Praktikum auf Sylt Menage und Federbett
Der Benen-Diken-Hof ist ein ehemaliger Bauernhof auf Sylt, der seit den Siebzigerjahren Gäste beherbergt, inzwischen auch mit Wellness- und Beautybereich.
Hier macht Flüchtling Khabat K. aus Aleppo ein einwöchiges Praktikum.
Am Ende seiner ersten Woche ist er im Zimmerservice eingeteilt. Er hilft, das Bad sauber zu machen.
Und er bezieht zum ersten Mal "professionell" ein Federbett, wie er selbst etwas aufgeregt feststellt.
Seine Betreuerin Ilsegret Saß, die den Job schon seit vier Jahrzehnten macht, zieht das Bettlaken danach noch etwas zurecht.
Besonders gerne hat Khabat K. im Restaurant mitgeholfen, weil er hier am meisten Kontakt zu anderen Menschen hat.
Eine Mitarbeiterin des Hotels zeigt ihm, wie er das Besteck auf den Tisch legen und wo die Menage stehen soll.
Khabat K. wollte eigentlich Richter werden. Doch er hat es bisher nicht geschafft, in Finnland, Dänemark oder Deutschland sein Jurastudium fortzusetzen.
Nun macht er mit beim Projekt "Festmachen auf Sylt", das Flüchtlinge für eine Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe fit machen will.
Gunnar Schröder ist Leiter der Flensburger Agentur "Bildungsschmiede", die mit den 16 Teilnehmern einen dreimonatigen Einstiegskurs durchgeführt hat.
Nun absolvieren sie einige Praktika auf Sylt, bevor sie in die Einstiegsqualifizierung und dann in die Ausbildung starten.
Keitum auf Sylt liegt ziemlich abgeschieden, die Züge fallen oft aus, sagt Khabat K. Trotzdem fühlt er sich auf der deutschen Urlaubsinsel wohl. "Ich mag die Ruhe hier", sagt der 28-Jährige.
Hotelbetreiber Claas-Erik Johanssen ist sehr zufrieden mit seinem syrischen Praktikanten. Es gebe keinerlei Probleme, Khabat sei sehr motiviert, sagt Johanssen.
Insgesamt sind auf Sylt etwa 250 Flüchtlinge untergebracht. Viele Hotels und Gaststätten suchen händeringend Mitarbeiter. Das Projekt "Festmachen auf Sylt" soll helfen, den Mangel zu beheben.