Finanzkrise Als Deutschlands Banker Demut lernten
Sturm auf die Bank: Menschen stehen am 13. Juli 1931 vor der Darmstädter und Nationalbank (Danatbank) in Berlin. Nachdem die österreichische Creditanstalt pleite gegangen war, kam das komplizierte Geflecht von Banken und Industrie in Europa ins Schwanken. Die Danatbank hatte zuvor der windigen Bremer Firma Nordwolle Kredite im großen Stil gegeben. Als diese kollabierte und Gerüchte über eine bevorstehende Pleite der Danatbank die Runde machten, verlangten Gläubiger ihr Geld zurück. Die Bank musste kurz danach aufgeben.
Heinrich Brüning: "Auf eines wird der Durchschnittskunde der Banken bei der Höhe der Verluste bestimmt schließen - nämlich auf die Fähigkeit oder Unfähigkeit der Bankleitung", befand Reichskanzler Heinrich Brüning unter dem Eindruck der Bankenkrise 1931. Das Foto zeigt ihn im Oktober 1930 während einer Regierungserklärung im Reichstag in Berlin.
Verbotene Demonstration: Schutzpolizisten verhaften am 21. Februar 1931 Demonstranten vor dem Gebäude der Dresdner Bank in Berlin.
Debatte im Reichstag: Reichskanzler Heinrich Brüning spricht im Februar 1931 im Reichstag, während hinter ihm Reichstagspräsident Paul Löbe versucht, für Ruhe zu sorgen. Nachdem das Bankwesen von einer Krise von unbekanntem Ausmaß erfasst worden war, schritt die Regierung der Weimarer Republik mit einer dramatischen Rettungsaktion ein. Mit dem in den Banken dringend benötigtem Geld, kaufte die Regierung Beteiligungen der Geldhäuser und machte von ihrem neuen Einfluss Gebrauch - viele Vorstände verloren ihre Jobs.
Karstadt: Der Blick auf den Neubau des Warenhauses Karstadt am Hermannplatz in Berlin in den dreißiger Jahren. Das Kaufhaus war in dieser Zeit dabei, stark zu expandieren, geriet jedoch mit der Bankenkrise 1931 in heftige Schwierigkeiten.
Besprechung in der Eisenbahn: Europa rückt zusammen. Bei der Anreise im Salonwagen der französischen Regierung bereiten sich Politiker am 20. Juli 1931 auf die Wirtschaftskonferenz in London vor. Dort soll um die Aussetzung internationaler Zahlungsverpflichtungen gehen angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise. Auf dem Bild zu sehen v.l.n.r.: der belgische Außenminister Paul Hymans, der deutsche Außenminister Julius Curtius (von Hymans verdeckt), der deutsche Reichskanzler Heinrich Brüning, der deutsche Staatssekretär Bernhard von Bülow, der Generalsekretär im französischen Außenministerium Philippe Berthelot, der französische Ministerpräsident Pierre Laval, der französische Außenminister Aristide Briand (von Laval verdeckt) und André Francois-Poncet, Staatssekretär beim Ministerpräsidenten (Rückenansicht).
Nordstern-Versicherung: Der Registratursaal der Nordstern-Lebensversicherungs-AG in Berlin 1915. Mit der Finanzkrise 1931 geriet auch die bekannte Versicherung in Schwierigkeiten.
Vorbereitung auf das Hoover-Moratorium: Eine kritische Sitzung am 19. Juli 1931 in Paris vor der Reise der französischen und deutschen Minister zur Londoner Wirtschaftskonferenz (Hoover-Moratorium). Bei der Gesprächsrunde auf der Veranda des Palais de la Présidence du Conseil waren der französische Außenminister Aristide Briand, der Generalsekretär im französischen Außenministerium Philippe Berthelot (Rückenansicht), Ministerpräsident Pierre Laval (den Botschafter Leopold von Hoesch verdeckend), Finanzminister Pierre Flandin (von hinten), Dolmetscher Paul-Otto Schmidt, Außenminister Julius Curtius, Reichskanzler Heinrich Brüning und Staatssekretär Bernhard von Bülow (v.l.n.r.) anwesend.
Wirtschaftskrise und Wertverlust: Aufgeregte Aktionäre am 30. Oktober 1929 in der Börse von New York. Der Kurszusammenbruch der New Yorker Börse löste die Weltwirtschaftskrise aus, bei der die US-Aktienkurse bis zum Sommer 1932 fast 90 Prozent ihres Wertes verloren. 1931 hatte die Krise mit dem Zusammenbruch der österreichischen Creditanstalt auch Europa fest im Griff.
Nichts dazugelernt: Die Bank in Deutschland, die vom Staat am meisten Geld braucht, steht in München.