Agenten-Thriller "Verräter wie wir" Vom Glamour des Geheimen
Wie es seinen Angang nimmt: Eigentlich wollen der Anglistik-Dozent Perry Makepiece (Ewan McGregor) und seine Ehefrau Gail (Naomie Harris) nur Urlaub in Marrakesch machen.
Dort lernen sie jedoch den düsteren Geschäftsmann Dima (Stellan Skarsgård) kennen. Er hat für die russische Mafia Geld gewaschen - jetzt ist er auf der Flucht.
Mittelsmann wider Willen: Dima möchte Schutz beim britischen Geheimdienst MI6 finden. Perry soll für ihn den Kontakt herstellen.
Als Gegenleistung will er dem Geheimdienst verraten, welche Politiker auf der Pay-Roll der russischen Mafia stehen.
So wird Dima interessant für den MI6 Mann Hector Meredith (Damian Lewis). Sein berufliches Ziel ist es, seinen Ex-Chef, einen inzwischen Mitglied der britischen Bankenaufsicht, der Geldwäsche zu überführen.
Sozialbewusster Beatnik: Perry spielt mit. Er hat eine starke soziale Ader. Für den bedrohten Dima setzt er sich ebenso selbstlos ein, wie er als Kavalier und Ehrenmann bedrängten Damen beispringt, ganz ohne Furcht vor einer blutigen Nase.
Schleuser im Auftrag ihrer Majestät. Um sein Ziel zu erreichen, dafür muss Hector den Geschäftsmann Dima aber erst einmal ins Land schleusen - was leichter gesagt als getan ist.
Aber der "Prinz", so der Name des russischen Großkriminellen, ist Dima auf der Spur.
Stärker als an der im Kino sonst üblichen Action ist Regisseurin Susanna White an den "Soft Skills" der Geheimdiensttätigkeit interessiert. Entsprechend inszeniert sie auch ihre Figuren.
So liegt es auch an Obi-Wan-Kenobi-Darsteller Ewan McGregor, dass "Verräter wie wir" - anders als zuletzt die düsteren le-Carré-Adaptionen "Dame, König, As, Spion" und "A Most Wanted Man" - eher dem Guten im Menschen zugewandt ist.