Firmengeschichte - DER SPIEGEL
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Firmengeschichte Panzerschreck im Schuhimperium

Aschenbahn und Schützengraben: Als Gründer von Adidas und Puma wurden sie berühmt, doch im Zweiten Weltkrieg stellten die Brüder Adi und Rudolf Dassler außer Turnschuhen auch Waffen her - den gefürchteten "Panzerschreck". Und die berühmtesten Schuster Deutschlands waren kein Einzelfall. Von Robert Kuhn und Thomas Thiel
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Allein gegen Panzer: Die Gebrüder Adi und Rudolf Dassler, die späteren Gründer der Sport-Weltmarken Adidas und Puma, produzierten gegen Kriegsende für die Wehrmacht den "Panzerschreck", eine bei den alliierten Panzerbesatzungen als "Tank Terror" gefürchtete Panzerabwehrwaffe. Mit der tragbaren Waffe konnten auch Infanteristen auf eigene Faust Panzer bekämpfen.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 101I-671-7483-29

Foto: Das Bundesarchiv/Lysiak
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Dasslers erste Schuhfabrik: Stolz posiert Adolf "Adi" Dassler 1926 zwischen den Lederbespannungsmaschinen in der neuen Schuhfabrik der "Gebrüder Dassler" (Geda). Er und sein Bruder Rudolf spezialisierten sich auf Sportschuhe und wurden bis zum Zweiten Weltkrieg die Nummer eins in der kleinen Branche. Ab 1943 fanden in den Fabrikhallen der fränkischen Schuster Punktschweißgeräte Platz, mit denen Panzerschrecks für die Wehrmacht zusammengebaut wurden.

Foto: DER SPIEGEL
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Jesse Owens: Der Star der Olympischen Spiele 1936 in Berlin mit vier Goldmedaillen war der schwarze-US-Leichtathlet Jesse Owens, hier links auf einem Sammelbild im 200-Meter-Finale. Seine Erfolge errang Owens in Schuhen der Gebrüder Dassler aus Herzogenaurach - und legte damit den Grundstein für die einzigartigen Karrieren der beiden fränkischen Schuster, die nach dem Zweiten Weltkrieg die Weltmarken Adidas und Puma gründeten.

Foto: Benjamin Maack
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Dassler-Schuhfabrik 1938: Das Firmengebäude der Dasslers am Herzogenauracher Bahnhof war ab Ende 1943 Ziel von Wagons voller Ofenrohre, die dann bei den Dasslers zu Panzerschrecks zusammen geschweißt wurden. Die Familie wohnte im dreistöckigen Haus nebenan, der "Villa", wie es im Ort genannt wurde.

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Grenadier mit "Panzerschreck": Die neuartige Waffe aus dem Hause Dassler war bei alliierten Panzerbesatzungen schnell gefürchtet. Sie wurde ab 1944 von speziellen Panzer-Vernichtungstrupps der Wehrmacht an allen Fronten eingesetzt und brachte den Alliierten Tankverbänden schwere Verluste bei. Im März 1945 waren über 92.000 Stück auf den Schlachtfeldern im Einsatz. Das Bild zeigt einen Wehrmachtssoldaten mit "Panzerschreck" am 27. Oktober 1944 im französischen Metz.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-J28180

Foto: Das Bundesarchiv/Schürer
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"Tank Terror": Ein kanadischer Soldat präsentiert einen während der Invasion der Normandie 1944 erbeuteten deutschen "Panzerschreck".

Foto: Library and Archives Canada
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Waffenschmiede Herzogenaurach: Die späteren Sportschuhgiganten Dassler waren nicht die einzigen Mittelständler im verschlafenen Herzogenaurach, die während des Zweiten Weltkrieges Rüstungsgüter produzierten - eine dort ansässige Lederhosenfabrik etwa stellte die Produktion auf Tornister und Brotbeutel für die Wehrmacht um, ein anderer Familienbetrieb stellte Torpedo-Teile für die Marine her. Das passierte durchaus nicht immer freiwillig, die vollständige Militarisierung der Wirtschaft für den "totalen Krieg" wurde von Hitlers Regime gezielt vorangetrieben.

Foto: Stadtarchiv Herzogenaurach
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Der Schuh-Zauberer: Seinem Ruf als Schuhtüftler wurde Adi Dassler auch nach dem Krieg gerecht. Sein größter Coupgelang ihm 1954, als seine neue Firma Adidas die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mit Fußballschuhen ausrüstete, deren Stollen austauschbar waren. Auf dem tiefen Boden des Berner Wankdorfstadions hatten die Männer um Fritz Walter einen besseren Halt als ihre Gegner, weil Dassler kurzfristig lange Stollen für Regenwetter unter die Schuhsohlen der deutschen Spieler schraubte. Die deutsche Elf gewannen sensationell den WM-Titel gegen Ungarn, eine Mannschaft, die zuvor als unschlagbar galt. Seither ist Adidas ist Ausstatter des Deutschen Fußballbundes.

Foto: DER SPIEGEL
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Dasslers erste Fabrik: Die erste Schuhfabrik der Dasslers in Herzogenaurach, aufgenommen 1927. Beim Einmarsch der Amerikaner 1945 wäre sie um ein Haar zerstört worden, doch Adi Dasslers Ehefrau Käthe Dassler konnte das im letzten Moment durch eine Intervention bei den amerikanischen GIs verhindern.

Foto: Puma AG
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Die Herzo-Base: Nach dem Krieg übernahm die US Army den NS-Fliegerhorst Herzogenaurach und blieb dort auch in den folgenden Jahrzehnten. Die "Herzo-Base" erwies sich als ein Segen für die Dasslers. Die Amerikaner versorgten die Brüder mit Großaufträgen für Eishockey-, Basketball- und Baseballschuhe. Nachdem der Armeestützpunkt 1991 aufgegeben worden war, baute Adidas, eine der beiden Nachfolgefirmen der "Gebrüder Dassler", auf dem 114 Hektar großen Gelände seinen Firmensitz auf.

Foto: Maik Kopleck
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Panzerschrecks zu Zaunpfählen: Auch nach Kriegsende waren die Dasslerschen Panzerschrecks begehrt. Die noch nicht zusammengebauten Ofenrohre eigneten sich vorzüglich als Dachrinnen oder, wie hier an der Herzogenauracher Stadtmauer, als Zaunpfeiler. So blieb das Erbe der Rüstungsproduktion der Gebrüder Dassler noch lange im Stadtbild zu sehen.

Foto: Manfred Welker
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Der Erfinder: Der "Schöpfer" der Panzerwaffe, Generaloberst Heinz Guderian.

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