Filmklischees, Teil 2 Reden ist Silber, Schießen ist Gold
Perfekt gestylt: Frauen gehen nicht nur mit Make-up schlafen, sondern...
Filmbild aus "Fremde Bettgesellen" (1964) mit Gina Lollobrigida
...wachen auch perfekt frisiert und mit unverschmierter Schminke wieder auf.
Von Gesine Meyer
Filmbild aus "Was wird hier gespielt?" (1940) mit Fita Benkhoff
Top-Babys: Die Hände des Arztes sind noch blutverschmiert, aber das Neugeborene sieht bereits wie aus dem Ei gepellt aus - obwohl es gerade erst zur Welt gekommen ist.
Von Janina Habermann
Filmbild aus "Good Vibrations - Sex vom anderen Stern" (2000)
Verfehlt: Polizisten/Helden treffen Flüchtige grundsätzlich nie - höchstens mal die Heckscheibe.
Von Jan Gerken
Filmbild aus "Black Dahlia" (2006) mit Josh Hartnett
Gut gedeckt: Frauen, die in einem fremden Zimmer aus dem Bett steigen, nehmen das Laken mit - als hätten sie keine Kleidung, die sie anziehen könnten.
Von Andrea Klüwens
Filmbild aus "Jagd auf Jeff" (1968) mit Mireille Darc
Phrasen-Drescher: In amerikanischen Filmen, in denen eine Gerichtsverhandlung zu sehen ist, kommt fast immer ein Anwalt mit dem Satz "Ist es nicht vielmehr so, dass..." um die Ecke.
Filmbild aus "Sensation auf Seite 1" (1959)
Mitte-Läufer: Ein einzelner Mensch oder mehrere Menschen fliehen vor einem verfolgendem Fahrzeug - und stets laufen die in der Mitte der Fahrbahn davor weg, selbst dann, wenn ein Bürgersteig vorhanden ist. Warum auf der Straßenmitte? Wahrscheinlich weil es für den Kamerawagen, der vorausfahren muss, so am einfachsten ist.
Ursula Pöppelbaum
Filmbild aus "Stephen King - Manchmal kommen sie wieder" (1991)
Rasende Eisenbahn: Amerikanische Züge bremsen nie - weder bevor sie auf ein Hindernis prallen (da wird nur die Signalpfeife betätigt) nochnachdem sie in das Hindernis gebretzelt sind.
Von Achim Behr
Filmbild aus "Zurück in die Zukunft III" (1990)
Kein Achselbusch im Paradies: "Wider die Natur, aber filmästhetisch unumgänglich - Frauen wachsen in Filmen niemals Achselhaare. Nicht am 'Morgen danach' und schon gar nicht auf der 'Lost'-Insel."
Von Toni Jost
Bild aus "Stille Tage in Clichy" (1990) mit Giuditta Del Vecchio
Kampftraining: "Egal ob Bud Spencer oder Karate Kid - wenn jemand vom absoluten Beginner zum Supersportler trainiert werden soll, wird das in Form einer Sport-Trainings-Montage im Zeitraffer dargestellt."
Von Judith Denkmayr
Filmbild aus "Karate Kid" (1984)
Reden ist Silber, Schießen ist Gold: "Wenn die Heldin des Horrorfilms den Bösewicht niederstreckt, wird sie ihm nie sofort den finalen Kopfschuss versetzen oder einfach mal aus dem Haus rennen. Stattdessen geht sie ganz nah zu ihm hin und - zack! - der Böse, den sie vorher mit zwanzig Kugeln durchsiebt hat, steht wieder auf und weiter geht's."
Von Robert Fuhrmann
Filmbild aus "Halloween" (2007)
Glaspaläste: "Selbst die größten Schlösser und die modernsten Villen haben im Film anscheinend nur Einfachverglasung. Die Bösewichter können also höchst lässig eine Scheibe einschlagen oder - besser - mit dem Glasrundschneider im Nu ein Loch hinein schneiden."
Von Boris Raeder
Filmbild aus "Catwoman" (2004)
Heute ein König: "Wenn zwei Protagonisten Schach spielen, und sei die Einstellung noch so kurz, endet die Szene immer mindestens mit einem Schachgebot, in den allermeisten Fällen mit der Ansage '(Schach)Matt'. Kein Drehbuchautor verzichtet je darauf. Und fast immer wird dann der König umgelegt."
Von Stefan Georg
Filmbild aus "In Enemy Hands" (2004) mit Thomas Kretschmann und Til Schweiger
Aus die Mouse: "Niemals wird ein Computer mit einer Mouse bedient, immer per Tastatur."
Von Matthias Junge
Filmbild aus "Sneakers - Die Lautlosen" (1991)
Von allen guten Geistern verlassen: "Wenn in einem Horrorfilm ein Mann und eine Frau auf der Flucht sind, wird immer der Mann (meistens Held) zu der Frau sagen: 'Ich schaue mich mal um, du wartest hier'. Der Mann lässt die Frau zitternd alleine und während er verschwindet, wird die Frau vom Verfolger gefunden (und meist verschleppt)."
Von Thomas Müller
Filmbild aus "Texas Chainsaw Massacre: The Beginning" (2006)
Jeder Schuss ein Treffer: "Geschosse schlagen immer irgendwo sichtbar und mit einem Aufprallwölkchen oder - noch besser - mit Funkenschlag ein, selbst wenn der Held hinter einer Sprossenwand, einen Treppengeländer oder einem Gitter steht und die Salve aus einem Maschinengewehr kommt."
Von Lothar Meyer
Filmbild aus "Welcome to the jungle" (2003) mit Dwayne Johnson
Verguckt: Wenn jemand unerwartet auflegt oder die Verbindung schlecht ist, schaut der Darsteller irrtiert in den Hörer - selbst wenn es sich um kein Display-Telefon handelt. Hier ist Michael Ray Bower in "Virgil - Voll verliebt" der Verdutzte.
Von Philine Gebhardt
Quasselstrippe: "Wird ein Tonband oder eine Videokassette vor- oder zurückgespult, wird man beim Spulen das Geräusch quiekender, quasselnder Stimmen hören, obwohl das gerade bei Videos absolut unrealistisch ist. Natürlich auch bei Kassettenspulen. Man stellt ja normalerweise das Band erst auf Stopp."
Von I. Richter
Bild aus "The Ring" (2002) mit Naomi Watts
Gut betucht: "Bettdecken haben im Film immer eine L-Form. Liegt ein Paar im Bett, reicht die Decke ihm bis an den Bauchnabel, ihr jedoch bis an den Hals."
Von M. Schütz
Filmbild aus "James Bond 007 - Diamantenfieber" (1971)
Mitreißend: Wenn ein Paar auf der flucht ist, läuft er meist voran und hält sie an der Hand.
Von Lina Wohlrab
Filmbild aus "Sechs Tage, sieben Nächte" (1998) mit Anne Heche und Harrison Ford
Runde Sache: "Im Film sind alle Monde voll."
Von M. Schütz
Filmbild aus "E.T. - Außerirdische (1982)
Vererbung unter Säugetieren: "Alle Delfine klingen wie Flipper. Obwohl Flipper gar nicht wie ein echter Delfin klingt!"
Von Marlies Folkens
Bild aus der TV-Serie "Flipper" (1964-1968)
Die pingen, die Sounddesigner: "Ganz weit weg von der Realität aber immer wieder gerne genommen ist das Geräusch des Sonars im U-Boot. Was im Film ein melodiöses "Ping" ist, klingt in Wirklichkeit wie ein Zischen oder wie eine Handvoll Sand, die gegen die Bordwand geworfen wird."
Von Benedikt Röskau
Filmbild aus "Jagd auf Roter Oktober" (1990)
Rot-Grün-Schwäche: "Zeitbomben im Film verfügen neben erwähnter Digitalanzeige immer über einen roten und einen grünen Draht. Dies ist so seit dem Klassiker '18 Stunden bis zur Ewigkeit'."
Von Bernd Hellwege
Filmbild aus "Einsame Entscheidung" (1996)
Erste Helferin: "Die Wundversorgung der Männer durch die Frauen verläuft im Film immer nach dem gleichen Schema. Immer wird die Wunde von der Frau gereinigt, sie drängt sich quasi auf, der Mann wehrt sich natürlich heldenhaft dagegen. Sie bewundert - wenn vorhanden - auch seine anderen Narben und am Ende landen sie im Bett. Und plötzlich tut nix mehr weh."
Von Silvia Klein
Filmbild aus "Circus-Welt" (1963) mit Claudia Cardinale und John Wayne
Kaltfront im Osten: "Werden in amerikanischen Filmen russische oder ost- und mitteleuropäische Schauplätze gezeigt, herrscht dort immer Winter, bestenfalls nasskalter, windiger Herbst. Die Sonne scheint jedenfalls nie. Beispiele? 'Der Anschlag', 'The Saint', 'Die Bourne-Identität', 'True Lies'."
Von Martin Gorges
Filmbild aus "The Saint - Der Mann ohne Namen" (1997)
Der letzte Schrei?: "Frauen oder Kinder, denen der Mund zugehalten wird, damit sie nicht schreien, schreien trotzdem."
Von Rolf Diekmann
Filmbild aus "Alle Menschen werden Brüder" (1972)
Harte Männer, weiche Landung: "Stürzt ein Filmheld von einem Gebäude, landet er entweder weich auf einer Markise, hart in einem Müllcontainer oder auf einem Autodach."
Von Martin Gorges
Filmbild aus "Alarm für Cobra 11 - Einsatz für Team 2 - Countdown auf der Todesbrücke" (2003)
Durchblicker: "Ein wichtiges Klischee des amerikanischen beziehungsweise Hollywood-Films ist der Blick des Schauspielers durch eine Jalousie. Wann immer jemand verfolgt wird und sich verstecken muss, schaut er mindestens einmal ängstlich durch eine Jalousie nach draußen, indem er eine Lamelle herunterdrückt."
Von Dr. Robert Dennhardt
Filmbild aus "Hardcover" (2008) mit Filip Peters und Lucas Gregorowicz
Protagonist tot, Augen zu: "Gestorbenen werden immer die Augen zugedrückt."
Von Rolf Diekmann
Filmbild aus "Geheimnis von Twin Peaks" (1989) mit Sheryl Lee
Beknackt: "Schleicht der Held im Wald, bricht auf dem Boden ein Ast."
Von Rolf Diekmann
Filmbild aus "The Others" (2001)
Am Rad drehen: "In älteren Filmen wird beim Autofahren immer wie verrückt am Lenkrad gedreht, obwohl die Straße gerade ist. Dabei bewegt sich das Auto trotzdem weder nach links noch rechts."
Von Jan Busch
Filmbild aus "Das süße Leben" (1960)
Schlechtes Passspiel: "Selbst die geheimsten Geheimdaten sind auf dem Computer immer mit einem nachvollziehbaren Passwort geschützt."
Von Bernd Nixdorf
Filmbild aus "War Games - Kriegsspiele" (1983)
Immer schön dranbleiben: "Ruft jemand die Polizei an und soll geortet werden, muss er mindestens 30 Sekunden in der Leitung gehalten werden. Natürlich wissen Bösewichte das ganz genau - und legen jedes Mal rechtzeitig auf. Im wirklichen Leben reicht der Polizei der bloße Anruf zur Ortung - bei Handys sogar nur ein eingeschaltetes Gerät."
Von Adam Kwiatkowski
Filmbild aus "Zwei Herzen und zwölf Pfoten: Der kleine Bruder" (2008) mit Anna Grisebach und Eva Habermann
Abgewürgt: "Ein echter Klassiker - das nicht anspringende Fluchtfahrzeug, auch wenn es ein Neuwagen ist. Beliebte Abwandlung des Themas ist die schwergängige Schaltung. Besonders Frauen scheinen damit Pech zu haben."
Von Günter Moryson
Filmbild aus "Klauen wir gleich die ganze Bank" (1973) mit Joanna Cassidy
Frauen ermitteln: "Aus der "brand eins"-Rubrik 'Die Welt in Zahlen', Ausgabe 10/2005:
- Zahl der Kommissarinnen, die bisher in deutschen Krimis tätig wurden: 121
- Zahl der leitenden Kommissarinnen deutscher Mordkommissionen im wirklichen Leben im Jahr 2005: 0"
Von Sören Berkefeld
Bild aus "Bella Block - Die Freiheit der Wölfe" (2004)
Familienbomber: "Ein Flugzeug, das sich im Sturzflug befindet, macht im Film immer ein Geräusch wie die Fahrtwindsirene einer Ju 87 (Sturzkampfbomber) - selbst dann wenn es eine Boeing ist."
Von Philipp Queins
Filmbild aus "Die Luftschlacht um England" (1969)