Finanzkrise Die Buh-Manager
Als Chef der HSH-Nordbank musste Dirk Jens Nonnenmacher 2011 zurücktreten. Die Bank war von den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein gerettet worden, nachdem sie sich mit verbrieften Immobilienkrediten und komplizierten Überkreuzgeschäften verspekuliert hatte. Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen Nonnenmacher und andere Ex-Manager des Instituts. Der Verdacht: Untreue und Bilanzfälschung. Zum Jahreswechsel 2012 erhoben die Ermittler Anklage.
Unter der Führung von Georg Funke geriet die Hypo Real Estate (HRE) so stark ins Wanken wie keine andere Bank in Deutschland. Mittlerweile muss das Geldinstitut mit Garantien von mehr als hundert Milliarden Euro gestützt werden. Der Großteil ist Steuergeld. Dieses Drama hinderte Funke nicht daran, seine Kündigung vor Gericht anzufechten und damit auch Gehaltsnachzahlungen in Millionenhöhe zu fordern.
Derweil ermittelt die Staatsanwaltschaft München gegen Funke wegen des Verdachts auf Veruntreuung von Bankvermögen.
Die Mitarbeiter demonstrierten für sein Bleiben - doch es half nichts. Siegfried Jaschinski musste den Posten als Chef der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) verlassen. Sein Vertrag wurde nicht verlängert, weil die Bank in der Finanzkrise hohe Verluste schrieb und mit Milliarden gestützt werden musste.
Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Jaschinski und andere Manager. Razzien in Bank- und Privaträumen fanden bereits im Dezember 2009 statt.
2008 kündigte Werner Schmidt seinen Rücktritt als Chef der BayernLB an, nachdem die Bank wegen massiver Fehlspekulationen am US-Subprime-Markt in Schieflage geraten war. 2011 erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn und andere Vorstände. Es geht unter anderem um den Kauf der österreichischen Hypo Group Alpe Adria, die der BayernLB später Milliardenverluste bescherte. Auch die Bank selbst hat gegen ihren ehemaligen Chef und weitere Vorstände geklagt.
Ex-IKB-Chef Stefan Ortseifen ist der erste deutsche Bankmanager, der im Zusammenhang mit der Finanzkrise vor Gericht saß. Die IKB hatte mit insgesamt 17 Milliarden Euro auf dem amerikanischen Subprime-Markt gezockt. Die Mittelstandsbank geriet daraufhin als erstes deutsches Geldinstitut in den Sog der Finanzkrise und wird mittlerweile mit rund zehn Milliarden Euro gestützt.
Ortseifen wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Allerdings ging es in dem Prozess nicht um Untreue mit Blick auf die verheerenden Geschäfte in Übersee - dafür fehlten die nötigen Beweise. Ortseifen wurde lediglich wegen des Vorwurfs der Marktmanipulation verurteilt. Der Manager hatte in einer Pressemitteilung im Juli 2007 die Lage geschönt - und die Probleme der Bank heruntergespielt. Eine Woche später stand das Geldinstitut kurz vor dem Kollaps. Die Verteidigung kündigte Revision an.