Flucht aus Syrien Winter im libanesischen Exil
Mit Kanister zum Wasserholen: Bis zu einer Million Syrer sind inzwischen in die Nachbarländer geflohen, schätzen die großen Hilfsorganisationen. Etwa 300.000 soll es in den Libanon verschlagen haben. Wer Glück hat, kommt bei Verwandten unter oder hat genügend Geld, eine Wohnung zu mieten.
Alle anderen Syrien-Flüchtlinge im Libanon sind auf die Hilfe Fremder angewiesen: Darauf, dass Moscheen Suppenküchen aufmachen, dass Bauern sie in ihren Ställen schlafen lassen, dass die Besitzer von Apartmentblöcken sie oben auf den Flachdächern unter Zeltplanen hausen lassen.
Von Hilfsorganisationen betriebene Flüchtlingscamps gibt es im Libanon nicht. Viele Syrer kommen in provisorischen Zeltlagern unter wie hier in Kfarkahel bei Tripoli. Eine unwirtliche Zuflucht im levantinischen Winter - es regnet und schneit, Stürme ziehen von den Bergen her über das Camp.
Nachdem Starkregen ihre Zelte überflutet hat, finden diese syrischen Flüchtlingskinder vorübergehend Schutz unter einem festen Dach - und vergessen vor dem Fernseher einen Moment lang, wie prekär ihre Lage ist.
Der Winter ist auch im Libanon kalt. Viele Flüchtlinge haben nur das Nötigste mitnehmen können - warme Kleidung haben nicht alle. In Kfarkahel wärmen sich Syrer an einem Holzofen. Ein Dachvorsprung schützt sie vor dem Regen.
Viele Syrer gingen davon aus, dass ihre Flucht schnell ein Ende haben würde, dass sie bald heimkehren könnten. Doch diese Hoffnung wurde ihnen bald genommen. Der Bürgerkrieg tobt mit unverminderter Härte, sie müssen im Exil überwintern.