"Rosetta"-Mission Finaler Crash auf Tschuri
Künstlerische Darstellung des Landeanflugs: Am 30. September 2016 ist die Sonde "Rosetta" kontrolliert auf die Oberfläche des Kometen Tschuri gestürzt. Damit endete ihre Mission.
Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko: "Rosetta" hatte den Himmelskörper seit beinahe zwei Jahren umkreist.
"Rosetta" beim Kometen (künstlerische Darstellung): Bereits seit November 2014 liegt der Landeapparat "Philae" auf dem eisigen Brocken. "Rosetta" hatte ihn huckepack zu Tschuri transportiert und ausgesetzt. Die Muttersonde ist damit bereits der zweite Flugkörper von der Erde, der im grauen Staub des Kometen seine letzte Ruhe findet.
Lander "Philae" (Computergrafik): Am 12. November 2014 war der kühlschrankgroße Apparat gelandet und hatte sich danach wegen Strommangel abgeschaltet. Zwar meldete sich "Philae" noch mehrmals per Funk zurück, als der Komet näher an die Sonne geflogen war. Aber die Energie reichte nicht, um neue Experimente zu starten.
Dieses Bild kombiniert verschiedene Aufnahmen des Kometen, die "Rosetta" gemacht hat. Gut zu erkennen sind die Ausbrüche von Gas und Material, die typisch für Kometen sind.
Kometenoberfläche: "Rosetta" hat unter anderem herausgefunden, dass das Wasser hier sich chemisch von dem auf der Erde unterscheidet. Sie hat Sauerstoffmoleküle nachgewiesen und sogar die Aminosäure Glycin, einen Baustein des Lebens.
Das Aus für die Mission hat laut Esa praktische Gründe: Zum einen wird die schon im Jahr 2004 gestartete Sonde nicht jünger - und damit immer fehleranfälliger. Zum anderen, und das ist wichtiger, bewegt sie sich mit dem Kometen immer weiter von der Sonne weg. Über kurz oder lang liefern die Solarpanel nicht mehr genügend Strom.
Oberfläche von Tschurjumow-Gerassimenko: "Rosetta" sollte mit einer Geschwindigkeit von 50 Zentimetern pro Sekunde auf dem Kometen landen, halb so schnell wie einst "Philae". Fotos nach der Landung gibt es leider keine - "Rosetta" wurde mit Erreichen der Kometenoberfläche endgültig abgeschaltet.
Spektakuläre Nahaufnahme: Ab 9. August 2016 wurde der Kurs der Sonde nach und nach geändert. Auf elliptischen Bahnen näherte sie sich dem Kometen innerhalb von sechs Wochen immer mehr. Dabei sammelte das wackere Fluggerät wertvolle Daten - darunter noch deutlich feiner aufgelöste Bilder.
"Rosetta" (künstlerische Darstellung): "Einmal auf der Oberfläche angekommen, werden wir den Transmitter ausschalten", sagt Sylvain Lodiot von der Esa. Eine Kommunikation mit der Erde ist dann nicht mehr möglich, selbst wenn die nötige Technik den Crash überlebt und die Antenne zufälligerweise genau auf die Erde zeigt.
Esa-Kontrollzentrum in Darmstadt: Von hier bekam die Sonde ihre Kommandos.
Das unregelmäßige Schwerefeld machte das Steuern sehr schwer. Außerdem konnte jederzeit Staub die Instrumente stören.
Schwierige Bewegung: Das genaue Enddatum der Mission kam zustande, weil "Rosetta" und ihr Komet ab Anfang Oktober von der Erde aus gesehen hinter der Sonne ihre Bahn ziehen - und damit für Kommunikation nicht erreichbar wären.