Der König der Nacktfilme Sex, Gewalt und Powerfrauen
Sie haben gut lachen: Die drei Hauptdarstellerinnen auf dem Kinoplakat von Russ Meyers "Die Satansweiber von Tittfield". Der englische Originaltitel des Films von 1965 lässt übrigens weit mehr Stilsicherheit erkennen. Er lautet: "Faster, Pussycat! Kill! Kill!"
"Die Satansweiber von Tittfield": Russ Meyers wohl berühmtester Film handelt von drei Go-go-Tänzerinnen auf der Suche nach Sex und Gewalt.
Er zeigt Tura Satana (rechts) in ihrem einzigen Russ-Meyer-Film. Doch die Rolle reichte aus, um die Schauspielerin unsterblich zu machen.
Nicht normal: Die Darstellerinnen in "Supervixens" von 1975 sind alle super. Denn sie heißen...
...SuperAngel, SuperLorna, SuperHaji, SuperSoul, SuperCherry und SuperEula und SuperVixen.
Verfolgungsjagd: Viele Russ-Meyer-Filme wurden von Sex und Gewalt dominiert
Männer zu Sexobjekten: Während sich die Frauen in Russ Meyers Filmen smart und selbstbewusst zeigten, waren die Männer meist tumbe Muskelprotze und naive Dorftrottel
Powerfrau: Der Film "Faster, Pussycat! Kill! Kill!" machte Tura Satana zu einer Kultfigur. Die Schauspielerin starb am 4. Februar 2011 im Alter von 72 Jahren.
Gefühle unter der Decke: In "Lorna - Zuviel für einen Mann" bewegt sich Russ Meyer am Rande des guten Geschmacks - und dennoch gelingt ihm ein faszinierendes Sittengemälde. Der Film von 1964 handelt von einer Frau, deren etwas dümmlicher Mann nicht in der Lage ist, sie im Bett zu befriedigen. Erst durch eine Vergewaltigung wird Lornas unterdrückte Libido entfesselt.
"Im Garten der Lust": Um Russ Meyers Werke haben auch Jahrzehnte nach ihrer Veröffentlichung eine begeisterte Fangemeinde. Nach dem Originaltitel dieses Films von 1965 etwa benannte sich die US-Grungeband Mudhoney.
Und wie lautet das Rezept? Gefragt nach der Erzählstruktur seiner Filme anwortete Russ Meyer einmal: "Meine Filme werden häufig auf Partys gezeigt. Wenn einer in die Küche geht und Bier geholt hat, muss er beim Reinkommen wieder ein paar Leute beim Bumsen sehen."
Filmszene aus "Im Garten der Lust" von 1965.
Hallo Hollywood: "Blumen ohne Duft" von 1970 war Russ Meyers erste Produktion für ein großes Hollywoodstudio. Der Film...
...beschreibt den Aufstieg und Fall einer Mädchen-Rockband. Der Originaltitel...
...lautete "Beyond the Valley of Dolls". Das Drehbuch schrieb der damals noch unbekannte Filmkritiker und Pulitzerpreisträger Roger Ebert.
Guck mal, wer da badet: Schon in den Filmen "Supervixens" und "Ultravixens" ließ Russ Meyer eine Figur auftreten, die Martin Bormann heißt. Doch erst in seinem Film "Up" von 1976 taucht Hitler selbst auf.
Manche Meyer-Exegeten, sehen im Auftauchen von Nazis in den Filmen des Sexploitation-Regisseurs, einen Verweis auf seinen Vater. Der deutschstämmige Polizist verließ Russ Meyers Mutter bereits vor seiner Geburt. Der Filmemacher hasste ihn dafür ein Leben lang.
Rache-Epos: In Russ Meyers Film "Motorpsycho" von 1965 vergewaltigen drei Motorradrowdys die attraktive Frau eines Tierarztes. Als ihr Mann sie entdeckt, machen sich beide auf die Jagd nach den Bikern. der Film endet in einem blutigen Showdown.
Nach "super" kommt "ultra": Auf Russ Meyers Filmerfolge "Vixens" und "Supervixens" folgte 1979 "Beneath the Valley of the Ultra-Vixens". Dr Film, der in Deutschland "Im tiefen Tal der Superhexen" hieß, war das vorletzte Werk des Regisseurs. Das Drehbuch schrieb...
...erneut der Filmkritiker Roger Ebert.
Und ewig lockt die Brust: Auch mit über 70 bevorzugte Russ Meyer vollbusige Frauen. Hier posiert er mit dem Pornosternchen Pandora Peaks.