Beliebte Spieleserie So hat sich die "Fifa"-Reihe verändert
»Fifa« gehört seit zwei Jahrzehnten zu den beliebtesten Videospielreihen. Im Jahr 1993 erschien »Fifa International Soccer«, der Auftakt der Sportspielreihe. Das Spiel konnte man unter anderem auf dem Sega Mega Drive, dem PC, dem Game Boy und dem Super Nintendo spielen.
Ein Jahr später erschien »Fifa Soccer 95« für den Sega Mega Drive. Fortan trug »Fifa« immer die Zahl zum kommenden Jahr im Namen. So wirken die meistens im Herbst erscheinenden Spiele auch noch einige Monate später aktuell.
Die ersten zwei Spiele boten eine isometrische Perspektive, man schaute von der Seite aufs Spielfeld. 3D-Grafik gab es erstmals bei »Fifa Soccer 96«, das unter anderem für PC, PlayStation und Sega Mega Drive erschien. Das Spiel bot auch erstmals echte Spielernamen.
Mit »Fifa 97« verlor die Reihe das »Soccer« aus dem Titel, außerdem gab es Hallenmatches. Mit dem Franzosen David Ginola hatte sie erstmals einen bekannten Spieler auf der Verpackung. Mit Andreas Möller bekam Deutschland im Folgejahr auch ein eigenes »Fifa«-Werbegesicht.
»Fifa 98« hat bis heute den Ruf, ein besonderer Teil zu sein – auch wegen des Hallenmodus, der danach für viele Jahre aus der Serie verschwand, mit Ausnahme eines "Street-Modus" für "Fifa 11" und dessen Nachfolgespiele auf der Wii . Nicht in dieser Fotostrecke kommen übrigens die zahlreichen »Fifa«-Ableger vor, etwa »Fifa WM Frankreich 98«, »Bundesliga Stars« und »Fifa Street«. Im Schnitt ist im Jahr also mehr als ein »Fifa«-Spiel erschienen.
Einen realistischeren Look als der Vorgänger bot »Fifa 99«, das 1998 für PC, PlayStation, Nintendo 64 auf den Markt kam, mit dem Schalker Olaf Thon auf dem Cover. »Bessere Spielerbeschleunigung«, warb EA für das Spiel. »Entkommen Sie den Angriffen des Gegners.«
Ein Jahr später ging »Fifa 2000« an den Start. Das Spiel mit Mehmet Scholl auf dem Cover enthielt unter anderem auch historische Teams wie die deutschen WM-Gewinner von 1974.
Der Nachfolger »Fifa 2001« wurde rückblickend amüsant beworben: »Die absolut realistischen Animationen vermitteln einem das Gefühl, mit den Spielern auf dem Platz zu stehen.«
Für »Fifa Football 2002« – die Reihe trug zeitweise ein »Football« im Titel - brauchte man Windows 95, 98, oder ME, dazu einen Pentium II mit 300 MHz. Heute laufen Spiele mit solcher Grafik auf jedem Smartphone.
»Fifa Football 2003« gab es von Ende 2002 an für PC, PlayStation 2, PlayStation, Xbox, Nintendos GameCube und den Game Boy Advance. Das Spiel bot laut Eigenwerbung die »absolute Spielerfahrung«.
Der nächste Teil, »Fifa Football 2004«, war angeblich »das faszinierendste Fußballereignis aller Zeiten«. Es bot 16 Ligen, 350 Mannschaften und über 10.000 Spieler.
»Fifa Football 2005« lief auf dem PC unter Windows 98, Windows ME, Windows XP und Windows 2000 – der Klassiker Windows 95 wurde 2004 schon nicht mehr unterstützt.
Seit »Fifa 06« kürzt die Reihe die Jahreszahl im Titel ab. Eine wichtige Funktion von »Fifa 06« war ein Manager-Modus, in dem man auch jenseits des Platzes wichtige Entscheidungen treffen musste.
Zum Erscheinen von »Fifa 07« wurde vor allem die Funktion »Fußballemotionen« beworben. »Die Fans reagieren auf deine Leistung«, hieß es: »Torerfolge und Ballbesitz lassen das Momentum für dein Team wachsen und bringen deine Fans zum Singen und Jubeln.«
Mit »Fifa 08« kam die Reihe auf Sonys Playstation 3 an, hervorgehoben wurde passend dazu vor allem die überarbeitete Grafik: Von einer »Next-Gen-Gameplay-Engine« war 2007 die Rede.
Insgesamt sind »Fifa«-Spiele für mehr als 15 Plattformen erschienen. »Fifa 09« gab es für PC, PlayStation 3, PlayStation 2, PlayStation Portable, Xbox 360, die Wii und den Nintendo DS. Seit 2008 gibt es in »Fifa« den Spielmodus »Be a Pro«, in dem man einen einzelnen Spieler steuert. Und mit »Ultimate Team« wurde als Zusatz-Inhalt der heute mit Abstand beliebteste Spielmodus eingeführt.
»Fifa 10« stellte schon höhere Anforderungen an die Konsolen beziehungsweise an den PC. Computer brauchten mindestens 2,4 GHz und 512 MB Arbeitsspeicher, um das Spiel zum Laufen zu bringen.
Seit »Fifa 11« kann man online mit elf echten Spielern gegen elf andere antreten. Sogar die Position des Torwarts kann übernommen werden – was sicher nicht die dankbarste Aufgabe ist.
»Fifa 12« bot im Jahr 2011 500 offiziell lizenzierte Vereine und über 15.000 Spieler. Auf dem Cover waren Lukas Podolski und Mats Hummels zu sehen, in den Trikots ihrer damaligen Vereine Köln und Dortmund. »Ultimate Team« war erstmals Standard-Bestandteil des Spiels und somit direkt auf der Disk enthalten. Auch das Verteidigungs-System wurde überarbeitet.
Zu »Fifa 13« gab EA an, das Spiel sei »das umfangreichste Spiel in der Geschichte der Serie«. Eine neue Funktion nannte sich »Complete Dribbling«. »Jetzt zählt jede einzelne Ballberührung«, hieß es dazu. »Eins-zu-eins-Situationen lassen sich dank mehr Kreativität im Angriff besser nutzen.«
Bei »Fifa 14« wurde unter anderem der populäre Spielmodus »Ultimate Team« verbessert. »Fifa 14« ist das erste »Fifa« für Xbox One und Playstation 4 gewesen. Die beiden überarbeiteten Versionen erschienen aber zeitversetzt zu denen für ältere Konsolen.
»Fifa 15« erschien dann zeitgleich für Playstation 3 und 4 und die Xbox 360 und die Xbox One, sprich: »Fifa« war hiermit endgültig in der nächsten Konsolengeneration angekommen. Das Spiel bilde »erstmals die Emotionen aller 22 Spieler auf dem Spielfeld ab«, warb EA dazu. Im Spiel fanden sich zum ersten Mal alle 20 Stadien der englischen Premier League.
Eine echte Revolution gab es bei »Fifa 16«. Erstmals in der Geschichte der Serie konnte man hier mit Frauenteams antreten, etwa mit der deutschen Nationalmannschaft.
»Fifa 17« bot als erster Teil der Serie einen Storymodus, in dem man den Youngster Alex Hunter im Laufe seiner Premier-League-Karriere begleitet. Außerdem wechselte EA zu einer Engine namens Frostbite, die etwa aus »Battlefield 4« bekannt ist.
Seit »Fifa 18« lässt sich auch die 3. deutsche Liga mit Originaldaten spielen. Außerdem wird die Geschichte von Alex Hunter weitererzählt. Erstmals erscheint auch ein »Fifa«-Ableger für Nintendos Hybrid-Konsole Switch.
Mit »Fifa 19« kehrte im Herbst 2018 unter anderem die Lizenz für die Champions League zu EA zurück, nachdem sie einige Jahre beim Konkurrenten Konami lag. So konnte man fortan wieder in der Königsklasse um den Titel kämpfen, samt der bekannten Hymne.
Mit »Fifa 20« brachte EA die Kleinfeldkicks zurück. In einem neuen Spielmodus namens Volta konnten kleine Teams auf Bolzplätzen, Hochhäusern und in Lagerhallen gegeneinander antreten. Die Online-Funktionen des neuen Modus waren dabei leider sehr eingeschränkt.
In »Fifa 21« wurde der Volta-Modus ein wenig aufgebohrt. Ansonsten gab es nicht viele Veränderungen zum Vorjahresspiel. Auch die Coronapandemie – im echten Fußball ein Riesenthema – wurde von EA ausgeblendet. In dem Spiel, das im Dezember 2020 auch für die Xbox Series X und die Playstation 5 erschien, gab es keine leeren Stadien.
Mit »Fifa 22« kam die Reihe dann richtig auf den Next-Gen-Konsolen an: Eine neue EA-Technologie namens Hypermotion ließ Zweikämpfe und Ballannahmen mit rund 4000 zusätzlichen Animationen realistischer wirken. Eine noch größere Revolution gab es im Laufe der Saison: EA schaltete eine eingeschränkte Crossplay-Funktion frei, die auf den neuen Konsolen erstmals Online-Matches zwischen Playstation- und Xbox-Besitzern ermöglichten.
Das offizielle Ende der »Fifa«-Reihe markiert Ende Oktober 2022 nun »Fifa 23«: Das Spiel ist nach fast 30 Jahren der letzte Serienteil, der wie der Fußball-Weltverband heißt. EA und die Fifa sind sich bei den Namensrechten nicht mehr einig geworden – das nächste Fußballspiel des Konzerns wird daher »EA Sports FC« heißen. »Fifa 23« enthält erstmals Frauenclubs, darunter etwa Arsenal WFC und Chelsea FC Women. Eine weitere Neuerung sind sogenannte Powerschüsse.