Femen trainiert Aktionen in Hamburg - DER SPIEGEL
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Femen expandiert Die deutschen Oben-ohne-Feministinnen

"Angezogen hört uns niemand zu": Die Oben-ohne-Aktivistinnen von Femen sind in Deutschland angekommen. Jetzt wollen junge Frauen das Patriarchat hierzulande stürzen. Doch vorher heißt es: trainieren. Ein Besuch bei den Proben für den nackten Geschlechterkampf.
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Femen-Aktivistin Josephine Witt beim Boxtraining: In Hamburg und Berlin haben sich junge Frauen zusammengefunden, um auf Femen-Art gegen das Patriarchat zu kämpfen.

Foto: patrick-lux.de
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Blumenkränze und fliegende Fäuste: Die Hamburger Femen-Frauen wie Antonia trainieren für ihre Oben-ohne-Aktionen bei einem Hamburger Boxverein: Schnelligkeit, Falltechnik, mehr Selbstbewusstsein wollen sie lernen.

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Josephine, 19 Jahre alte Philosophiestudentin, sagt: "Wir sind keine Philosophengruppe. Die feministische Szene redet viel über Theorie, wir bringen den Aktivismus zurück."

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Boxtrainerin Clarissa war erst skeptisch, ob die Femen-Frauen zu aggressiv für das Leichtkontaktboxen in ihrem Verein sein würden. Am Ende sagt sie, sie sei beeindruckt von der Leidenschaft der Aktivistinnen.

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Hellen (l.), 23, ist seit der ersten Femen-Aktion in Deutschland dabei.

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Vor dem Training posiert die Gruppe am vergangenen Samstag für ein Kamerateam auf dem Hamburger Rathausmarkt. Auch ein eigener Fotograf ist dabei - die Facebook-Seite wird täglich mit neuen Bildern bestückt.

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Die Passanten knipsen mit. Dass diese Femen-Aktivistinnen nicht aus der Ukraine kommen, war den wenigsten Passanten klar. Anne fordert: "Destroy Sex Industry" - zerstört die Sexindustrie.

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Irina Khanova ist mit 33 die älteste bei der Hamburger Femen-Frauen und gibt die Kommandos. Hier probt die Gruppe ihre Protestaktionen.

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Irina protestiert, die anderen spielen die Security-Leute. "Wenn du weggezogen wirst, mach Dich schwer und strample mit den Beinen", sagt Irina.

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Antonia ist an der Reihe. Die Femen-Frauen proben, um bei ihren Aktionen möglichst viel Aufmerksamkeit zu erreichen.

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Die letzte Aktion der deutschen Femen-Gruppe: Auf der Hannover-Messe am 8. April versucht eine Aktivistin an einem Bodyguard von Wladimir Putin vorbeizurennen.

Foto: Jochen Lübke/ dpa
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Eine Aktivistin schaffte es ganz nah an Russlands Präsidenten und die Bundeskanzlerin heran - die Femen-Gründerin Alexandra Schewtschenko.

Foto: Jochen Lübke/ dpa
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Femens Aktionen in Deutschland sorgen für Irritation: Anfang April demonstrierten vor der Ahmadija-Moschee in Berlin für ihren "Topless Jihad Day" - den Oben-ohne-Dschihad-Tag. Das sorgte für Missstimmung unter Musliminnen. Man witterte Bevormundung durch Femen und antiislamische Stimmungsmache.

Foto: JOHANNES EISELE/ AFP
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Femen setzt den weiblichen Körper als Waffe ein. In ihrem Manifest heißt es: "Weibliche Nacktheit, frei vom patriarchalen System, ist der Totengräber dieses Systems, als ein militantes Manifest und ein sakrales Symbol zur Befreiung der Frauen."

Foto: JOHANNES EISELE/ AFP
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Femen-Aktivistinnen vor der Herbertstraße in Hamburg-St. Pauli: Ende Januar zogen die Frauen durch die Rotlicht-Straße. Auf das Tor zur Straße sprühten sie: "Arbeit macht frei." Sie wollten die Zwangsprostitution mit der Zwangsarbeit im "Dritten Reich" vergleichen.

Foto: Christian Charisius/ picture alliance / dpa
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Dann zogen sie mit Fackeln über die Herbertstraße, zu der Frauen der Zugang untersagt ist.

Foto: Christian Charisius/ picture alliance / dpa
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Im November protestierten sie vor dem größten Bordell Europas, dem "Pascha" in Köln. Im Femen-Manifest heißt es, das Patriarchat stütze sich auf politische Gewaltherrschaft, Sexindustrie und Religion.

Foto: ? Ina Fassbender / Reuters/ REUTERS
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Die erste Femen-Aktion in Deutschland: Im Oktober in einem Hamburger Ikea-Haus. Der Anlass: Der Möbelkonzern hatte Frauen aus seinem Katalog für Saudi-Arabien retuschiert. Die Resonanz: eher dürftig.

Foto: MORRIS MAC MATZEN/ REUTERS
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