood Rowland in der Zeitschrift "Nature" auf die Zerstörung der Ozonschicht durch FCKW hin. Für ihre Entdeckung erhielten sie 1995 gemeinsam mit dem Niederländer Paul Josef Crutzen den Chemienobelpreis.

Foto: Anonymous / AP
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Bedrohung für den Planeten: Nach der Entdeckung des Ozonlochs reagierte die Politik ab 1987 mit einem ersten FCKW-Verbot - doch dauerte es jahrelang bis zur konsequenten Umsetzung. Noch 1995 protestierten Greenpeace-Mitarbeiter (wie hier vor der Großbaustelle auf dem Potsdamer Platz in Berlin) gegen die Verwendung von Baustoffen, die laut der Organisation FCKW enthalten.

Foto: Peter_Kneffel/ picture-alliance / dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?