FDP-Bundesparteitag Chinesisch mit Beigeschmack
"Wirtschaftspolitik" prangte am ersten Tag des 70. FDP-Bundesparteitags in chinesischen Schriftzeichen auf der Wand hinter dem wiedergewählten Parteichef Christian Lindner. Der Kurs der Partei scheint klar.
Über 86 Prozent der Stimmberechtigten wählten den Fraktions- und Parteivorsitzenden Lindner. Dementsprechend entspannt konnte er sich zurücklehnen.
Nicht zurücklehnen möchte sich Lindner hinsichtlich der deutschen Wirtschaft. "Wenn wir nicht endlich wieder anfangen, Wirtschaftspolitik zu machen, dann werden es andere für uns tun", sagte er. Zeit für Glückwünsche gab es dennoch.
Auch für Linda Teuteberg: sie wurde auf dem Bundesparteitag zur neuen Generalsekretärin ernannt. Ihre Vorgängerin, Nicola Beer, rückte zur Parteivize auf. Aber nicht ohne Missklänge.
Beer hatte mit ihrer Forderung des Stellvertreterpostens von Lindner nämlich die in der Partei beliebte Marie-Agnes Strack-Zimmermann aus dem Amt gedrängt. Beers Teamfähigkeit ist umstritten, und auch die symbolische Staffelstabübergabe an Teuteberg konnte das nicht ausgleichen.
Beer wurde trotzdem gewählt, wenn auch nur mit 59 Prozent. Die Staffel ist kein Einzelrennen, das machte der Bundesparteitag der neuen Parteivize unmittelbar klar.
Überzeugend ins Ziel gekommen ist dagegen Strack-Zimmermann. Mit 72 Prozent wurde sie in den Parteivorstand gewählt.