Spanien 160.000 Demonstranten fordern Aufnahme von mehr Flüchtlingen
Bei einer Großdemonstration in Barcelona haben Zehntausende Menschen die spanische Regierung zur Aufnahme von mehr Flüchtlingen aus Kriegsgebieten aufgerufen.
Die Polizei bezifferte die Teilnehmerzahl auf rund 160.000. Die Veranstalter sprachen sogar von einer halben Million Menschen.
Zu der Massenkundgebung hatte die Nichtregierungsorganisation "Casa Nostra Casa Vostra" (Mein Haus ist dein Haus) aufgerufen.
Die Großdemo stand unter dem Motto: "Schluss mit den Ausreden! Nehmen wir sie jetzt auf!"
Die Organisatoren hatten die Teilnehmer gebeten, blaue Kleidung und blaue Flaggen zu tragen, damit der Menschenzug wie eine große Welle wirke.
Die konservative Regierung von Mariano Rajoy hatte sich 2015 verpflichtet, mehr als 17.000 Asylbewerber aufzunehmen.
Bislang nahm Spanien im Rahmen dieses Plans jedoch erst 1100 Flüchtlinge auf.
Die Teilnehmer des Protestzuges durch die katalanische Metropole hielten Schilder mit Parolen wie "Öffnet die Grenzen" und "Genug der Ausreden".
Die linke Bürgermeisterin der zweitgrößten Stadt Spaniens, Ada Colau, hatte die Bürger aufgefordert, massenhaft an der Demonstration teilzunehmen.
Der Protestzug endete symbolisch am Mittelmeer, in dem allein im vergangenen Jahr 5000 Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa ertrunken sind.