Finalsieg über Italien Spanien zaubert sich zum Titel
Triumph der "Roten Furie": Spanien hat den EM-Titel verteidigt. Im Finale gegen Italien feierte das Team einen 4:0-Sieg - Rekord für ein EM-Endspiel.
Siegessicher: Dieser spanische Fan war schon vor dem Finale in Kiew außer sich.
Toller Start: Die Spanier zeigten sich zu Beginn in Bestform und spielten ihre stärkste EM-Partie. Das lag vor allem daran, dass sie deutlich zielstrebiger waren und häufiger den Abschluss suchten.
Den Führungstreffer erzielte David Silva (Mitte) per Kopf (14. Minute). Es war kein Traumtor im klassischen Sinne, aber ein herausragend herausgespielter Treffer. Iniesta hatte Cesc Fàbregas geschickt, der wiederum perfekt auf Silva flankte.
Für den 1,70 Meter großen Mittelfeldspieler war es das zweite EM-Tor 2012. Im Turnier hatte er aber bereits drei Treffer aufgelegt.
Iniesta (r.) bejubelte anschließend mit Xavi die Führung.
Italiens Defensive wirkte zu Beginn desolat, im Spielaufbau gelang kaum etwas. Vom Selbstvertrauen aus dem Deutschland-Spiel war fast nichts zu sehen.
Das 0:1 schien die "Squadra Azzurra" jedoch aufgeweckt zu haben. Plötzlich wagten sich die Italiener weiter nach vorne - besonders Antonio Cassano tat sich dabei hervor (vorne).
Milan-Stürmer Cassano hatte denn auch die beste Chance zum Ausgleich. Doch sein Schuss war letztlich zu harmlos, Spaniens Schlussmann Iker Casillas konnte den Ball festhalten.
Trotzdem waren die Spanier um den überragenden Xavi (Mitte) weiterhin die gefährlichere Mannschaft.
Ein Traumpass des Spielmachers vom FC Barcelona auf Linksverteidiger Jordi Alba (l.) führte zum 2:0. Alba tauchte frei vor Gianluigi Buffon auf und ließ Italiens Keeper keine Chance.
Der zweite Treffer schien bereits die Vorentscheidung zu sein. Im Turnierverlauf hatte Spanien zuvor insgesamt erst einen Gegentreffer kassiert - im Gruppenspiel gegen Italien.
Von Deutschland-Schreck Mario Balotelli war wenig zu sehen. Der 21-Jährige wurde von seinem Mitspieler zu selten gesucht und von Spaniens Defensive gut gedeckt.
Kurz nach der Pause hatte der eingewechselte Antonio Di Natale (r.) die große Chance zum Anschlusstreffer, doch der Stürmer schoss freistehend nur Casillas an.
Die Hoffnungen der "Azzurri" endeten aber schnell, nach Di Natales Chance kamen sie nicht mehr gefährlich vor das Tor der Spanier. Zudem musste Thiago Motta (Bild) nur fünf Minuten nach seiner Einwechslung verletzungsbedingt wieder vom Feld (61.). Italien war damit zu zehnt, da das Wechselkontingent bereits erschöpft war.
In der Schlussviertelstunde demonstrierte Spanien noch einmal die eigene Stärke. Der eingewechselte Fernando Torres guckte nach einem Xavi-Traumpass Buffon aus und traf zum 3:0 (84.).
Den Schlusspunkt setzte Juan Mata kurz nach seiner Einwechslung. Nach Vorarbeit von Torres schob der Chelsea-Star locker ein (88.).
Nach dem Schlusspfiff brach bei den Spaniern riesiger Jubel aus. Als erstem Team ist es den Iberern gelungen, den EM-Titel zu verteidigen.
Es war ein Triumph des Kollektivs und nicht eines einzigen Spielers - auch wenn die Spanier etliche herausragende Akteure in ihren Reihen haben. So wurde Joker Fernando Torres mit drei Treffern Torschützenkönig des Turniers.
Die Italiener waren entsprechend enttäuscht - allerdings mussten sie sich auch eingestehen, dass sie im Finale chancenlos waren. Vielleicht ein kleiner Trost.
Erinnerungsstück: Spaniens Innenverteidiger Gerard Piqué besorgte sich ein Tornetz.
Ganz zärtlich: Sergio Ramos und Jesús Navas küssten den EM-Pokal.