Flüchtlinge an deutschen Unis - DER SPIEGEL
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Wie es Flüchtlingen an deutschen Unis geht

Deutsche Hochschulen versuchen, Flüchtlinge willkommen zu heißen. Sechs Studenten erzählen, was hier anders ist als an ihren Heimat-Unis.
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Lida Amiri, 26: "In Afghanistan machen alle Schüler eine zentrale Prüfung - anhand der Ergebnisse wird entschieden, was man studiert. Ich sollte Lehrerin werden, obwohl ich das gar nicht wollte. An einer privaten Uni in Kabul konnte ich zum Glück einen Bachelor in Finance and Marketing machen. Jetzt bewerbe ich mich in Hamburg für einen Master of Business Administration and Sustainability. In meiner Heimat musste ich in der Öffentlichkeit einen Schleier tragen und Oberteile, die bis zum Knie gehen. Mit Männern zu sprechen, war schwierig. Alles wurde überwacht. Ich genieße es, dass ich jetzt im T-Shirt an der Uni rumlaufen kann."

Foto: Phillip Gätz / UNI SPIEGEL
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Saeed Foroghi, 23: "Vier Jahre lang habe ich in Iran Elektrotechnik studiert, dann musste ich untertauchen. Wir hatten an der Uni in Teheran eine Gruppe gegründet, um gegen die Regierung von Präsident Ahmadinedschad zu protestieren. Seit 2013 bin ich in Deutschland. Weiterstudieren ist schwierig, ich habe keine Zeugnisse, und meine Eltern können sie nicht beschaffen, weil die iranische Polizei dann herausfinden könnte, wo ich bin. Ich kann nicht beweisen, wie weit ich in meinem Studium war. Das ärgert mich, denn ich habe schon viel Zeit verloren. Manchmal frage ich mich, ob sich meine politischen Aktivitäten gelohnt haben. Denn zu Hause hatte ich alles: Freunde, Familie und einen Studienplatz."

Foto: Phillip Gätz / UNI SPIEGEL
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Hussain Duri, 19: "Ich bin aus dem Osten Afghanistans, habe aber in Pakistan, in der Stadt Parachinar, studiert. Das liegt direkt hinter der Grenze, und man kann ohne Probleme rüber. Das machen bei uns viele, weil dort die Bildung immer noch besser ist als in meinem Land. Deutsche Unis kann man damit aber nicht vergleichen. Hier gibt es mehr Gebäude, Räume und Dozenten - so viel mehr Möglichkeiten. Und außerdem kann hier jeder Student das Internet nutzen."

Foto: Phillip Gätz / UNI SPIEGEL
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Babiker Taif, 31: "In Khartum im Sudan habe ich Bankwesen studiert, dort war es immer noch sicherer als in meiner Heimat Darfur. Trotzdem war es manchmal seltsam, dass Menschen, die vor einiger Zeit noch verfeindet waren, plötzlich zusammen in einem Raum saßen. Aber selbst in Deutschland haben die Leute ja manchmal Vorbehalte gegenüber Menschen, die aus anderen Städten und Regionen kommen. Studieren konnten im Sudan nur die reichen Leute, und wer nicht für das ganze Semester zahlte, fiel am Schluss schon mal durch. Das war ungerecht. Hier gibt es finanzielle Unterstützung, und es hängt nicht vom Geld ab, ob man eine Prüfung besteht."

Foto: Phillip Gätz / UNI SPIEGEL
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Ahmed Alhomsi, 22: "Ich habe in der syrischen Stadt Tartus vier Jahre lang Technisches Ingenieurwesen studiert - und in all den Jahren nur sechs Professoren gehabt. Hier habe ich jetzt schon mehr Dozenten kennengelernt. Außerdem gibt es eine Bibliothek, das finde ich toll. Zu Hause mussten wir nämlich fast alles von der Tafel abschreiben. Strom gab es auch nicht immer, das hat die wissenschaftlichen Experimente schwierig gemacht. In Deutschland würde ich gern ins Studienfach Kernphysik wechseln. Auch wenn ich weiß, dass Atomkraft hier nicht besonders beliebt ist."

Foto: Philllip Gätz / UNI SPIEGEL
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?