Finanzkrise - DER SPIEGEL
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Finanzkrise Paläste für die Chefs, Koks für die Sekretärin

So machte Turbokapitalismus Spaß: In den achtziger Jahren schauten Porsche-Händler persönlich im Banker-Büro vorbei, um Bestellungen aufzunehmen. In der "Dekade der Gier" wurde das System etabliert, das uns jetzt um die Ohren fliegt - und jene Aktienjongleure geboren, die heute ihre Pappkartons packen. einestages untersucht die aussterbende Spezies.
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Aufregung auf dem Parkett: Börsenmakler bei der Arbeit an der Londoner Börse am 1. April 1997.

Foto: REUTERS
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Lehman Brothers bei Nacht: Häufig wurde hier noch bis spät in die Nacht gearbeitet - und gefeiert. Die Investmentbank Lehman Brothers mit ihrem eindrucksvollen Hauptsitz am Times Square in New York war über Jahrzehnte nicht nur für ihre hohen Umsätze, sondern auch für den ausschweifenden Lebensstil ihrer Angestellten bekannt. Damit ist jetzt Schluss: Die amerikanische Traditionsbank ist das bislang prominenteste Opfer der jüngsten Finanzkrise.

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Der Crash: Eine Menschenmenge vor der New Yorker Börse auf der Wall Street nach dem Börsencrash 1929.

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Das Ende der Zurückhaltung: Ein Börsenmakler reagiert lautstark auf eine Bewegung des Aktienindex an der Londoner Börse im Oktober 1987.

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Nicht ganz so glückliches Jubiläum: New Yorker Börsenmakler beweisen Galgenhumor mit einem Schild zum Jubiläum des Börsencrashs von 1929.

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Teure Entscheidungen im Sekundentakt: Gespannt beobachten Börsenmakler im Oktober 1987 die Entwicklung der Kurse an der Börse in New York.

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Harte Arbeit: Ein erschöpfter Börsenmakler genießt am Ende eines langen Tages im Oktober 1987 eine Zigarette.

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Geiz ist geil: Michael Douglas als Börsenmakler in dem Film "Wall Street" von 1987.

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Die Glücksritter: Dan Aykroyd (l.) und Eddie Murphy als "Die Glücksritter" (1983) auf dem Börsenparkett.

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Henry Blodget: Der Merill-Lynch-Analyst erlangte fragwürdige Berühmtheit, da er Wertpapiere empfahl, die er in internen Mails offenherzig als "Schrott" eingestuft hatte.

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J. P. Morgan: Der amerikanische Finanzier entspannt sich während einer Schiffsreise von Großbritannien in die USA in seiner Kabine auf der "Queen Mary". Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war er einer der Mächtigsten in der US-Banken-Szene und übernahm auch schon mal zentralbankähnliche Aufgaben.

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Der König der Wall Street: Der amerikanische Großbanker J. P. Morgan in einer Karikatur von 1930.

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Wall Street: Die achtziger Jahre hießen nicht umsonst die "Dekade der Gier". Absolventen von Elite-Unis bewarben sich gleich jahrgangsweise um die begehrten Posten bei internationalen Investmentbanken. Einmal engagiert, war Augenmaß nur noch beim Einparken des Porsche gefragt, der bei traumhaften Einstiegsgehältern, die sich schnell vervielfachten, selbstverständlich zur Grundausstattung gehörte. Dafür waren die ehrgeizigen Jungbanker auch zu allem bereit, wie Charlie Sheen als Bud Fox in dem Film "Wall Street" von 1987 vorführte.

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Mein Haus, meine Frau, mein Auto: Der niederländische Banker Bob Meijer (l.) posiert mit seinem Partner Macko Laqueur vor seinem Bugatti T46 Petit Royale auf der Hacienda Los Lingues in Chile. Teure Autos, Partys und Drogen waren in den Achtzigern selbstverständliche Accessoires für jeden Banker.

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Lehman Brothers: Das Hauptbüro der Lehman Brothers-Bank am New Yorker Times Square im März 2008. Wer zu einem Vorstellungsgespräch in den imposanten Bankenturm geladen wurde, musste mit allem rechnen: Da konnte der Personalchef schon mal von einem Bewerber verlangen, das Fenster im 43. Stock aufzumachen - auch wenn das gar nicht ging. Wer hier arbeiten wollte, musste von Anfang an Nervenstärke und schnelle Reaktionsfähigkeit beweisen.

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Frank Quattrone: Viele erfolgreiche Banker machten keinen Hehl aus ihrem Wohlstand, Nabelschau der Statussymbole war unter ihnen gang und gäbe. Hier zeigt Frank Quattrone in der zweiten Runde des AT&T Pebble Beach National Pro-Am Golfturnier im Februar 2003, wo der Hammer hängt. Der Investment-Banker musste allerdings kurz darauf seine Stelle bei der Bank Credit Suisse First Boston wegen zweifelhafter Geschäftspraktiken aufgeben.

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Überbezahlte Markthändler: Banker stehen vor dem Hauptgebäude der Investmentbank Lehman Brothers in New York. Trotz des teilweise unglaublichen Reichtums der Aktienjongleure war ihr Berufsstand nie sonderlich vornehm. "Viele von uns wären als Verkäufer an einem Marktstand genauso erfolgreich", bemerkte einmal ein Londoner Aktienhändler über seinen Berufsstand.

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Michael Milken: Der Junk-Bond-Guru moderiert im April 2008 eine Veranstaltung in seinem Milken Institute. Der Investmentbanker und sein Arbeitgeber Drexel Burnham Lambert hatten in erster Linie feindliche Übernahmen finanziert. Zumeist hatten die Aktionen die Zerschlagung des aufgekauften Unternehmens und Renditesteigerungen durch Massenentlassungen zum Ziel. Fette Gewinne für Banker und Aktionäre auf Kosten tausender Arbeitsloser - auf dem Parkett des Turbokapitalismus ist für soziales Gewissen kein Platz.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?