Flüchtlinge: Studieren in Deutschland - DER SPIEGEL
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Ruaa Abu Rashed Lernen für den großen Traum

Im Syrienkrieg konnte Ruaa Abu Rashed nicht Ärztin werden. In Deutschland kann sie es. Aber jede neue Chance trägt auch das Risiko des Scheiterns in sich.
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Der Traum vom Studium: Am Studienkolleg im thüringischen Nordhausen bereiten sich junge Menschen, deren Abitur oder Hochschulstudium in Deutschland nicht anerkannt wird, auf die Hochschule vor. In der Mitte: die 23-jährige Ruaa Abu Rashed - sie will Ärztin werden.

Foto: Maria Feck/ SPIEGEL ONLINE
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Zusammen mit Männern und Frauen aus u.a. Pakistan, Marokko, Ghana, Nepal, China und Tadschikistan sitzt Ruaa jeden Morgen ab halb acht Uhr in einem Klassenraum auf dem Campus der Hochschule Nordhausen.

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Manchmal ist die Stimmung in der Klasse gut, zum Beispiel in der Deutschstunde bei Lehrerin Bettina Picht.

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Merkwürdige Lernsätze über das Passiv sind das, weil sie Grammatik in Landeswissen verpacken, bei dem man sich zumindest nicht so sicher ist, ob das jetzt wirklich zum Kern deutscher Kultur gehört.

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Um Passivkonstruktionen geht es heute, erklärt werden sie an Beispielsätzen über Patentanträge.

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"Für die Anmeldung musste eine Gebühr bezahlt werden."

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Fragt jemand, ob der Stoff relevant ist für die nächste Klausur, wird es sofort still - alle wollen einen guten Abschluss.

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Im M-Kurs des Studienkollegs, der auf ein naturwissenschaftliches Studium vorbereitet, wird besonders häufig um Noten gefeilscht, weil sie so kostbar sind.

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Fast alle wollen Medizin studieren. Dazu braucht man einen Abschluss, bei dem selbst beim Einserschnitt schon eine Zwei hinterm Komma zu schlecht sein kann.

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Und wer - nicht wie Ruaa, aber wie einige -, nur ein Visum für zwei Jahre hat, kann sich keine Wartesemester leisten. "Sonst tschüss", sagt ein Pakistaner. Er grinst, aber es ist bitterer Ernst.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?