Uuups Die Crew ist im Bilde
Stürmisches Mikrofon: Ist das Madonna? Ja, das ist Madonna. "Ist das ein Mikro?", scheint sie gerade zu denken. Ja, Madonna, das ist ein Mikro. Im Film "Stürmische Liebe" von 2002 (Regie: Guy Ritchie).
Engagierte Crew: Ein Mann im Kettenhemd, zwei in T-Shirts - im deutschen Film "Ekkelins Knecht" (2008) haben sich zwei Mitglieder der Crew ins Bild geschummelt.
Verfluchter Hintergrund: Verfluchte Unachtsamkeit! Im "Fluch der Karibik" steht jemand im Bild, der da nicht hingehört. Finden Sie ihn? So viel sei verraten - er trägt eine weiße Kappe und ein dunkles Hemd.
Perfekt ausgeleuchtet: "Der Sadist" heißt dieser Film von Gerd Oswald mit Sterling Hayden und Anita Ekberg. Unbekannt ist, wer den Scheinwerfer so aufgestellt hat, dass er oben rechts ins Bild hineinragt.
Überwachung von Oben: "Die Regeln des Spiels" (2002) - Wieder ein Mikro im Bild. Dieses Mal ist es wohl zu offensichtlich, als dass es jemandem aufgefallen wäre.
Schrittsicher: Wohin bitte tanzen wir denn, Mr. Reeve? Ah, genau dahin, wo die Markierungen auf dem Boden sind! Wie praktisch! Anschließend hätte bei der Produktion von "Anna Karenina" (1985) aber noch jemand daran denken sollen, die Kreuze wegzuretouchieren. Der gleiche Fehler passierte auch in...
..."Die wilden Weiber von Sweetwater" (1982).
Gespiegelt: Was man an jeder Filmhochschule lehren sollte, ist Vorsicht bei Spiegeln! Da kann sich nämlich einiges ins Bild mogeln, was da gar nicht sein soll - wie hier im Film "Utz" (1991) zum Beispiel Lampen und Leute. Vorne (mit Absicht): Armin Mueller-Stahl und Peter Riegert.
Aus dem Gebüsch: "Verflucht, verdammt und Hallelujah" - da ist ja schon wieder ein Mikrofon im Bild. Übrigens ein klassischer Fehler, der auch schon in "Vom Winde verweht" von 1939 passierte - dennoch gewann der Schmachtfetzen damals zehn Oscars. Hier in dem Italo-Western mit dem ausdrucksstarken Namen ist das Gerät immerhin gut versteckt. Nur Terence Hill weiß, wo es ist.
Zeitproblem: Noch ein Fehlerklassiker sind historische Ungereimtheiten. In diesem Fall trägt Rudolph Valentino im Film "Der Sohn des Scheichs" von 1926 eine Armbanduhr - ziemlich früh für einen Wüstensohn.
Der Glöckner von Notre Dame: Grau auf grau und deswegen sehr schwer zu entdecken, das Mikrofon im "Glöckner von Notre Dame" von 1997. Im Vordergrund: Der Glöckner, in typischer Körperhaltung eines Kameramanns.
Elvis Presley: Genau so gefährlich für Filmschaffende wie Geschriebenes sind Zahlen, Ziffern, Nummern. In "Jailhouse Rock" (1957) wechselt die Nummer auf der Gefängnisjacke von Elvis Presley von 6239...
...zu 6240. Im selben Film singt der King am Pool "You're so square baby, I don't care" - sein Gitarrist hat während des Songs immer wieder eine Sonnenbrille auf und wieder nicht und wieder auf und wieder nicht. Und wieder auf.
Perfekter Blickwinkel: Was braucht man für ein gutes Roadmovie? Viele Lastwagen, einen Polizeiwagen und eine Kamera auf dem Truck rechts in "Convoy" (1978). Im selben Film: ein paar Anschlussfehler, die Crew im Bild - aber keine bis dato entdeckten Mikros.
Viel Rauch um nichts: Auch beliebt, faktische Fehler, die im Internet seitenweise diskutiert werden. Falsche Uniformen sind dafür ebenso typisch wie Geräte, die in der Zeit, in der das Geschehen auf der Leinwand stattfindet, noch nicht erfunden waren. Hier: Der rauchende vierte Schornstein der "Titanic". Der war auf dem Originalschiff nämlich nur eine Attrappe.
Ganz nah dran: In dem Film "Leise weht der Wind des Todes" von 1971 hat der Tonmann, der das Mikro ins Bild hält, nicht aufgepasst. Auch in...
...dem Film "Berliner Antigone" (1968) mit Dieter Borsche hat der Tonmann geschlafen. In dem Film...
..."Liebe ohne Ausweg" (1984) mit Thierry Lhermitte lenkt der Scheinwerfer im Bild von der Dramatik der Szene ab.