FDP-Chef Rösler: Der Hoffnungsträger - DER SPIEGEL
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FDP-Chef Rösler Der Hoffnungsträger

100 Tage, die Schonzeit ist vorbei: Philipp Rösler wollte der FDP wieder auf die Beine helfen, er wollte als Parteichef liefern - nichts davon ist ihm gelungen. Seine Liberalen krebsen in Umfragen unter der Fünfprozenthürde, Personalfragen sind ungeklärt, neue Ideen Mangelware.
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Ratlos: Mit der FDP geht es auch unter ihrem neuen Vorsitzenden Philipp Rösler nicht voran - er ist nun knapp hundert Tage im Amt.

Foto: dapd
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Premiere: Vergangenen Mittwoch durfte Rösler als Vizekanzler in Abwesenheit von Angela Merkel die Kabinettssitzung leiten.

Foto: FABRIZIO BENSCH/ REUTERS
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Tief: Die schwarz-gelbe Koalition erhoffte sich neuen Wind durch den Wechsel an der FDP-Spitze, aber die Kanzlerin schafft es auch mit ihrem neuen Vize nicht aus dem Umfragetief.

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Vorsitzender: Der neue FDP-Chef auf dem Rostocker Bundesparteitag nach seiner Wahl an die Parteispitze, neben ihm Vorgänger Guido Westerwelle

Foto: MORRIS MAC MATZEN/ REUTERS
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Fliegender Wechsel: Philipp Rösler löst Rainer Brüderle an der Spitze des Wirtschaftsministeriums ab - und kehrt damit zu seinen Wurzeln zurück. Bis zur Bundestagswahl 2009 war der heute 38-Jährige niedersächsischer Wirtschaftsminister - und in dieser Rolle äußerst beliebt.

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Anfang April gab Rösler seine Kandidatur für den Posten des Parteivorsitzenden bekannt. Am Ende der umfangreichen Personalrochade bei den Liberalen hat Rösler nun endlich sein Wunschressort bekommen: Das Wirtschaftsministerium eignet sich angesichts des starken Aufschwungs nahezu ideal zum Aufbau eines positiven Images.

Foto: Stephanie Pilick/ dpa
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Rösler, geboren 1973 in Vietnam, wächst bei einem deutschen Ehepaar im Norden der Bundesrepublik als Adoptivkind auf. Nach dem Abitur verpflichtet er sich für eine Offizierslaufbahn bei der Bundeswehr und studiert während dieser Zeit Medizin in Hannover. Noch als Schüler beginnt er, sich für Politik zu interessieren und tritt den Jungen Liberalen bei. Dieses Bild zeigt ihn 2007 als damaligen FDP-Landesvorsitzenden in Niedersachsen mit Guido Westerwelle in Hannover.

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Röslers politische Karriere beginnt 1994 als Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen in Hannover, zwei Jahre später wird er Landeschef der Nachwuchsorganisation. 2003 zieht er in den niedersächsischen Landtag ein. Es folgen Stationen als Fraktionschef, Landeschef der Liberalen und schließlich Wirtschaftsminister des Landes. Dieses Bild zeigt Rösler im April 2009 bei einem Besuch auf der Großbaustelle des künftigen Containerterminals in Wilhelmshaven.

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Im Oktober 2009 schafft Rösler den Sprung auf die große Politikbühne: Er wird Bundesgesundheitsminister in der neuen schwarz-gelben Koalition und ist zunächst jüngstes Kabinettsmitglied. Erst mit der Ernennung von Kristina Schröder zur Familienministerin muss er diesen "Titel" abgeben.

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Gesundheitsminister Rösler tritt zunächst leise auf - wie hier beim Welt-Aids-Tag 2009 in Berlin. Im Frühjahr 2010 ändert er die Strategie und entfacht mit seiner Vision einer Gesundheitsprämie nach dem Vorbild der sogenannten Kopfpauschale eine hitzige Debatte.

Foto: DDP
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Auch innerhalb der Bundespartei trauten viele Rösler schon früh eine große Zukunft zu. Die Altvorderen wie der damalige Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle und Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel nehmen den deutlich jüngeren FDP-Kollegen vor einer Kabinettssitzung im Februar 2010 in die Mitte.

Foto: ? Fabrizio Bensch / Reuters/ REUTERS
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Von Hannover nach Berlin - dieser Schritt ist dem heimatverbundenen Rösler schwergefallen. Mit seiner Ehefrau Wiebke präsentiert sich Rösler im November 2009 auf dem Bundespresseball. Nach der Geburt der Zwillinge Grietje und Gesche arbeitet die Ärztin wieder in einem Krankenhaus in Niedersachsen.

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Rösler in seinem vorherigen Büro im Gesundheitsministerium: Seine Bemerkung, er wolle sich "spätestens mit 45 " aus dem politischen Geschäft zurückziehen, wird ihm immer wieder vorgehalten - das war allerdings 2005.

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Der Arzt Rösler besucht im März 2011 Zwillingseltern in einem Berliner Krankenhaus, die beiden Kinder sind gerade erst zur Welt gekommen. Sein eigenes Geburtsland Vietnam besucht er 2006 erstmals wieder - auf Wunsch seiner Frau, wie er selbst der Illustrierten "Bunte" sagt, "weil sie gern wissen wollte, woher ich komme". Das biografische Archiv Munzinger weiß unter dem Punkt "Familien, Interessen, Hobbys" noch hinzuzufügen: "Rösler ist passionierter Bauchredner."

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?