Ferrari-Historie Für immer rot
Enzo Ferrari: "Ich bin niemals irgendwohin als Tourist gereist und hatte noch nie Urlaub. Für mich ist der beste Urlaub, wenn ich ins Werk gehe." So sprach Enzo Ferrari, und es war wohl die Wahrheit. 1898 in Modena geboren, lernte Ferrari Schlosser in der Werkstatt seines Vaters, interessierte sich für die neue Erfindung Automobil und nahm ab 1919 an Rennen teil. Er gründete später die Scuderia Ferrari, die mit Alfa-Romeo-Rennwagen an den Start ging. 1947 gründete er eine eigene Autofirma, baute den ersten Ferrari-Rennwagen und kurz darauf die ersten Straßenautos. Enzo Ferrari galt als begnadeter Techniker, als Ego- und Erotomane sowie vieles mehr. Er starb am 14. August 1988.
Ferrari 125 S: Das erste Auto der gerade erst gegründeten Firma Ferrari war 1947 das Modell 125 Sport, das von einem 1,5-Liter-Zwölfzylindermotor angetrieben wurde. Im ersten Rennen in Piacenza blieb der Wagen zwei Runden vor Schluss wegen einer klemmenden Benzinpumpe liegen. Zwei Wochen darauf gewann Franco Cortese in diesem Auto den Grand Prix in Rom - und schon damals war der Wagen rot lackiert.
Ferrari Coupé Ghia: 1950 entstand mit dem Ferrari Coupé, dessen Karosserie von Ghia gestaltet worden war, ein Straßenmodell, das den bis heute typischen Zwölfzylindermotor mit einem 60-Grad-Winkel zwischen den beiden Zylinderbänken aufwies. Der Motor mit 2,3 Liter Hubraum leistet 130 PS, und weil der Wagen weniger als tausend Kilogramm wog, reichte das für eine Geschwindigkeit von rund 160 km/h.
Alberto Ascari 1952: Im Jahr 1952 fand die erste Formel-1-Saison statt, und Ferrari war von Beginn an mit dem Modell 375 F1 dabei. Ferrari-Fahrer Alberto Ascari (hier beim Großen Preis von Belgien) hatte jedoch gegen die technisch überlegenen Alfa-Konkurrenz kaum eine Chance. In der Gesamtwertung der Saison belegte Ascari schließlich den fünften Platz.
Ferrari 250 GT: Die Baureihe 250 debütierte 1953 auf dem Autosalon in Paris und wurde in unterschiedlichsten Varianten bis 1964 gebaut; das Foto zeigt einen tiptop restaurierten 250 GT. Die Baureihenbezeichnung 250 leitet sich aus dem Hubraum eines einzelnen Zylinders des 2,9-Liter-Zwölfzylindermotors ab (exakt waren es 246 ccm pro Brennkammer). Innerhalb der Baureihe gab es auch etliche Rennsportmodelle, deren berühmtester Vertreter wohl der 300 PS starke 250 GTO ist.
Ferrari 375 MM: Die Serie 375 wurde bei Ferrari zwischen 1952 und 1955 gebaut. 1954 debütierte das Modell MM (Mille Miglia) mit einem Hubraum von 4,5 Litern und einer Leistung von rund 340 PS. Experten schätzen, dass etwa 30 Autos gebaut wurden. Darunter war auch ein Coupé mit dem Namenszusatz Aerodinamica des Karosseriebauers Scaglietti, das der Regisseur Roberto Rossellini als Geschenk für seine Frau Ingrid Bergman in Auftrag gegeben hatte.
Ferrari Dino 246 GT: Dieses Auto, das nach Ferraris früh verstorbenen Sohn Dino benannt wurde, gehört zu den absoluten Klassikern der Marke aus Maranello. Der Dino 246 - der Mittelmotor des Sportwagens hatte 2,4 Liter Hubraum und sechs Zylinder - debütierte 1969 auf den Autosalon in Genf. Als Höchstgeschwindigkeit wurden 240 km/h genannt - eine dramatisches Tempo für jene Zeit. Rund tausend Fahrzeuge - die Quellenangaben variieren - wurden bis 1974 gebaut.
Niki Laudas Horror-Unfall: Es geschah am 1. August 1976 in der zweiten Runde des Grand Prix auf dem Nürburgring. Der Ferrari des amtierenen Formel-1-Weltmeisters Niki Lauda scherte plötzlich nach rechts aus, krachte in eine Felsmauer und fing Feuer. Lauda verlor seinen Helm und konnte von anderen Rennfahrern erst nach mehr als einer halben Minute aus dem brennenden Wrack gezogen werden. Er erlitt schwerste Verbrennzungen. Nach nur 42 Tagen Verletzungspause startete er schon wieder beim Rennen in Monza; im darauffolgenden Jahr wurde Lauda erneut Weltmeister.
Ferrari Testarossa: Das Modell Testarossa, so genannt wegen der rot lackierten Ventildeckel auf dem Motor, gehört zu den bekanntesten und meistgebauten Ferrari-Modellen überhaupt. Knapp 7500 Exemplare des 1984 vorgestellten Sportwagens wurden gefertigt. Angetrieben wurde der humorlos gestylte Keil von einem 4,9 Liter großen V12-Motor, der 390 PS entwickelte und das Auto knapp 300 km/h schnell machte. Der Ferrari Testarossa kostete damals in Deutschland 222.300 Mark.
Ferrari F 40: Das Auto war bei seinem Debüt 1987 der schnellste und leistungsstärkste bis dahin gebaut Ferrari und zugleich das letzte Modell, das unter der Leitung von Enzo Ferrari entstand. Der von Pininfarina gestaltete Supersportwagen besaß Kohlefaserkomponenten sowie einen 3-Liter-V8-Motor, der eine Leistung von 475 PS entwickelte und das Auto auf bis zu 321 km/h beschleunigte. 1215 Exemplare wurden gebaut, nur ein einziges davon in weiß - für den Sultan von Brunei.
Ferrari-Berater Niki Lauda: Als Formel-1-Rennfahrer saß der Österreicher Niki Lauda zwischen 1974 und 1977 für Ferrari im Cockpit, zwischen 1993 und 1995 kehre er als Berater zum italiensischen Rennstall zurück und organisierte das damals unterlegene Team neu. Unter anderem strich er, um eine seriösere Arbeitshaltung zu erzielen, den Mechanikern den Lambrusco als Getränk in der Mittagspause. Im SPIEGEL sagte Lauda damals: "Mythos bleibt nur erhalten, wenn ich ihn permanent erneuere. Entweder durch eine charismatische Figur wie Enzo Ferrari, oder durch Siege. Der Alte ist tot, also müssen wir den Mythos durch Leistung konservieren."
Ferrari-Fahrer Michael Schumacher: Der deutsche Formel-1-Pilot Michael Schumacher fuhr von 1996 bis 2006 für Ferrari, in dieser Zeit wurde er fünf Mal Weltmeister (insgesamt gewann Schumacher sieben Mal den Titel). Dass Ferrari während Schumachers Ära bei den Roten auch fünf Mal die Teamwertung gewann, wird vor allem auch der Akribie und dem technischen Verständnis des Ausnahmetalents zugeschrieben.
Ferrari Enzo: Von diesem Supersportwagen, benannt nach dem Firmengründer, sollten exakt 349 Autos gebaut werden. Doch die Erstauflage war bereits vor dem Produktionsstart 2002 ausverkauft. Daher erhöhte Ferrari die Auflage um weitere 50 Fahrzeuge. Der Stückpreis des Enzo lag bei rund 700.000 Euro. Dafür erhielten die Käufer ein reinrassiges Renngerät mit einem 6-Liter-V12-Motor, der 660 PS entwickelt und das von Pininfarina gestaltete Auto auf bis zu 355 km/h beschleunigt.
Ferrari FF: Mit dem Modell FF, das im März 2001 auf dem Autosalon in Genf Weltpremiere feierte, brachte Ferrari erstmals ein Auto mit so genannter Shooting-Brake-Karosserie auf den Markt, eine Art Sportkombi also. Der Viersitzer verfügt über Allradantrieb und ein Siebengang-Direktschaltgetriebe. Der 6,2 Liter große V12-Motor leistet 660 PS und treibt das rund 1,8 Tonnen schwere Auto auf bis zu 335 km/h. Der Preis des Autos liegt bei rund 260.000 Euro, lässt sich aber durch zahlreiche Extras und Optionen sehr leicht und schnell nach oben treiben.