Cartoon-Band "Fieldwork Fail" Knalleffekte aus der Wissenschaft
Cylita Guy von der University of Toronto beschäftigt sich mit Fledermäusen. Um besser verfolgen zu können, wie sich die Tiere durch Städte bewegen, lief sie mit einem Empfänger durch Toronto. Doch statt dem Signal von einer mit einem Sender ausgestatteten Fledermaus, folgte sie einem ganz anderen: einer Fußgängerampel. Diese und viele weitere Missgeschicke aus der Welt der Wissenschaft hat der französische Illustrator Jim Jourdane liebevoll gezeichnet.
Caroline Ponsonby aus Schweden beschäftigt sich mit Vorliebe mit dem Sägebock (Prionus coriarius). Forscher fangen diesen Käfer, indem sie Fallen mit Pheromonen aufstellen. Doch dabei ist Vorsicht geboten, erfuhr Ponsonby, nachdem sie aus Versehen in direkten Kontakt mit den teuren Duftstoffen geraten war: Jemand erzählte, dass Kollegen, denen ähnliches passiert war, in ihren Autos von Käferschwärmen eingeschlossen wurden. Dem Sexualduftstoff könnten die Sägeböcke einfach nicht widerstehen.
Alayne Fronimos aus San Antonio, USA, wollte Tauben beobachten. Damit sie von den Tieren nicht entdeckt wurde, investierte sie in eine Tarnausrüstung. Doch da hatte sie die Vögel ziemlich falsch eingeschätzt. Die Tiere hatten Angst vor den Tarnfarben - sie waren einfach zu sehr an den Menschen gewöhnt. Mehr Glück hatte sie in ihrem Auto.
Die Tierärztin Carrie Cizauskas kam gerade aus dem Etosha-Nationalpark in Namibia. Dort hatte sie Blut- und Kotproben von Elefanten genommen, die sie im Labor untersuchen lassen wollte. Es sei üblich, diese Proben mit einer entsprechenden Genehmigung im Flugzeug mitzunehmen. Doch leider geschah dieses Mal ein Missgeschick: Die Glasröhrchen mit den Proben zerbrachen. Zum Glück hatte Cizauskas noch genug Material, um es untersuchen zu können.
Orlando Zegarra beschäftigt sich mit Fledermäusen und war nachts im Nationalpark Manú in Peru unterwegs, um Fallen zu überprüfen. Mit seiner Machete arbeitete er sich durch das Unterholz, als ihm ein besonderer Ast auffiel. Als er ihn mit der Machete berührte zeigte sich allerdings, dass es sich keinesfalls um ein Stück Holz handelte, sondern um den Schwanz eines Kaimans. Es war das größte Exemplar, das er je gesehen hatte.
Der französische Illustrator Jim Jourdane hat Missgeschicke von Wissenschaftlern in seinem Buch "Fieldwork Fail" auf humorvolle Weise gezeichnet, gesammelt und veröffentlicht. Die Geschichten seien nicht nur lustig, sie zeigten auch eine sehr menschliche Seite von Wissenschaft, findet Jourdane. Und würden so mit den bekannten Stereotypen von Forschung brechen.
Agata Staniewicz von der University of Bristol reiste für ihre Forschung zu Krokodilen nach Indonesien. Dort wollte sie ein Exemplar mit einem Sender ausstatten, der per Klebstoff befestigt wird. Doch leider klebten nicht nur der Sender, sondern auch ihre Finger an dem Tier fest. Es dauerte mehr als zehn Minuten, bis sie den Sender endlich dort hatte, wo er sein sollte - und ihre Finger freibekam. Die Fischer, die das Tier dabei festhielten und das Maul zugeschnürt hatten, konnten sich vor Lachen kaum halten.
Die Biologin Marissa Parrott aus Australien war im Tambavati-Park in Südafrika unterwegs, als Paviane Interesse an der letzten verfügbaren Rolle Toilettenpapier bekamen. Sie stibitzten das Papier und dekorierten einen Baum damit. "Trotzdem war es schwer, in dieser Situation nicht zu lachen", erklärt Parrott.
Jeff Stratford war mit einer Gruppe Schulmädchen am Susquehanna River im Nordosten der Vereinigten Staaten unterwegs. Das Angebot soll die Kinder für Wissenschaftsthemen begeistern. Stratford fängt heimische Vögel, zeigt den Schülerinnen, wie man vorsichtig Blutproben nimmt und lässt die Tiere dann wieder frei. Bei einem Zeisig passierte dann die Katastrophe: Direkt vor den Augen der Mädchen schnappte sich ein Falke den Vogel. Ob die Mädchen trotzdem noch Ornithologinnen werden wollen, ist nicht bekannt.
Lilia Illes beschäftigt sich mit Primaten und war auf Ometepe, einer Insel im Nicaraguasee, Brüllaffen auf der Spur. Als sie einem Männchen folgte, entdeckte sie nahe dem Baum, in dem er hockte, ein Lager mit Waffen und einen Hubschrauberlandeplatz. Offenbar hatte sie das Tier direkt in ein verstecktes Drogencamp geführt. Illes ließ den Brüllaffen Brüllaffen sein und machte sich schleunigst davon.
Rock den Löwen: Der Brite Simon Dures sammelt mit einem Biopsie-Pfeil Gewebeproben von Löwen im Okavango Delta von Botswana. Damit die Tiere nahe genug für sein Luftgewehr herankommen, lockt er sie mit Tierlauten an, die er über einen Lautsprecher abspielt. Doch statt dem Ruf eines Büffelkalbs kam er irgendwann mit seiner privaten Musiksammlung durcheinander: Plötzlich schallte "Back in Black" von AC/DC durch das Delta. Die Löwen haben offenbar wenig Sinn für Rockmusik - es gab keine Löwen-DNA.
Der Archäologe Andy Baader war in Perthshire in Schottland auf der Suche nach Siedlungen aus dem frühen Mittelalter. Als er einige Knochen fand, wähnte er sich schon mitten in einer mittelalterlichen Abfallgrube. Doch dann tauchte plötzlich das Logo einer bekannten Fast-Food-Kette auf. Und aus den mittelalterlichen Knochen wurden ein paar Hühnchenreste.
In den Siebzigerjahren wurden in Brüssel einige Papageien ausgesetzt, die sich rapide vermehrt haben. Inzwischen interessieren sich auch Biologen und Umweltschützer für die Tiere - darunter auch der Belgier Diederik Strubbe. Als er die Vögel nahe dem Nato-Hauptquartier mit einem Fernglas beobachtete, rief das die Sicherheitskräfte auf den Plan. Schnell war Strubbe von einem Trupp Soldaten umringt, die ihm nahelegten, er solle doch besser schleunigst weiterziehen. Ein Soldat erklärte ihm, die Vögel seien für den Winter bereits in den Süden gezogen - deshalb gebe es für ihn nichts zu beobachten. Dumm nur, dass die Tiere gar keine Zugvögel sind. Und Strubbe sie zu Tausenden rufen hören konnte.
Gayle Pedersen aus Südafrika war im berühmten Krüger-Nationalpark unterwegs, um einen ausgewilderten Nashornbullen zu suchen. Plötzlich tauchte das Tier auf und die Gruppe ging hinter einem Baum in Sicherheit. Blöderweise hatte sich der Bulle ausgerechnet diesen Baum ausgesucht, um sein Revier zu markieren - mit einem kräftigen Urinstrahl.
Die Vulkanologin Jessica Ball erinnert sich noch gut an ihren ersten Kontakt mit Lava. Sie war auf Hawaii und wollte aktive Lavaflüsse am Kilauea-Vulkan auf Big Island untersuchen. Doch sie hatte die Hitze unterschätzt: Weil sie zu lange an einer Stelle stand, schmolzen die Sohlen ihrer Schuhe.